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kolumneVon Nullen und Einsen: Ein Jahr der Tops, ein Jahr der Flops

Kolumne von Ben Schwan

Wie war das Digitaljahr 2012? Vielleicht hilft es, eine ganz persönliche Bilanz zu ziehen. WirtschaftsWoche-Online-Technikkolumnist Ben Schwan versucht es: Seine informationstechnischen Tops und Flops des Jahres.

Das Digitaljahr 2012 hatte seine Höhen und Tiefen - Eine davon stellte Twitters Wandlung hin zum Portal dar Quelle: dpa
Das Digitaljahr 2012 hatte seine Höhen und Tiefen - Eine davon stellte Twitters Wandlung hin zum Portal dar Quelle: dpa

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Eigentlich will ich mich ja nicht beschweren. Ich lebe in einer gut geheizten Behausung mit schönem Ausblick. Mein Internet-Zugang ist ausreichend breitbandig dimensioniert. Meine Rechnerhardware arbeitet zuverlässig und die Lieblingsgadgets ebenfalls. Meistens jedenfalls.

Womit wir beim Thema wären: das Digitaljahr 2012. Neben zahlreichen Highlights gab es auch jede Menge Tiefpunkte - und beides verdient, gewürdigt zu werden. Diese ganz persönliche Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie gibt nur das wieder, was mich ganz persönlich in diesem Technikjahr besonders aufgeregt oder erfreut hat. Wie es bei Ihnen war, können Sie mir gerne in den Kommentaren berichten.

Flop 1: Twitters Metamorphosen

Twitter ist nach wie vor ein Phänomen - als Kommunikationsmedium, als Nachrichtenquelle, schlicht und ergreifend als Community. Während man bei Facebook ständig das Gefühl hat, man verrate der Social-Media-Datenkrake zu viel, geben die 140 Zeichen des Kurznachrichtendienstes Nutzern das Gefühl, mehr Kontrolle über ihren Output zu haben. Aus diesem Grund ist es schwer verständlich, dass Twitter das Jahr 2012 hauptsächlich damit verbrachte, eine Art zweites Facebook zu werden.

Julia Klöckner

Bei der Bundesversammlung 2009 twitterte die CDU-Abgeordnete Julia Klöckner: "Leute ihr könnt wieder Fußball gucken. Wahlgang hat geklappt.“ Das Problem daran: Das offizielle Ergebnis vom Erfolg für Köhler wurde erst 15 Minuten später bekannt gegeben. Klöckner war Mitglied der Zählkommission. Sie verzichtete in der Folge auf das Amt der Schriftführerin des Parlamentes.

Bild: dpa

Es wird versucht, möglichst viele Aktivitäten auf die eigene Homepage und die eigenen Client-Programme umzuleiten, während die in den vergangenen Jahren so umtriebige und für User extrem nützliche Entwicklerszene ausgehungert wird. Man bekommt von Twitter mittlerweile Dinge, die man gar nicht braucht. Anstatt sich auf seine Rolle als Nachrichtenvermittler und Infrastruktur zu konzentrieren, wird Twitter zum Portal. Da hilft dann nur noch App.net.

Flop 2: Das Sägen an der Netzneutralität

Man kann es nicht oft genug betonen, wie wichtig die Netzneutralität für den Fortbestand der Innovationsmaschine Internet ist. Trotzdem machte die Politik im Jahr 2012 keinen Finger krumm, um sie zu schützen. Währenddessen sind die Netzbetreiber fröhlich dabei, das eigentlich einheitliche Netzwerk in passgenaue Scheibchen zu zerlegen, die man den Nutzern dann einzeln und für teures Geld verkaufen kann.

T-Mobile spendiert gegen Extrazahlung freie Bahn für Spotify, das im "normalen" Internet, wie wir es zuhause bislang gewohnt wären, keinen Cent extra für den Datenverkehr kosten würde. Bei Vodafone und diversen anderen Netzbetreibern angeblich so schneller Mobilnetze gibt es neben der üblichen Datendrossel Internet-Telefonie und andere "Geschenke" nur gegen Bezahlung oder in einem hochpreisigen Tarif. Kabel-Internet-Anbieter sind unterdessen dabei, den Datenverkehr zu analysieren und gegebenenfalls herunterzuschrauben. Neutral is' das nicht.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.01.2013, 17:54 Uhralter_ego

    Stimmt, die ständige redaktionelle Apple-Werbung nervt ungeheuer!

  • 03.01.2013, 03:15 Uhrhubertd

    Wie viel zahlt Apple eigentlich für das permanente, kostenlose Marketing. Es muss deutlich mehr sein als das was die Abonnenten reinbringen - anders kann ich die Verarsche nicht erklären.

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