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Von Nullen und Einsen: Best-Case-Szenario

Von Nullen und Einsen: Facebooks drei Möglichkeiten

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Best-Case-Szenario

Es ist ein klassisches Beuteschema: Facebook übernimmt ein Start-up, das dazugehörige Personal und schließt daraufhin den ursprünglichen Dienst der übernommenen Internetfirma. Neuestes Beispiel: der Bookmark-Dienstleister Spool, der ab sofort unter dem Flagge Facebook weitermacht. Der eigene Dienst wird eingestellt, die Nutzer erhielten die letzte Mail am 14. Juni.

Der Fall Spool reiht sich in eine lange Tradition von Facebook-Akquisitonen ein, bei denen das große Social-Network es vor allem auf das Können des Personals abgesehen hat. Von der übernommenen Firma bleibt oft nicht mehr als der Blogeintrag: "Tschüss Leute, wir sind dann mal bei Facebook."

Bild: Screenshot

Beginnen wir mit dem Best-Case-Szenario. Damit es dazu kommt, muss sich allerdings einiges tun. Zunächst sollte Facebook das aktuelle Web-2.0-IPO-Verliererimage loswerden. Das wird nicht einfach, wenn man sich die Klassenkameraden dieser Börsengeneration anschaut: Comeback-Kids wie LinkedIn sind selten, während Absteiger wie Zynga oder Groupon die Regel zu sein scheinen. Vulgo: Das Börsenumfeld ist unschön. Aber immerhin ist Facebook profitabel, was höchst hilfreich sein dürfte.

Auf geschäftlicher Seite muss es Facebook gelingen, der Welt zu beweisen, dass sich Reklame in dem sozialen Netzwerk lohnt. Hier gibt es immer wieder Zweifel, auch weil der Konzern erstaunlicherweise weniger Daten an Werbetreibende liefert als zum Beispiel Google. Die Kleinteiligkeit der zu erreichenden Zielgruppen mag zwar in speziellen Fällen eine feine Sache sein, doch für Markenartikler ist sie nicht hilfreich.

Zudem gibt es bei Facebook stets genügend Möglichkeiten, überhaupt kein Geld als kommerzielles Unternehmen zu lassen: Eine hübsche Fanseite kann jeder einstellen.

Von Nullen und Einsen Der User mal nicht als Produkt

Facebook und Co. müssen Umsätze generieren. Durch Werbefinanzierung drohen Kollateralschäden bei den Nutzern. Ein neuer Anbieter probiert die Gegenstrategie.

Von Nullen und Einsen: Ein Bezahl-Netzwerk ohne Werbung

Facebook ist aber dabei, aggressiver zu werden, was die Vermarktung von Werbeflächen anbetrifft. So soll beispielsweise der Newsfeed genutzt werden. All das hat aber wieder Auswirkungen auf die Nutzererfahrung: Die User sind es gewöhnt, von Reklame auf der Seite nicht totgenervt zu werden. Nimmt sie zu, könnte es auch zu Abwanderungen kommen.

Und dann wäre da noch das aktuelle Hauptproblem in Facebooks Geschäftsmodell: Im Mobilbereich wird noch so gut wie kein Cent verdient, obwohl mittlerweile ein Gutteil der User das soziale Netzwerk auf iPhone und Co. konsumiert. Auch hier gibt es Versuche, mehr Werbeflächen (beziehungsweise überhaupt welche) einzurichten.

Teilweise müssen sich Nutzer auch hier auf ein aggressives Vorgehen einstellen - angedacht ist beispielsweise Geotargeting, also Reklame basierend auf dem aktuellen Ort des Users. (So will Facebook dann beispielsweise neue Kunden in Läden locken, die dann direkt kaufen sollen.)

Geht alles gut, wird aus Facebook ein zweites Google - und zwar insbesondere, wenn die Nutzerzahlen weiter stark wachsen.

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