Valley Talk: Neues Wettrüsten beim digitalen Kartendienst

kolumneValley Talk: Neues Wettrüsten beim digitalen Kartendienst

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Scott Forstall, Apples Vizepräsident im Softwarebereich, präsentierte am 11. Juni in San Francisco Apples neue Software iOS 6. Hier zu sehen: Apples neues Kartenprogramm.

Kolumne von Matthias Hohensee

Mit seinem neuen Kartendienst verschärft Apple die Konkurrenz mit Google. Die Navigation auf der Straße ist dabei nur Nebensache.

Wie schreckt man einen Feind am wirksamsten ab? Man präsentiert mit großem Getöse seine eigenen Stärken, um ihm zu zeigen, dass ein Angriff entweder sinnlos oder viel zu kostspielig ist.

Auf diese seit Jahrhunderten erprobte Formel besann sich jüngst Google. Anders lässt sich die Pressekonferenz, zu der der Suchgigant Anfang Juni in den sechsten Stock seines Büro-Lofts in San Francisco geladen hatte, nicht interpretieren. Denn die Produktneuheit, dass Google in Kürze die dreidimensionalen Stadtansichten in seinem Kartendienst Google Maps deutlich verbessern und den Nutzern von Android-Smartphones das Herunterladen von Karten aufs Telefon ermöglichen will, wirkte bestenfalls wie schmückendes Beiwerk.

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Den größten Teil seiner Präsentation verwendete Google- Maps-Chef Brian McClendon darauf, die eigene Dominanz bei Landkartendiensten zu preisen; angeblich eine Herzensangelegenheit von Google-Gründer Sergey Brin. Milliarden von Dollar hat dieser bewilligt, um den Planeten besser abzubilden. Gelder, die in den Kauf von Satellitenfotos wandern sowie in eigene Kamerafahrzeuge, die Straßenzüge abfotografieren oder – auf Bergbahngondeln geschnallt – das Schweizer Alpenpanorama.

Täuschend echte Modelle

Für die 3-D-Abbildung von Großstädten hat Google ganze Flugzeugflotten angeheuert, die aus der Vogelperspektive das Stadtbild aufnehmen, um so Gebäude täuschend echt fotografisch modellieren zu können. Ganz zu schweigen von den vielen Gerichtsprozessen, die Google geführt hat, seit angeheuerte Linsen für den StreetView-Dienst in Gärten oder sogar Schlafzimmer filmten. Ein Riesenaufwand, der viel Geld kostet.

Gründe genug für den ebenfalls im Silicon Valley ansässigen Wettbewerber Apple, sollte das wohl bedeuten, die Hände von einem eigenen Kartenservice zu lassen und – wie bisher – bei seinen iPhones auf Google Maps zu setzen.

Ohne Erfolg. Apple hat sich für den Angriff entschieden: Bei der nächsten Generation seines Betriebssystems, iOS6, die im Herbst erscheint, setzt Apple auf einen eigenen Kartendienst. Das kündigte das Unternehmen vergangene Woche an.

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