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Videoportal Youtube: Themenkanäle für das Fernsehen von morgen

Quelle: Handelsblatt Online

Youtube will die Zuschauer mit professionell produzierten Inhalten locken. Das Videoportal startet auch in Deutschland mehrere Themenkanäle. Damit arbeitet die Google-Tochter an den Spartensendern von morgen.

Philips 42PFL6907K

Sein Displayrahmen ist so dünn, dass das TV-Bild des neuen Philips vor der Wand zu schweben scheint. Das Ambilight-Hintergrundlicht, dessen Farbe sich an den Bildinhalt anpasst, verstärkt diesen Effekt noch.

1400 Euro

Bild: Presse

Youtube will Fernsehen machen – jetzt auch in Deutschland: Das Videoportal startet bis Ende des Jahres 60 neue Themenkanäle, darunter zwölf in deutscher Sprache. Es setzt dabei auf Comedy und Unterhaltung, Sport und Autos. Bereits vor einem Jahr hatte die Google-Tochter 100 Kanäle eingerichtet, für die sie große Namen wie Pop-Legende Madonna und den Basketballer Shaquille O’Neal gewinnen konnte. Mit diesem Experiment zeigt das Portal, dass es mehr professionell produzierte und thematisch sortierte Inhalte anbieten will, die höhere Werbeeinahmen versprechen. Erst in der vergangenen Woche hatte Youtube die Debatte der amerikanischen Präsidentschaftskandidaten per Stream live übertragen.

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Youtube als klassischer Spartensender

Neue Fernsehwelt

  • Programmdirektor Google

    Gemeinsam im Kreis der Familie um 20 Uhr die „Tagesschau“ angucken – die Fernsehsender verlieren ihr Privileg, mit einem festen Programmschema den Alltag der Zuschauer zu bestimmen. Der Zuschauer wählt künftig selbst je nach Stimmungslage und Zeitbudget eine geeignete Sendung aus und vertraut darauf, dass Suchmaschinen wie Google ihm aus einer kaum noch überblickenden Zahl von Programmen das Gewünschte herauspicken.

  • Entmachtete Netzbetreiber

    Bisher entschieden die Deutsche Telekom oder Kabel Deutschland, welche TV-Programme sie in ihre Netze einspeisen. Mit der Verbreitung von superschnellen Verbindungen im Festnetz und Mobilfunk lässt sich Fernsehen auch direkt über das Internet übertragen. IT-Dienstleister sorgen mit riesigen Rechnerparks dafür, dass auch große Datenpakete wie Live-Bilder von der Fußball-Bundesliga ohne Ruckeln auf Computer- oder Fernsehschirmen ankommen.

  • Gerätehersteller in Zugzwang

    Bisher zappen die Zuschauer mit der Fernbedienung durch die Programme. Künftig übernehmen Betriebssysteme wie Googles Android und Apples iOS auch das Kommando über den Fernseher. Die auf den Smartphones so populären Apps tauchen auch auf dem Bildschirm auf und führen die bisher strikt getrennten Computer- und TV-Welten zusammen. Statt mit der Fernbedienung steuert der Zuschauer Programme mit seiner Stimme oder durch Körperbewegungen an.

Bei den neuen Kanälen verfolgt Google eine bewährte Strategie. Die größtenteils kurzen Videos stammen allesamt nicht vom Internet-Riesen selbst, sondern von Partnern. Der Youtube-Kanal „Heartbeat Berlin“ wird etwa von der RTL-Produktionsfirma UFA/Fremantle betrieben – hier soll es um „global relevante Trends und urbanen Zeitgeist“ gehen. Für den Kanal „Ponk“ werden Comedy-Clips in einer Kölner Wohngemeinschaft gedreht, bei „Happy & Fit“ geht es um Gesundheit und Wohlbefinden. Mit Blick auf britische Zuschauer konnte Youtube beispielsweise den Starkoch Jamie Oliver und den öffentlich-rechtlichen Medienriesen BBC gewinnen. Als Konkurrenz zum klassischen Fernsehen will Youtube sein Angebot nicht verstanden wissen. „Unsere Strategie ist, zu schauen, welche Interessen es in der Welt gibt, die im Fernsehen unterrepräsentiert sind, und sie zu bedienen. Wir suchen gezielt nach diesen "weißen Flecken", in denen es heute kein Angebot gibt“, sagte Youtube-Manager Robert Kyncl der Nachrichtenagentur dpa zum Start der Kanäle in Deutschland.

Allerdings spielt Youtube in der Fernsehstrategie von Google eine wichtige Rolle. Immer mehr TV-Geräte haben selbst einen Internetzugang oder können über Set-Top-Boxen online gehen. Deswegen hat der Konzern ein Betriebssystem entwickelt, das diese Geräte internettauglich macht. Google-Produkte wie Youtube und der Browser Chrome sind in Google TV ganz eng eingebunden und erreichen so auch die Nutzer vor dem großen Bildschirm. Von der Couch aus sehen die Original-Kanäle von Youtube aus wie klassische Spartensender.

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