In jedem Jahrzehnt macht das Silicon Valley aufs Neue eine existenzbedrohende Krise durch. In den Achtzigerjahren musste die Computerbranche Tausende Jobs streichen. In den Neunzigerjahren schwächelte die US-Rüstungsbranche, was sich auf örtliche Unternehmen wie den Flugzeughersteller Lockheed Martin und seine Zulieferer in der Elektronikbranche auswirkte. Im folgenden Jahrzehnt ging der jungen Internet-Branche die Luft beim Platzen der Dotcom-Blase aus. Und momentan bibbern alle, dass die hochfliegenden Börsengänge von Web-2.0-Unternehmen wie LinkedIn, Zynga und demnächst Facebook den Anlegern später auf die Füße fallen. Wenn die Wachstumserwartungen nicht erfüllt werden, könnte das die Krise dieses Jahrzehnts auslösen.
Der Reiz des Tal's
Seinen Reiz hat das Silicon Valley trotz der regelmäßigen Tiefpunkte nicht verloren. Jede Woche landen auf dem Flughafen von San Francisco Unternehmer, Forscher und Abenteurer aus aller Welt, um Phänomene wie Facebook aus nächster Nähe zu bestaunen, die Luft auf dem Campus der Stanford-Universität zu schnuppern oder die erstaunlich nüchtern wirkenden Bürogebäude der Wagnisfinanzierer entlang der Sand Hill Road anzuschauen.
Das Valley profitiert vom stetigen Strom der Besucher. Das berühmteste deutsche Beispiel ist Andreas von Bechtolsheim, der in den Siebzigerjahren im gelobten Tal hängen blieb, den Computerhersteller Sun gründete und später Larry Page und Sergey Brin das Startkapital für Google gab.
Quelle: PresseBerühmte deutsche Gründer
Andreas von Bechtolsheim
Andreas von Bechtolsheim ist der große, alte Mann unter den deutschstämmigen Serienunternehmern – und gilt jüngeren Gründern wie Alexander Artopé als Vorbild. Mit Sun Microsystems hob er 1982 eine Firma aus der Taufe, die heute zu den großen Namen im globalen Softwaregeschäft gehört. 1995 gründete er das Technologieunternehmen Granite Systems, das bereits ein Jahr später von Cisco übernommen wurde. Mit seiner aktuellen Firma Arista Networks widmet er sich derzeit dem Thema Cloud Computing.
Quelle: dpaIbrahim Evsan und Thomas Bachem
Gemeinsam gründen sie wie am Fließband. Nachdem Evsan (im Bild) und Bachem ihre Anteile an der Online-Community Sevenload verkauft haben, können sie sich ganz auf ihr derzeitiges Projekt konzentrieren. Mit United Prototype sind sie seit 2010 im Bereich Social-Gaming aktiv, ihre erste Veröffentlichung ist das Spiel Fliplife, bei dem die Nutzer ihren Avatar durch die Höhen und Tiefen des ganz normalen Lebens begleiten.
Quelle: Arne Weychardt für WirtschaftsWocheStephan Uhrenbacher
Er ist der Shootingstar unter den deutschen Serientätern. Erst kürzlich gewann Uhrenbacher (rechts im Bild) mit seinem aktuellen Startup Avocado Store den Gründerpreis der WirtschaftsWoche. Zuvor hatte er für den Verlag Gruner & Jahr den Reisedienstleister Travelchannel entwickelt, bevor er im Jahr 2005 Qype gründete. Auf der Plattform wird alles bewertet, was sich bewerten lässt, zum Beispiel Bars, Cafes, Restaurants, Shops, Handwerker, und Clubs.
Quelle: PresseLukasz Gadowski
Mit dem Online-Shop Spreadshirt für individuelle T-Shirts wurde er reich. Inzwischen gründet er mit seinem neuen Projekt Team Europe Ventures Firmen in Serie. Gadowski investiert dabei einfach in bestehende Startups oder wirbt junge Unternehmer an, die dann seine Ideen umsetzen. Zum Portfolio gehören mehr als 50 Unternehmen, unter anderem die Plattform Mymuesli, der Eventmanager Amiando und der Online-Optiker MisterSpex.
Quelle: PresseLars Hinrichs
Seine erste Gründung war die Plattform Politik Digital – doch erst das Netzwerk Xing machte ihn berühmt. Im vergangenen Jahr verkaufte er seine Anteile für 48 Millionen Euro an den Verlag Hubert Burda. Jetzt zieht er die Investmentfirma Hackfwd hoch. Nebenbei beteiligt er sich an JamesList, eine Art Ebay für Superreiche.
Quelle: Fank Beer für WirtschaftsWocheGerrit Schumann
Nachdem er im Jahr 2004 sein erstes Startup Element 5 für 120 Millionen Dollar verkaufte, führte er das Leben eines Neureichen auf Mallorca – hielt das aber nicht lange aus. Inzwischen hat er ein neues Unternehmen gestartet: Music Networx kopiert Mitschnitte von Konzerten auf USB-Sticks und verkauft diese legal. Das Fan-Netzwerk dazu hat bereits 200.000 registrierte Kunden.
Quelle: Armin Brosch für WirtschaftsWocheOliver, Marc und Alexander Samwer
Die drei Brüder (im Bild: Oliver Samwer) gelten als Bad Boys der Gründerszene. Dabei halten sie sich nur an eine simple Erfolgsregel, die viele Serienunternehmer zu ihrem Motto erklärt haben: Lieber gut kopiert als schlecht selbst gemacht. Der Erfolg gibt ihnen Recht. So gründeten sie die deutsche Kopie des US-Auktionshauses Ebay, riefen danach den Klingeltonriesen Jamba ins Leben und hatten auch beim Facebook-Klon StudiVZ ihre Finger mit im Spiel.
Quelle: Max Lautenschläger für WirtschaftsWocheAlexander Artopé
Er gründete im Jahr 1999 die Softwarefirma Datango, wendete sich aber bereits sieben Jahre später einem neuen Projekt zu: Mit Smava brachte Artopé das Modell der Privatkreditvermittlung nach Deutschland. Auf der Internetseite können private Nutzer sich gegenseitig Darlehen geben – der Weg zur Bank wird überflüssig. Im vergangenen Jahr wurden über die Seite bereits Kredite im Wert von rund 15 Millionen Euro vergeben. Rund 2000 Kreditnehmer erhielten Geld.
Berühmte deutsche Gründer
Andreas von Bechtolsheim
Andreas von Bechtolsheim ist der große, alte Mann unter den deutschstämmigen Serienunternehmern – und gilt jüngeren Gründern wie Alexander Artopé als Vorbild. Mit Sun Microsystems hob er 1982 eine Firma aus der Taufe, die heute zu den großen Namen im globalen Softwaregeschäft gehört. 1995 gründete er das Technologieunternehmen Granite Systems, das bereits ein Jahr später von Cisco übernommen wurde. Mit seiner aktuellen Firma Arista Networks widmet er sich derzeit dem Thema Cloud Computing.
Professionelle Starthilfe für deutsche Unternehmen
Bisher suchten deutsche Startup-Unternehmer den Weg ins Silicon Valley auf eigene Faust. Seit Neuestem haben sie dabei aber professionelle Hilfe: In der vergangenen Woche startete der vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte German Silicon Valley Accelerator (GSVA), der pro Quartal fünf Jungunternehmen aus Deutschland beim Anbahnen von Geschäften im Silicon Valley helfen wird und ihnen Kontakte zu US-Kunden und Kooperationspartnern vermittelt. Den Start machen das Medienunternehmen Fair Observer aus München und der Computersicherheitsspezialist Trifense aus Velten bei Berlin. Sie wurden mit drei anderen Startups aus 35 Wettbewerbern ausgewählt.














