Von Nullen und Einsen: Besser bezahlen im Netz

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Geld- und Kundenkarten von easycash unter einer Lupe

Kolumne von Ben Schwan

Wer im Internet einkaufen will, hat zahlreiche Möglichkeiten, seine Rechnungen Waren zu begleichen. Wie jüngste Sicherheitsprobleme zeigen, ist Bezahlsystem aber nicht gleich Bezahlsystem. wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan mit Tipps, wie man Risiken minimiert und gleichzeitig bequem im Netz bezahlen kann.

Kürzlich berichtete ein Nachrichtensender über Merkwürdigkeiten rund um den Bezahldienst "Sofortüberweisung.de". Es hatte sich gezeigt, dass die Software des Anbieters - dem Nutzer vorab Zugangs-PIN samt gültiger TAN für ihr Online-Banking übermitteln müssen, damit die Sache funktioniert - auch noch einen Blick auf Kontostand samt früheren Buchungen wirft, jedenfalls bei mindestens 30 Prozent aller Transaktionen.

Das Unternehmen beeilte sich zu betonen, dass dies ja nur automatisiert geschehe und kein Mitarbeiter der Firma diese Daten jemals zu Gesicht bekäme. Der Imageschaden war allerdings schon angerichtet, zumal der Anbieter dieses Verhalten nicht einmal ändern will, sondern nun eigentlich nur seine Datenschutzhinweise "noch eindeutiger" formulieren möchte.

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Sofortüberweisung.de ist in Deutschland im Kommen: Diverse Shops bekannter Marken nutzen den Service. Der Grund dafür ist aus Verbrauchersicht jedoch nicht nur positiv: Da der Dienst direkten Zugriff auf das Online-Banking des Kunden hat und dort eine richtige Überweisung losschickt, kann diese auch nicht mehr so einfach zurückgeholt werden - man müsste dazu ganz schnell die Bank anrufen. Lastbuchungen wären dagegen noch Wochen später stornierbar, Kreditkartenzahlungen ebenso. Sollte das Produkt also nicht dem Wunsch entsprechen, kann man nur auf tadelloses Verhalten des Händlers hoffen, ihm sein Geld auf anderem Weg aber nicht so leicht entziehen - schließlich ist Sofortüberweisung.de eine Art Vorkasse. (Der Dienst bietet mittlerweile allerdings auch einen Käuferschutz an, den jedoch nicht jeder Händler verwendet.)

Allerlei Wirrwarr

Auch mögen die Banken, die mit Giropay ihren eigenen Konkurrenzdienst aufgesetzt haben, Sofortüberweisung.de nicht besonders, weil in ihren AGB unter anderem steht, dass man PIN und TAN keinesfalls Dritten übermitteln soll, was ja auch sicherheitstechnisch höchst logisch klingt. Sofortüberweisung.de entgegnet dem mit einem Versicherungsversprechen und dem Hinweis, es sei noch nie zu betrügerischen Buchungen gekommen.

Bei all dem Wirrwarr stellt sich die Frage, ob man solche Dienste überhaupt braucht. Denn: Wenn mich eines wundert, dann die Tatsache, dass die Kreditkarte als Zahlungsmittel im Internet in Deutschland so einen miesen Ruf hat. "Die Daten werden einem dauernd geklaut", heißt es dann beispielsweise mit Verweis auf irgendwelche Riesenhacks. Oder: "Irgendwie fühle ich mich damit nicht wohl und es zu kompliziert." Dabei gibt es, wenn man einmal ehrlich ist, eigentlich nichts Einfacheres, als seine Nummer einzutippen, Namen, Ablaufdaten und gegebenenfalls noch Sicherheitscode dazu - fertig.

Das Schöne an der Zahlung per Kreditkarte ist außerdem, dass man, sollte man sich nicht auf hochverzinsliche Teilzahlungsspielchen einlassen, über den Verfügungsrahmen einen zinslosen Kredit von bis zu 30 Tagen erhält - bei mancher Karte sogar mehr. Und, was noch viel wichtiger ist: Kreditkarten sind seit Jahr und Tag darauf angelegt, dass es einfach ist, betrügerische Buchungen abzulehnen. Dazu reichen heutzutage in vielen Fällen wenige Mausklicks, weil die entsprechende Funktion direkt ins Online-Banking integriert wurde.

Banken kehren Beweislast um

Wichtig bei Kreditkartenzahlungen bleibt allerdings, dass man stets einen Blick auf die laufenden Buchungen wirft - am besten, wenn es die Zeit zulässt, täglich oder mindestens wöchentlich. So lassen sich Probleme schnell erkennen und Karten notfalls sperren. Es gibt kaum mehr eine Bank, die laufende Buchungen nicht online präsentiert. (Und wo wir gerade dabei sind: Dieses Überprüfungsverhalten sollte selbstverständlich auch für das Girokonto gelten, um betrügerische Lastschriften, EC-Kartenbetrug und ähnlichen Ärger zu vermeiden - inklusive abschließendem Blick auf den Papierauszug.)

Was mir allerdings weniger zusagt, sind neue Verifikationsverfahren wie "Verified by Visa" oder "Secure Code". Zwar versprechen sie auf den ersten Blick, Kreditkartenzahlungen noch sicherer zu machen. Doch der zusätzliche Authentifizierungsschritt scheint manche Bank dazu zu verlocken, die Beweislast bei betrügerischen Buchungen umzukehren, gelten die Systeme doch derzeit als sicher. Stellt sich im Nachhinein heraus, dass das nicht so war, hat man den Salat. Da ist mir die potenziell weniger sichere Methode mit einer jederzeit verfügbaren Ablehnbarkeit deutlich lieber. Will man partout keine Kreditkarten nutzen, bleibt noch die Lastschrift als ebenfalls kundenfreundliche Alternative, die allerdings Händler aufgrund der Möglichkeit der schnellen Rücklastschrift ungern verwenden - oder alternative Zahlungswege wie PayPal oder Click & Buy, die auf Kreditkarte oder Lastschrift aufsetzen.

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