kolumneValley Talk: Marken, die ich liebe

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Matthias Hohensee: Wird das Geld für neue Ideen und Produkte knapp?

Kolumne von Matthias Hohensee

Die Online-Plattform MyBrandz.com soll Markenkult zu Geld machen.

Oft schon haben Verbraucherschützer vor dem „gläsernen Kunden“ gewarnt, dem Ausforschen von Vorlieben und Gewohnheiten von Käufern. Mal geschieht es anhand des Studiums von Bankkonten oder Kreditkartenausgaben, mal sind es Internet-Nutzungsverhalten, Meinungsumfragen oder Gewinnspiele.

Meist heißt es, der arme Kunde ahne nicht, dass ihn „böse Unternehmen“ unter die Lupe nehmen. Die Wahrheit ist jedoch, dass das vielen Konsumenten völlig egal ist. Viele frönen ihrer Mitteilungsfreude aus Überzeugung.

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Die Plauderlaune will der israelische Internet-Unternehmer Eran Gefen nun mit einem Online-Angebot in ein profitables Geschäftsmodell ummünzen, das ihm auf einer Autofahrt von Las Vegas nach San Francisco einfiel: Auf MyBrandz.com dürfen markenbewusste Menschen der Welt mitteilen, welche Unternehmen oder Marken sie lieben – und warum. Mehr als 100 000 Nutzer tun das schon.

Fundgrube für Werber

So erfahren wir etwa, dass der Franzose Raphael Martin, Alter 30, von einem Audi A8 träumt, eine Vorliebe hat für Adidas und Nike und er Apple liebt. So sehr, dass er auf myBrandz ein Foto all seiner Apple-Preziosen zeigt.

Gefen bedient sich der erprobten Konzepte erfolgreicher sozialer Online-Netzwerke. Die Nutzer können sich per Foto darstellen, Marken werden einfach durch Klicken des Logos zugefügt. In Foren tauschen sich die Fans über Vorzüge und Nachteile der Produkte aus.

Dass die Nutzer von MyBrandz außerdem publizieren, welche Produkte welcher Firmen sie gern erwerben würden, ist eine wahre Fundgrube für Werber. Ähnlich aufschlussreich für die Marketiers sind die Abfrageprofile der in die Seite integrierten Preisvergleichsmaschine.

Das Ziel der Seite ist simpel: Marken im Gespräch halten. Oder junge Marken zu entdecken. „Wir sind nicht nur für positive, sondern auch für negative Kommentare offen“, sagt Gefen. Der Mann versteht seine Materie. Gefen ist einer der bekanntesten Werber Israels und hat mehrere Preise für Kampagnen von Marken wie Mercedes oder American Express gewonnen.

Um den Mitteilungsdrang der Community noch anzustacheln, hat der Kommunikationsprofi einen Wettbewerb ausgeschrieben. Wer sich besonders eifrig outet und mindestens 50 weitere Mitglieder rekrutiert, hat die Chance, eine Aktie seiner Lieblingsfirma zu gewinnen – von Playboys lustloser 3,60-Dollar-Aktie bis hin zum 550-Dollar-Anteil von Google.

Tausende Onliner beißen derzeit täglich an. Und sie haben kein Problem damit, ihre liebsten Marken öffentlich zu huldigen.

Wenn schon gläserner Kunde, dann wenigstens ein markentreuer.

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