Volumenbeschränkung bei der Telekom: Sinnvoll oder eine Einschränkung der Netzfreiheit?

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Volumenbeschränkung bei der Telekom: Sinnvoll oder eine Einschränkung der Netzfreiheit?

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Unbegrenzt surfen: Mit den neuen Tarifen der Telekom ist das bald nicht mehr möglich. Der Telefonriese baut Volumenbeschränkungen in seine Verträge ein. Das sorgt für Kritik von vielen Seiten.

von Felix Ehrenfried

Ab 75 Gigabyte wird es langsam in der Leitung. Vom 2. Mai an wird die Telekom DSL-Verträge mit einer Volumenbeschränkung ausliefern. Was das für Kunden, Konkurrenz und die Freiheit im Netz bedeutet.

Ein Aufschrei ging durch das deutschsprachige Internet als die Deutsche Telekom am Montagabend verkündete: Unsere DSL-Tarife werden in Zukunft eine Volumenbeschränkung haben. Vorbei die Zeiten von unbegrenzter Internetnutzung. Über jedem Klick auf ein Youtube-Video hängt wie ein Damokles-Schwert die Datengrenze, Internetexperte Sascha Lobo betitelte seine Spiegel-Kolumne sogar mit "Die Telekom erdrosselt das Internet". Doch ist die Einführung von Tarifen mit einer Datenbegrenzung wirklich so schlimm?

Das lässt sich nicht eindeutig beantworten, im Kern geht es aber um zwei Fragen. Die erste lautet: Reichen die Volumenbegrenzungen für die eigene Internetnutzung aus?

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Inwieweit die neuen Begrenzungen den privaten Verbraucher einschränken können, ist fraglich. Die Telekom erklärt, dass ihr kleinster Tarif mit 75 GB Datenvolumen für Surfen, Emailschreiben, zehn Filme in normaler Auflösung, drei HD-Filme, 60 Stunden Internetradio, 400 Bilder und mehrere Stunden Online-Games pro Monat ausreicht. Das klingt zunächst nach wenig Einschränkung, ist jedoch auch nur eine Beispielrechnung.

Sobald mehrere Benutzer über einen Anschluss ins Netz gehen, können die 75 GB schnell verbraucht sein. Wohngemeinschaften oder Familien mit Kindern sind also schon einmal per se benachteiligt. Außerdem ist der intensive Gebrauch von Videoportalen wie Youtube nicht in der Rechnung miteinbezogen, wobei gerade das Streamen von Videos einer der datenintensivsten Dienste im Internet ist.

Eine Studie des IT-Unternehmens Cisco hat außerdem herausgefunden, dass der private Datenverbrauch von Westeuropäern im Netz bis 2016 jährlich um 30 Prozent steigen wird. Wem das Datenvolumen heute also noch ausreicht, könnte in Zukunft schnell an der Obergrenze kratzen.

Bei all dieser Kritik läuft der magentafarbene Telefonriese schnell in die Gefahr, zahlreiche Kunden an Mitbewerber zu verlieren. Angebote gibt es genug. Vodafone erklärt gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: „Wir haben keine Pläne, die DSL-Geschwindigkeit unserer Kunden zu drosseln.“ Auch der Anbieter Unitymedia Kabel Baden-Württemberg will bei den neuen Tarifen nicht mitziehen. "Wir werden 400 MBit/s ohne Drosselung anbieten", erklärte ein Unternehmenssprecher gegenüber dem IT-Portal Golem.de.

Daneben bietet der zunehmende Ausbau des mobilen Internets via Smartphone und Tablet Alternativen zu einem herkömmlichen DSL-Anschluss zu Hause. Die Initiative D21, die sich für eine Digitalisierung der Gesellschaft einsetzt, hat in einer Umfrage festgestellt: 2013 nutzen bereits 40 Prozent der Deutschen mobiles Internet. Gegenüber 2012 ist das eine Steigerung von 27 Prozent.

Auch wenn im Mobilfunkbereich Voluminabeschränkungen Standard sind, wird der harte Wettbewerb unter Mobilfunkbetreibern zu weiteren Kostensenkungen und besseren Angeboten führen. Ob man dann bei ähnlichem Leistungsumfang einen kabelgebundenen DSL-Anschluss dem mobilen Internet vorzieht, ist fraglich.

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