Valley Talk: Gerangel um lokale Anzeigen im Netz

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Das Startup Jivox liefert lokale Anzeigen im Netz

Kolumne

Das Geschäft mit lokaler Werbung beginnt zu florieren. Die Internet-Riesen Yahoo und Google wollen sich den Wachstumsmarkt rund um lokale Anzeigen im Netz sichern, auch Soziale Netzwerke und Startups mischen dabei mit.

Bill Campbell ist der berühmteste Mentor des Silicon Valley. Bei der Startup-Konferenz Always On spendete der 68-Jährige Ex-Apple-Marketingchef vergangene Woche Unternehmensgründern Rat. Einer der wichtigsten: Wer die Wahl zwischen mehreren Geschäftsmodellen habe, sollte sich anfangs unbedingt auf das attraktivste fokussieren, so lukrativ die anderen auch sein mögen.

Damit sind schon die Google-Gründer reich geworden. Ursprünglich wollten sie ihr Geld mit dem Vermarkten von Suchbegriffen und dem Verkauf lokaler Werbung verdienen. Doch schnell stellte sich das Geschäft mit den Adwords – den zur Suche eingeblendeten Textanzeigen – als erfolgreicher heraus. Umso mehr, als Internet-Inhalte vor ein paar Jahren noch primär national und global geprägt waren. Andere, lokale Werbeoptionen stellte Google erst einmal zurück.

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Soziale Netzwerke machen Web auch zu einer lokalen Größe

Nun aber hat sich das Web gewandelt. Der Erfolg sozialer Netzwerke wie Facebook und MySpace oder von Bewertungsseiten mit Ortsbezug, wie etwa Yelp, haben das Netz auch zu einer lokalen Größe gemacht. Dank Ortungsdiensten wie Skyhook Wireless können Internet-Browser beim Surfen sogar den genauen Standort des Nutzers berücksichtigen. Das macht nun auch Werbung mit Ortsbezug zum Wachstumsgeschäft.

Facebook etwa erwirtschaftet damit laut einer Analyse des Marktforschers Borell Associates bereits über 70 Prozent seines auf 200 Millionen Dollar geschätzten Anzeigengeschäfts. Seit Kurzem erlaubt Google seinen Adwords-Kunden ebenfalls, ihre Anzeigen mit dem genauen Standort ihrer Geschäfte zu hinterlegen. Auch der neue AOL-Chef Tim Armstrong, ein ehemaliger Google-Manager, will nun lokale Anzeigenkunden umwerben.

Yahoo will mit lokaler Werbung punkten

Und Yahoo-Chefin Carol Bartz ist fest entschlossen, sich bei ortsbezogener Werbung nicht noch mal von Google die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Dank der am vergangenen Mittwoch verkündeten Suchmaschinen-Allianz mit Microsoft kann sich Yahoo nun mehr auf den Anzeigenvertrieb fokussieren. Beim Verkauf lokaler Werbung kooperiert Yahoo mit dem Telefonkonzern AT&T, der die Anzeigenverkäufer seiner Branchentelefonbücher für den Verkauf von Yahoos Internet-Werbung einspannt.

Für Gründer eröffnet das Gerangel interessante Optionen. Diaz Nesamoney etwa, Chef des Silicon-Valley-Startups Jivox, hat einen Dienst entwickelt, mit dem Kleinunternehmen Videoanzeigen aufsetzen und vor Ort vermarkten können. Geldgeber Opus Capital hat dafür 13,4 Millionen Dollar bereitgestellt.

Denn selbst wenn das erste Geschäftsmodell nicht zöge: Angesichts des Gerangels um lokale Werbung stehen die Chancen gut, dass Jivox von einem der Suchmaschinenriesen gekauft wird.

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