Von Nullen und Einsen: Schnell mal gebloggt

kolumneVon Nullen und Einsen: Schnell mal gebloggt

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Logos der beiden populären Blogdienste Tumblr und Wordpress

Kolumne von Ben Schwan

Noch nie war das Publizieren im Netz so einfach wie heute. Dienste wie Tumblr, Flavors oder Posterous erlauben selbst jenen, die Bloggen für zu kompliziert halten, schnelle Online-Meinungsäußerungen. Und die sehen dabei inzwischen erstaunlich elegant aus, schreibt wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan.

Es gab eine Zeit, da war das Publizieren im Netz noch mit einiger Mühe verbunden. Wer online seinem Mitteilungsdrang frönen wollte, musste zumindest Grundkenntnisse der Web-Sprache HTML mitbringen und wissen, wie man entsprechende Dateien auf einen Server hochzuladen hat. Dann kamen erste Homepage-Dienste wie Geocities oder Tripod, die im Baukastensystem erlaubten, eine eigene Seite zu basteln - wirklich elegant war das allerdings nicht.

1999 startete dann die Minifirma Pyra Labs in den USA einen Dienst, der schnell berühmt werden sollte und 2003 schließlich an Google verkauft wurde: Blogger.com. Damit war es erstmals möglich, mit wenig Aufwand ein eigenes, durchaus ordentlich aussehendes Netztagebuch zu schreiben. Ähnliche Dienste wie Typepad oder Wordpress.com folgten schnell, europäische Anbieter zogen nach.

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Womit wir in der Gegenwart angekommen wären: Heute kann man noch wesentlich einfacher publizieren als je zuvor. Wer es ganz simpel haben möchte, stellt beispielsweise sein Facebook-Profil auf "Sichtbar für alle" und nutzt seine Wall- und Like-Seite als Ausdruck seiner Online-Identität. Zur noch stärkeren Selbstbeschränkung eignet sich auch Twitter, wo bekanntlich in nur 140 Zeichen stückchenweise alles gesagt werden muss.

Tumblr auf dem Vormarsch

Doch was ist mit denjenigen Nutzern, die Blogsysteme a la Wordpress für zu komplex halten, der Welt aber doch mehr zu sagen haben, als via Twitter oder Facebook möglich ist? Auch denen kann mittlerweile geholfen werden - mit Midi- oder Mikro-Blogsystemen, die die Vorteile regulärer Netztagebücher mit besonders einfach zu benutzenden Schnittstellen kombinieren.

Der Vorreiter in diesem Sektor hört auf den Namen Tumblr. Der Dienst wurde bereits vor drei Jahren gegründet, erlebt seine richtige Blüte aber erst seit gut einem Jahr - unter anderem mit professionellem Management und einer Finanzspritze im Millionen-Dollar-Bereich. Tumblrs Name kommt vom Wort "tumblelog", was wiederum für ein Blog steht, das eher klein gehalten ist und aus vielen möglichst interessanten Netzfundstückchen besteht. Solche Blogs sind bewusst einfach gestaltet, besitzen oft nicht einmal eine Kommentarfunktion.

Tumblr treibt die Idee auf die Spitze: Man kann in weniger als fünf Minuten seine eigene Seite eröffnen und die sieht dank guter Templates nicht einmal schlecht aus. Zudem ist Tumblr mittlerweile auch eine höchst interessante Community geworden: Viele Künstler und Journalisten tummeln sich hier, bewerten ihre Inhalte gegenseitig oder "rebloggen" sie. Das Einstellen multimedialer Inhalte wie Fotos oder Videos kostet jeweils nur wenige Klicks.

Mikroblogging macht kaum noch Arbeit

Wem Tumblr noch zu aufwändig ist, kann es noch leichter haben. Die Plattform Posterous nennt sich selbst einen "total simplen Ort, einfach alles zu posten". Dazu reicht es, eine E-Mail an "post@posterous.com" zu schicken und beispielsweise ein Bild anzuhängen. Dieses Bild erscheint dann samt E-Mail-Text auf einer eigens geschaffenen Seite im Stil von "ihrname.posterous.com". Doch hier beginnt der Dienst erst. Er kann auch, wenn man sich darauf einlässt, leidlich tiefgehend konfiguriert werden - bis hin zu einer Gruppenverwaltung, die sicherstellt, dass nur Freunde Inhalte sehen.

Posterous und Tumblr sind aber nur die bekanntesten (und meiner Meinung nach besten) Mikro- und Midi-Blog-Dienste - es gibt noch eine ganze Reihe weitere. Sehr elegant ist beispielsweise Flavors.me. Mit dem Werkzeug lässt sich eine eigene Mini-Website bauen, die sich aus anderen Social Network-Aktivitäten speist - Videos von YouTube beispielsweise oder Fotos von Flickr. All das lässt sich dann nach einigem Finetuning zu einem gut aussehenden Paket schnüren und macht dann kaum mehr Arbeit. Trotzdem sind wichtige Features verfügbar: wie etwa genaue Statistiken, wer auf der eigenen Seite vorbeigeschaut hat.

Zu guter Letzt sei hier auch noch eine Publikationsmethode erwähnt, die Menschen wählen können, denen auch Tumblr, Posterous oder Flavors.me noch zu komplex sind: TwitLonger, zu Deutsch: "Twittere länger". Dabei handelt es sich um ein Angebot, auf das man aus seinem Twitter-Strom verlinken kann - und zwar immer dann, wenn die aktuelle Lage die Publikation von mehr als 140 Zeichen verlangt. Mehr Netzaktivität muss manchmal nicht sein.

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