Valley Talk: Yelp expandiert mit wackeligem Geschäftsmodell

Valley Talk: Yelp expandiert mit wackeligem Geschäftsmodell

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Eine Yelp-Seite.

von Matthias Hohensee

Das US-Bewertungsportal Yelp hat eine Offerte von Google ausgeschlagen und will nun Facebooks Erfolg in Deutschland wiederholen. Für den hiesigen Wettbewerber Qype drohen harte Zeiten - oder sogar goldene.

Jeremy Stoppelman hatte schon, wovon viele Internet-Gründer -träumen: ein millionenschweres Übernahmeangebot von Google. Bis zu einer halben Milliarde Dollar bot der Suchkonzern Ende vergangenen Jahres, um die von Stoppelman und seinem Geschäftspartner Russel Simmons gegründete Bewertungsseite Yelp zu kaufen. Nicht schlecht für ein Unternehmen, das seit der Gründung 2004 Verluste schreibt. Auch Microsoft war an dem populären Angebot interessiert, auf der Nutzer ihre Erfahrungen mit Hotels, Restaurants, Fitnessklubs, Autohändlern oder Immobilienmaklern in ihrer Region publizieren.

Es wäre zudem ein eleganter Abgang gewesen. Denn so gern die Inhalte auf Yelp gelesen werden, das Geschäftsmodell dahinter ist ziemlich wackelig. Geschäfte, die auf Yelp gut wegkommen, müssen auf der Web-Seite keine Werbung mehr schalten – was gibt es Besseres als das Lob der Nutzer. Und wer von Kommentatoren wegen miesen Services verrissen wird, bucht erst recht nicht. Statt dessen lässt mancher Händler gar seinen Zorn an Yelps Anzeigenverkäufern aus.

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Eigene Mühen werden nciht gescheut

In den USA haben Unternehmer, denen angeboten worden war, gegen Gebühr die schlechten Bewertungen bei Yelp weniger prominent zu platzieren, gar eine Sammelklage angestrengt. Sie fühlten sich erpresst.

Umso erstaunlicher, dass Yelp-Chef Stoppelman die Google-Offerte ausschlug. Stattdessen nahm er das Angebot der Silicon-Valley-Investmentfirma Elevation Partner an, ihm bis zu 100 Millionen Dollar für die internationale Expansion von Yelp bereitzustellen. Ihre Firma, so versprach Elevation-Partner Marc Bodnick den Gründern, würde dadurch noch viel wertvoller werden. Für Bodnick ist Yelp eine Perle, die ihre besten Zeiten noch vor sich hat und mit lokaler Werbung prosperieren wird.

In Großbritannien und Irland ist Yelp bereits aktiv, Frankreich folgte gerade. Nun hat Stoppelman Deutschland im Visier – den Heimatmarkt des Konkurrenten Qype. Die Yelp-Gründer und ihre Geldgeber hoffen, den Erfolg von Facebook wiederholen zu können. Denn nachdem eine Übernahme des Konkurrenten StudiVZ scheiterte, hatte Facebook sein deutsches Geschäft kurzerhand selber aufgebaut. Seither liefern sich die beiden Netzwerke ein verbissenes Kopf-an-Kopf-Rennen.

Doch so zügig wie bei Facebook wird es bei Yelp gegen Qype nicht gehen. Denn noch ist Yelp in Deutschland bei Weitem nicht so bekannt, wie es Facebook bei seinem Start war. Ein Kauf von Qype wäre da der deutlich einfachere Weg. Doch Stoppelman ist bekannt dafür, dass er eigene Mühen nicht scheut.

Sonst wäre er längst schon in den Hafen von Google oder Microsoft eingelaufen.

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