Valley Talk: Microsoft versucht die Vorherrschaft von Apple zu brechen

Valley Talk: Microsoft versucht die Vorherrschaft von Apple zu brechen

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Mit dem Zune HD will Microsoft Apple paroli bieten

Mit dem Musikspieler Zune HD versucht Microsoft Apple Paroli zu bieten. Doch in Europa setzt der Konzern auf eine andere, riskante Strategie, um die mobile Vorherrschaft von Apples iPhone zu brechen.

Auf der Durchreise von Microsofts Hauptquartier in Seattle wollte sich Microsofts Deutschland-Chef Achim Berg noch einen besonderen Wunsch erfüllen: Er wollte sich Microsofts neuen iPod-Jäger, den Musikabspieler Zune HD, kaufen. Im konzerneigenen Shop war das iPod-Pendant bereits vergriffen. Und auch in San Francisco hatte Berg kein Glück: Überall war das Gerät ausverkauft.

Hat Microsoft auf den alten Marketingtrick zurückgegriffen und das Angebot bewusst verknappt? Oder hat der Konzern tatsächlich die Antwort auf Apples Bestseller gefunden – und wurde vom eigenen Erfolg überrascht?

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Der Zune ist gut gemacht: Er ist dünner und leichter als der iPod Touch – ein klarer Kontrast zu seinem brikettähnlichen Vorgänger. Am attraktivsten ist jedoch Zunes Musikabo-Dienst, der gegen 14,95 Dollar Monatsgebühr Tausende Musiktitel zum Anhören bereitstellt.

In Europa setzt Microsoft auf das Handy

Die Deutschen warten vorerst vergeblich auf das neue Gerät. Den Zune gibt es weiter nur in den USA. In Europa hat sich Microsoft für die riskante Strategie entschieden, sich auf Mobiltelefone zu konzentrieren, die ja ebenfalls Musik und Videos abspielen können. Da will Microsoft nun angreifen, bevor das iPhone zu mächtig wird.

Für Oktober hat Microsoft die neue Version 6.5 seines Handybetriebssystems Windows Mobile angekündigt. Die interessanteste Innovation ist die Verknüpfung des Systems mit dem Windows Marketplace for Mobile. Der Online-Shop bietet anders als Apples Appstore nicht nur Programme zum Download an, sondern auch Musik und Videos. Kunden in Europa können damit Microsofts Musikabo nutzen, ohne den Zune kaufen zu müssen.

Der Clou: Um den Absatz der Windows-Telefone zu fördern, plant Microsoft, die Mobiltelefongesellschaften am Umsatz des Marktplatzes zu beteiligen. Bei Apples Appstore gehen Unternehmen leer aus, was die Mobilfunkbranche nervös macht. Denn je mehr Programme Kunden mobil laden, desto stärker müssen Mobiltelefongesellschaften ihre Netze ausbauen. Mehr Geld verdienen sie dabei in der Regel nicht, weil viele Kunden die Datennutzung pauschal bezahlen.

Riskante Strategie von Microsoft

Das Microsoft-Modell wäre daher eine interessante Alternative für die Netzbetreiber, die über die Gerätesubventionen beeinflussen können, welche Handys die Kunden günstig kaufen können.

Langfristig könnte Microsofts Strategie dennoch zu einem Problem werden. Denn iPhone, Walkman, Zune & Co. mutieren immer mehr zu Spielkonsolen. Die hätte Microsoft dann – anders als Apple – in Europa nicht im Programm. Gut möglich also, dass Microsoft die Entscheidung, den HD Zune nicht nach Europa zu bringen, auf Dauer doch noch kippt.

Rekordverlust Microsoft schockiert die Märkte

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