Valley Talk: T-Mobile legt in den USA eine riskante Wende hin

kolumneValley Talk: T-Mobile legt in den USA eine riskante Wende hin

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Blick auf eine Filiale von T-Mobile in New York. Die Telekom-Tochter wächst wieder und hat im dritten Quartal 672 000 Neukunden zugelegt.

Kolumne von Matthias Hohensee

Lange galt T-Mobile USA als unrettbar. Dann gelang dem neuen Chef die Trendwende: Mit Offerten, von denen deutsche Telekom-Kunden nur träumen können.

Der Kauf der US-Telefongesellschaft Voicestream im Jahr 2001 für überteuerte 39,4 Milliarden Dollar ebnete einst die Karriere des damaligen Mobilfunkchefs René Obermann im Telekom-Konzern. Doch die Kraft der viel gelobten Wachstumslokomotive hielt nicht lange. Stattdessen bremste die US-Tochter wegen hoher Investitionen für den Netzausbau den ganzen Konzern.

Später, als Telekom-Chef, versuchte Obermann jahrelang, die lästige Tochter wieder loszuwerden. Doch auch der letzte Verkaufsversuch an den Mobilfunkriesen AT&T scheiterte. Die US-Wettbewerbshüter stoppten 2011 den Verkauf. Für die Aktionäre der Deutschen Telekom AG war das eine bittere Pille. T-Mobile USA galt als unrettbar.

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Für die US-Konsumenten war das Verkaufsverbot ein Segen, wie sich mittlerweile zeigt. Vielleicht sogar für die Telekom. Denn seit der soeben von der Konzernspitze abgetretene Obermann den kreativen Freigeist John Legere im September 2012 als Chef von T-Mobile USA installierte, hat sich die Telekom-Tochter vom Nachzügler zum Tarifinnovator und Preisbrecher gewandelt.

Legere, der am liebsten in Turnschuhen, Jeans und T-Shirts in der Konzernfarbe Magenta auftritt (auf der Computermesse CES in Las Vegas wurde er in dem Outfit gerade von der AT&T-Messeparty verwiesen), entkoppelte Handy und Tarif. Wer von der Konkurrenz zu T-Mobile wechselt, den belohnt der Ex-Chef des Breitbandanbieters Global Crossing mit markant günstigeren Tarifen.

Alternativ gewährt Legere Preisnachlässe für populäre Smartphones wie Apples iPhone und Samsungs Galaxy S4. Schließlich kappte er die absurd hohen Kosten für Telefonate im Ausland und das Surfen im Netz. Seit Ende Oktober bezahlen US-Kunden von T-Mobile im Ausland nur noch 20 Cent pro Gesprächsminute – im Gegensatz zu AT&Ts 1,50 Dollar.

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