Valley Talk: Kapuze mit Nadelstreifen

kolumneValley Talk: Kapuze mit Nadelstreifen

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Ein Kapuzenpulli ist für Facebook-Chef Mark Zuckerberg normal. Die Kontroverse um diesen Kleidungsstil brachte Schwung in das Geschäft von Chris Lindland.

Kolumne von Matthias Hohensee

Beim Modelabel Betabrand aus San Francisco entscheiden die Kunden online über die Kollektion.

Die neuen Internet-Multimilliardäre des Silicon Valley sind für ihre lässige Kleidung berüchtigt. Google-Gründer Sergey Brin, ein passionierter Sportler, erscheint zu offiziellen Anlässen schon mal in Turnhose und T-Shirt. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg läuft vorwiegend in einer grauen Hoodie-Kapuzenjacke herum.

Ausnahmen macht er nur für Staatsoberhäupter und – wie jüngst – bei seiner Heirat. Als Barack Obama die Facebook-Zentrale besuchte, trug Zuckerberg zur Gaudi der Mitarbeiter Anzugjacke und Schlips. Für Wall-Street-Banker und Analysten zeigt er nicht so viel Respekt. Zu den Präsentationen im Vorfeld des Börsengangs erschien Zuckerberg wie üblich im Kapuzen-Outfit, wenn er sich überhaupt blicken ließ.

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Für den Designer Chris Lindland ist die Kontroverse um Zuckerbergs Kleidermanieren eine Steilvorlage. Die von Lindland entworfene und dem Facebook-Gründer gewidmete Manager-Kapuzenjacke im edlen Nadelstreifendesign aus Merinowolle verkaufte sich trotz eines Preises von 148 Dollar gleich am ersten Tag über 500 Mal. „Das war unser bislang erfolgreichster Produktstart“, freut sich Lindland.

Diskussion im Thinktank

Der 39-jährige Unternehmer aus San Francisco besetzt eine ganz besondere Nische in der Modebranche, die der Online-Designer, die ihre Produkte nur bei ausreichend Interesse fertigen. Die von Lindland und seinem Team von 20 Leuten entworfenen Kleidungsstücke der Marke Betabrand gibt es nur online auf betabrand.com und in limitierter Stückzahl.

Die Produkte werden dann zumeist von lokalen Schneidern in San Francisco gefertigt. Nur bei etwas größeren Serien werden auch schon mal Kleiderhersteller in Indien und China hinzugezogen.

Jede Woche offeriert Lindland im Netz drei bis fünf neue Entwürfe. Diese werden im sogenannten Thinktank auf der Web-Seite diskutiert. Dort können Kunden via Facebook kritisieren und vorschlagen, wie Lindland und sein Team das Design noch verbessern könnten. „Dieser Kundendialog, den so viele für sich reklamieren, bestimmt unser Geschäft“, sagt der Designer.

Momentan steht eine weibliche Variante der Manager-Kapuzenjacke im Netz zur Diskussion. Noch allerdings sind die Kundinnen nicht zufrieden: zu wenig Farbe, die Kapuze sollte abnehmbar sein, ein engerer Schnitt um die Taille lauten die Vorschläge.

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