Valley Talk: Schatzsuche im Rechner

kolumneValley Talk: Schatzsuche im Rechner

Bild vergrößern

Splunk hat sich darauf spezialisiert die Log-Daten des Computers zu entschlüsseln.

Kolumne von Matthias Hohensee

Ein deutscher Physiker will mit einem kalifornischen Startup die Geheimnisse der Computer-Logbücher entschlüsseln. Unter dem Schlagwort "Big Data" ist das derzeit ein großer Trend.

Als Guido Schröder 1999 für SAP ins Silicon Valley ging, um von Palo Alto aus internationale Softwareprojekte zu koordinieren, wollte er eigentlich nur ein Jahr bleiben. Doch inzwischen ist die Dekade überschritten. Und vor ein paar Monaten erst hat sich der gebürtige Paderborner einen großen Wunsch erfüllt: für ein typisches US-Startup zu arbeiten, dessen Mitarbeiterzahl mit rund 550 noch überschaubar ist – und das vor allem noch am Anfang eines großen Trends steht, den US-Marketingstrategen "Big Data" getauft haben.

Seit Anfang April ist der promovierte Physiker Produktchef bei Splunk. Der ungewöhnliche Name leitet sich vom englischen Begriff für Höhlenforschung ab. Nur steigt Splunks Software nicht in irdische Höhlen hinab, sondern in die Tiefen des Logbuchs von Computern. So wie Google die Wissensflut des Internets durchforstet, bereitet Splunk all das auf, was die Maschinen während ihres Betriebs aufzeichnen.

Anzeige

Logdaten können wichtige Informationen enthalten

Meist sind das kryptische Daten- und Textkolonnen. Sie lassen sich von Laien nur schwer entziffern, können aber wichtige Informationen enthalten: etwa ob ein Server beim Start Probleme hat und ausgetauscht werden muss. Oder ob ein Kauf per Kreditkarte verdächtig scheint, weil er von China oder Osteuropa aus initiiert wurde.

Für einzelne Analysen gibt es längst Spezialprogramme. Splunk aber versucht, wie einst Google, nun den ganz großen Wurf: alles zu erfassen, auszuwerten und miteinander zu verknüpfen: Big Data eben. Während Schröders Ex-Arbeitgeber SAP mit dem Ziel antrat, Geschäftsvorgänge möglichst global elektronisch abzubilden, will Splunk nun Ähnliches mit der Interpretation der Daten wiederholen. 4000 Kunden hat das Unternehmen schon, darunter Deutsche Bank, Deutsche Post und Deutsche Telekom.

Der Markt für die Analyse von Logdaten wird gigantisch. Schon jetzt ist klar, dass das Gebabbel der Maschinen das Datenvolumen des traditionellen Internets schon bald überflügeln wird. Erst recht, wenn dank des neuen Internet-Protokolls IPv6 bald jedes Gerät – ob Kaffeemaschine, Smartphone oder Auto – eine eigene Internet-Adresse bekommen kann und so das Internet der Dinge Gestalt annimmt.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%