Verbraucherdaten: Kritik an Schufas Facebook-Spionageplänen

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Verbraucherdaten: Kritik an Schufas Facebook-Spionageplänen

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Die Schufa will öffentliche Daten aus sozialen Netzwerken wie Facebook für Statistiken nutzen.

Gezielte Informationen über Verbraucher will Deutschlands größte Auskunftei demnächst über soziale Netzwerke gewinnen. Daten- und Verbraucherschützer schlagen bei diesen Plänen Alarm.

Die Schufa könnte bald auch im Internet die Kreditwürdigkeit von Millionen Deutschen durchleuchten. Die Auskunftei lässt derzeit untersuchen, wie sie in sozialen Netzwerken wie Facebook Informationen über Verbraucher sammeln kann. Mit der Schufa kommen Verbraucher immer dann in Berührung, wenn sie zum Beispiel einen Kredit beantragen oder einen Mietvertrag abschließen - und Bank oder Vermieter die berühmte „Schufa-Auskunft“ verlangen.

Damit wollen sie herausfinden, ob der Vertragspartner solvent ist - oder fast pleite. Die Schufa bestätigte am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd Medienberichte, wonach es solche Pläne gibt.

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Das Wiesbadener Unternehmen begründet seine Onlineaktivitäten mit rein wissenschaftlichem Interesse: Die Auskunftei wolle mit dem Projekt, das sie sich nach NDR-Informationen 200.000 Euro kosten lässt, lediglich einen „Beitrag zur öffentlichen Diskussion über das Internet leisten“, sagte Schufa-Sprecher Andreas Lehmann. Deshalb habe sie das Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam (HPI) beauftragt, Projektvorschläge zu entwickeln.

Informationen dank Facebook-Profil

Dass die im Internet gewonnenen Daten künftig auch systematisch zur Bonitätseinstufung der rund 66 Millionen bei der Schufa registrierten Menschen genutzt werden könnten, wollte der Sprecher der Auskunftei nicht bestätigen. In den Dokumenten werden neben Facebook auch berufliche Netzwerke wie Xing oder LinkedIn, Personensuchmaschinen wie Yasni, Geodatendienste wie Google Streetview sowie Mitarbeiterverzeichnisse von Unternehmen aufgeführt, aus denen Daten gewonnen werden könnten.

Die Beschäftigung mit dem Internet geschehe zunächst „im streng wissenschaftlich-analytischen Rahmen“, als „Grundlagenforschung“, die ergebnisoffen betrieben werde. Dass es in Wahrheit jedoch bald darum gehen könnte, persönliche Beziehungen zwischen Internetnutzern und weiteren im Facebook-Profil hinterlegten Informationen sowie Textbeiträgen zur Bewertung der Kreditwürdigkeit zu nutzen, fürchten nicht nur Datenschützer wie der schleswig-holsteinische Landesdatenschutzbeauftragte Thilo Weichert. Er vermute, „dass Informationen, die beiläufig ins Netz gestellt worden sind, systematisiert werden sollen“, sagte Weichert der Zeitung „Die Welt“.

Intern macht die Auskunftei aus dem eigentlichen Ziel ihrer Onlineaktivitäten offenbar keinen Hehl. In einem vertraulichen Dokument, aus dem der NDR im Internet zitiert, heißt es: „Aus dem Web generierte Informationen“ sollten „durch Schufa mit anderen Informationen verknüpft und aus Business-Sicht bewertet“ werden.

„Auf diesem Weg soll ein Pool von aus dem Internet generierten und regelmäßig aktualisierten Informationen entstehen, der von der Schufa für existierende und künftige Produkte eingesetzt werden soll“, heißt es laut Bericht in dem Dokument weiter.

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