Vernetzung im Haushalt: Wenn Hacker Luxustoiletten manipulieren

Vernetzung im Haushalt: Wenn Hacker Luxustoiletten manipulieren

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Ein Hacker arbeitet an seinem Rechner in Taipei.

Von unten strömt plötzlich das Wasser und schreckt jene hoch, die eigentlich gerade ein Geschäft erledigen wollen. Vorbei ist der Stuhlgang. Eine japanische Firma hat eine Sicherheitslücke bei der Steuerungssoftware von Luxustoiletten entdeckt.

Das Internet der Dinge wird gemeinhin als das etwas Positives bezeichnet. Dass wir von überall mit dem Smartphone die Temperatur unserer Heizung einstellen und kontrollieren können, ob die Herdplatte ausgeschaltet ist, ist überaus praktisch. Inzwischen lassen sich sogar Toiletten über das Netz steuern. Ärgerlicherweise ist dem japanischen Unternehmen Lixil nun ein Fehler in der Sicherheitssoftware untergekommen, wie Spiegel Online berichtet.

Das Prinzip der Edel-Toiletten ist simpel. Die einige tausend Euro teuren Geräte lassen sich über eine extra entwickelte App steuern. Dafür muss eine Pin in die App eingegeben werden, die sich aktuell leider noch nicht ändern lässt. Der Code zum WC lautet im Moment für jede Toilette „0000“. Jeder, der die entsprechende App besitzt und sich in Funkreichweite aufhält, kann also die Web-Toilette steuern. Herausgekommen ist der Fehler durch eine Überprüfung des Sicherheitsunternehmens Trustwave. Lixil selbst hat sich zu der Geschichte noch nicht geäußert.

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Dem Schabernack, den Hacker nun treiben können, sind kaum Grenzen gesetzt. Plötzlich laut die Musik im Bad andrehen, ununterbrochen die Spülung laufen lassen und so den Wasserverbrauch in die Höhe treiben, sind nur zwei Beispiele. Außerdem wird durch die unsichere App ein Zugriff auf die Daten möglich. Und ganz ehrlich: Wer will schon, dass Außenstehende wissen, wie es um den eigenen Urin bestellt ist?

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Was soweit ganz amüsant klingt, ist eigentlich eine verheerende Geschichte. Sie zeigt, wie die Innovationskraft im Bereich Vernetzung schneller voranschreitet als die IT-Sicherheit bei Softwareunternehmen, die am Ende die Apps zur Steuerung programmieren. Gedrängt von den schnellen Entwicklungen am Markt, bleibt am Ende wohl viel zu oft die Sicherheit auf der Strecke.

Die stärker voranschreitende Vernetzung der Geräte im Haushalt wird dazu führen, dass immer häufiger Hacker auch von dort Informationen abgreifen – und nicht mehr nur noch vom Computer. Licht an und aus, Heizung warm oder kalt. Fernsehprogramme speichern und so weiter – auf all das könnten Hacker theoretisch Zugriff haben. Zum Großteil über den Speicherplatz in der Cloud.

Dabei lassen sich einfache Datensätze immer mit anderen korrelieren, was dann zu ganz neuen Ergebnissen führt. So haben Wissenschaftler der Fachhochschule Münster herausgefunden, dass sich über den Stromverbrauch das gesehene Fernsehprogramm ableiten lässt. Von der Urinmenge ließe sich zum Beispiel auf Krankheiten zurückschließen. Oder vom Wasserverbrauch, ob gerade jemand zu Hause ist oder nicht.

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