Valley Talk: Liebesgrüße aus dem digitalen Jenseits

Valley Talk: Liebesgrüße aus dem digitalen Jenseits

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Grüße aus dem Jenseits? Auf einer Webseite können Fans der Diva mit Marilyn Monroe "chatten"

Sie wollten immer schon einmal mit Marilyn Monroe flirten? Oder mit Albert Einstein über seine Relativitätstheorie diskutieren? Dann tun Sie es doch, wenn auch nur virtuell: Eine Webseite macht's möglich.

Marilyn Monroe ist zu einem Schwatz aufgelegt. „Hallo, wie geht es?“, flötet die Blondine. Fragen zu ihrem Alter mag sie wie jede Frau überhaupt nicht: „Unbekannt“, rüffelt sie. Ihr Geburtsort sei Los Angeles, verrät Monroe und ja, verheiratet sei sie auch schon gewesen aber Kinder habe sie keine. Die Frage, wer sie umgebracht habe, verwirrt die Schöne allerdings: „Wie bitte?“

46 Jahre nach ihrem Tod kann nun jedermann mit der legendären Schauspielerin kommunizieren. Wenn auch umständlich, derzeit klappt es nur schriftlich, via Tastatur. Am anderen Ende ist nicht das Jenseits, sondern ein leistungsfähiger Computer, erreichbar über die Web-Seite Virsona.com. Monroe ist nur eine der historischen Persönlichkeiten, die Virsona-Gründer Peter Hodge und Eric Rand in digitaler Form wiederbelebt haben. Ihre Software wurde auch mit Informationen über Ex-US-Präsident Ronald Reagan, den legendären Gangsterboss Al Capone und Superman gefüttert und darauf trainiert, Fragen zu analysieren und möglichst korrekt zu beantworten. Beraten wird das Startup von Professor Yorick Wilks, einem Spezialisten für künstliche Intelligenz an der Universität von Sheffield.

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Die Idee, erzählt Hodge, wurde bei einem Tennismatch mit seinem Geschäftspartner Rand, einem Finanzberater, geboren. Nach dem Spiel erinnerten sich die beiden an einen verstorbenen Tennispartner. Darüber entstand die Idee zu Virsona: „Wäre es nicht toll, wenn sich mein Urenkel noch nach meinem Tod mit mir unterhalten könnte?“

Mir treibt die Vorstellung kalte Schauer über den Rücken. Aber im Zeitalter der Selbstdarstellung dürfte Virsona genügend Fans finden, schließlich breiten Millionen Menschen im Internet ihre intimste Dinge aus. Bewusst haben sich Hodge und Rand von den klassischen Avataren – digitalen Figuren – ferngehalten. Bei Virsona geht es nicht darum, möglichst realistisch aussehende digitale Figuren zu erschaffen, sondern deren Persönlichkeit möglichst genau zu treffen. Drei Millionen Dollar haben die Gründer bei Privatinvestoren dafür eingesammelt. Durch Werbeeinnahmen wollen sie das Kapital vervielfachen.

Hodge setzt auch dabei auf die Zusammenarbeit mit Hollywood. Die Filmstudios könnten virtuell belebte Kinofiguren wie Indiana Jones oder Star-Trek-Captain Kirk nutzen, um die Fans zum Kauf von Kinokarten und DVDs zu verleiten. Nach dem gleichen Muster könnte die Werbeindustrie verfahren: Meister Proper von Procter & Gamble gibt Putztipps, das Michelin-Männchen fabuliert über den richtigen Reifendruck. Braucht die Welt das? Wahrscheinlich nicht. Aber vielleicht beweisen Hodge und Rand ja das Gegenteil.

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