Von Nullen und Einsen: Larry greift bei Google durch

kolumneVon Nullen und Einsen: Larry greift bei Google durch

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Google-Chef Larry Page holte sich Rat bei Steve Jobs.

Kolumne von Ben Schwan

Der neue Google-Chef Page geht ganz anders vor als sein Vorgänger Eric Schmidt. Statt den Internet-Riesen in zahllose Richtungen gleichzeitig zu entwickeln, versucht der Firmenmitbegründer es mit mehr Fokus. Dabei geht allerdings manch lieb gewonnenes Angebot zu Bruch, was Nutzer nervt. Die wesentlich wichtigere Frage, meint wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan, ist jedoch eine andere: Wer sind eigentlich Googles Kunden?

Man könnte meinen, Larry Page habe auf Steve Jobs gehört. Wer die Biografie des verstorbenen Apple-Chefs liest, kann darin eine Stelle finden, an der der große Innovator mit sich hadert, ob er dem neuen Google-Chef den einen oder anderen Tipp geben soll.

Ja, entscheidet sich Jobs schließlich, denn das hat Tradition im Silicon Valley, dass die alten Säcke in der IT der nächsten Generation etwas mitgeben. Dass Google Apples iPhone mit Android heftig ans Bein pinkelt, war für den mehrere Stunden dauernden Besuch von Page bei Jobs im Frühjahr 2011 deshalb nicht wichtig.

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Rat holen wollte der sich für seinen neuen Posten als Nachfolger von Eric Schmidt. Und Jobs hielt sich nicht zurück, wie Biograf Walter Isaacson berichtet.

"Wir sprachen viel über Fokus", so der Apple-Mitbegründer, "und gute Leute". Page müsse herausfinden, was Google wirklich wolle. "Derzeit seid ihr wie Kraut und Rüben. Was sind die fünf Produkte, auf die Du Dich konzentrieren willst? Werde den Rest los, denn der zieht Dich runter."

Lernen vom Altmeister

Mittlerweile zeigt sich, dass Larry Page die Tipps vom Altmeister verinnerlicht hat. Mit Google+ startete er ein soziales Netzwerk, das endlich das Potenzial hat, Facebook Konkurrenz zu machen. Und er setzte die Motorsäge an bei Produkten, die irgendwie ganz nett, aber nie wirklich erfolgreich waren.

Die letzte derartige Fällaktion fand vor wenigen Tagen beim Google Reader (GR) statt, einer für Newsjunkies höchst praktischen Web-Applikation, mit der sich RSS-Nachrichtenströme aus dem ganzen Web lesen lassen. Die Anwendung wurde optisch an den von Page ebenfalls eingeführten moderneren Google-Stil angepasst, was ja grundsätzlich nichts schlechtes ist.

Gleichzeitig fielen mit dieser als Optimierung verbrämten Maßnahme aber lieb gewonnene Funktionen weg: So kann man News nicht mehr in GR mit Freunden direkt teilen und muss das umständlich mit Google+ tun, auch weitere soziale Funktionen wie das Abonnieren der Lieblingsneuigkeiten anderer Menschen wurden rasiert. Zuvor waren schon weitere Dienste wie Blogger.com Google+ angenähert worden, das nun den unverrückbaren Mittelpunkt in Googles Anti-Facebook-Strategie bildet.

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