Von Nullen und Einsen: Rechnerflundern gegen Tablets

kolumneVon Nullen und Einsen: Rechnerflundern gegen Tablets

Kolumne von Ben Schwan

Die PC-Branche leidet zunehmend am Tablet-Boom: Statt Laptop kaufen sich immer mehr Menschen iPad und andere Flachmänner. Der Chipriese Intel, dessen Gewinne vom Rechnerverkauf maßgeblich abhängen, versucht daher weiter mit Macht, dünne und leichte Notebooks in den Markt zu drücken.

Der einstige PC-Branchenprimus Dell kann einem fast schon leidtun. Sein Finanzchef musste gegenüber enttäuschten Analysten zuletzt einräumen, dass das Notebook-Geschäft um insgesamt zehn Prozent geschrumpft sei. Man habe unter anderem feststellen müssen, das immer mehr Kunden ihr Geld in "alternative mobile Computergeräte" steckten. Was der gute Mann namens Brian Gladden mit diesem merkwürdigen Fachbegriff meint, sind Tablets wie Apples iPad, das bis Ende 2011 fast 70 Millionen Mal verkauft wurde. Statt klassischer Windows-PCs greifen viele nun zu Touchscreen-Flachmännern.

Der Chipriese Intel, dessen Gewinne maßgeblich vom traditionellen Rechnergeschäft abhängen, versucht deshalb seit dem letzten Jahr, eine neue PC-Generation mit dreistelligem Millionenaufwand in den Markt zu drücken. Die sogenannten Ultrabooks sind besonders flache und leichte Notebooks mit schnellen Prozessoren und möglichst wenig Ablenkung, wie man sie von herkömmlichen Windows-Maschinen kennt. Die erste Gerätegeneration kam im vierten Quartal 2011 auf den Markt, nun folgt, passend auch zu Intels neuer "Ivy Bridge"-Prozessorgeneration, rasch die zweite.

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Tablets kaum einzuholen

Bislang läuft das Geschäft vergleichsweise schleppend; die Kunden mögen die neuen Geräte zwar, doch der Tablet-Trend ist kaum zu stoppen. Gemeinerweise bekämpfen Intel und seine Partner Apple dabei gleich an doppelter Front: Neben dem iPad ist der Hauptrivale der Ultrabooks das MacBook Air der Apfelfirma. Dessen aktuelle Generation hat zwar mittlerweile wieder fast ein Jahr auf dem Buckel, doch erwarten Marktbeobachter noch im Sommer neue Geräte. Apple könnte neben den aktuellen Modellen mit 13 und sehr kompakten 11 Zoll Bildschirmdiagonale auch seine Profi-Laptops "airifizieren" - ihnen etwa das optische Laufwerk streichen und sie in ähnlich flache Gehäuse packen. Klar ist schon mal, dass der Computerkonzern Zugriff auf Intels "Ivy Bridge"-Prozessoren haben wird und hier das jeweils neueste nehmen könnte, ist er doch guter Kunden.

Doch die PC-Konkurrenz bemüht sich redlich. Beispiel HP: Dessen Spectre XT aus der "Envy"-Serie braucht sich vor einem MacBook Air nicht zu verstecken. Es präsentiert sich in einer klaren Formensprache, hat - im Gegensatz zum Apple-Vorbild - alle notwendigen Anschlüsse und wird mit einer Akkuladung mindestens acht Stunden durchhalten, wenn es im Juni auf den Markt kommt. Lobenswert auch, dass HP auf ein Ende der sogenannten Crapware setzt. Statt Demoversionen, die man mühsam wieder deinstallieren muss, werden nur wenige vollwertige Programme mitgeliefert - das Fotoprogramm Photoshop Elements und die Videobearbeitung Premiere Elements, beispielsweise. Selbst der Virenschutz von Symantec ist keine Trialware: Er hält mindestens zwei Jahre lang, kostenlos.

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Langsamer Chip reicht aus

Auch der japanische Elektronikkonzern Sony mischt im Ultrabook-Geschäft mittlerweile mit. Sein Vaio T11 erinnert mich an jene Mini-PCs, für die Sony vor Jahren berühmt war. Das 12-Zoll-Gerät verfügt sogar noch über einen VGA-Anschluss, so dass man für Projektoren keine Adapter braucht, die Kombifestplatte aus Magnet- und Flash-Speicher hat mehr Platz als normale Ultrabooks mit SSD. Der mit 700 Euro attraktive Preis ist allerdings auch der Tatsache geschuldet, dass in dem Gerät noch ein langsamerer Core-i3-Chip spielt. Da Ultrabooks aber Alltagsgeräte sind, auf denen man keine 3D-Filme erstellen will, reicht das durchaus aus.

Dass Ultrabooks auch Power haben können, zeigt dagegen der TimelineU von Acer, den man in seiner Topversion für knapp 1200 Euro inklusive schicker "Kepler"-Grafikkarte bekommt. Diese erlaubt auch die Nutzung neuerer Spiele. Dafür ist der TimelineU aber fast kein Ultrabook mehr: Mit 2,3 Kilo will man ihn vermutlich weniger häufig herumtragen als andere Rechenflundern, die deutlich unter 2 Kilo wiegen.

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