Von Nullen und Einsen: Tücken beim Datensichern

kolumneVon Nullen und Einsen: Tücken beim Datensichern

Bild vergrößern

Apple-Chef Steve Jobs auf der Keynote im Juni 2011

Kolumne von Ben Schwan

Das Speichern von Daten im Netz will Apple nun auch für Otto-Normal-Verbraucher populär machen. Ein Blick auf die bereits verfügbaren Cloud-Computing-Angebote zeigt, was das dem Nutzer bringt und wo die Tücken lauern.

Als Steve Jobs zusammen mit weiteren Apple-Managern am vergangenen Montag iCloud vorstellte, hätte man meinen können, die Technik sei eine gänzlich neue Erfindung. Jahre, in denen andere Anbieter ihre eigenen Cloud-Computing-Plattformen hochzogen, waren vergessen: Hoppla, jetzt kommt Apple - und macht das Thema populär.

Tatsächlich steckt das Abladen größerer Datenmengen in riesigen Rechenzentren zumindest bei Endkunden noch in den Kinderschuhen. Klar, fast jeder von uns nutzt mittlerweile E-Mail-Dienste, die per Web oder Mobilgerät von überall her erreichbar sind, ohne dass man die Daten tatsächlich immer auf dem PC parat halten müsste. Ähnliches gilt für Adressbücher oder Termine. Doch die Möglichkeit, größere Teile seines Rechnerlebens einem Netzanbieter anzuvertrauen, schreckt doch viele ab - auch, weil es noch immer recht kompliziert ist.

Anzeige

Google, in Internet-Dingen eigentlich ein Meister, zeigt das gerade mit seinen brandneuen Chromebook-Rechnern, die die ersten kompletten Cloud-PCs ("Nothing but the web") sein sollten. Erstnutzer beklagen sich über ein simples Problem: Die Geräte sind bislang nur dann nutzbar, wenn man Internet-Anschluss hat, die Verwendung ohne Cloud-Zugang, die Google eigentlich von vorne herein versprochen hatte, ist aus technischen Gründen noch nicht realisiert. So sitzt man offline eben auf dem Trockenen, ohne Mails und Dokumente.

iCloud ist nicht ganz so radikal

Apples iCloud-Ansatz ist da schon schlauer, weil er nicht ganz so radikal ist. Er setzt vor allem auf das Prinzip der Synchronisation. In der Datenwolke liegen alle Infos - etwa Dokumente, gekaufte Songs, Apps oder Mails und Kontakte. Nimmt ein angemeldetes Gerät mit iCloud Kontakt auf, werden die Datenbestände aktualisiert und heruntergeladen. Einmal irgendwo angestoßen, landet alles auf den persönlichen Geräten, sobald eine Internet-Verbindung verfügbar ist.

Aber auch das bleibt eine Frage des Vertrauens - aus mehreren Gründen. Apple hat bei Netz-Diensten nämlich bislang nicht den allerbesten Ruf. MobileMe, der iCloud-Vorgänger, der nun abgeräumt werden soll, hatte einen üblen Start, bei dem Nutzer plötzlich nicht mehr an ihre Daten kamen. Alles sei jetzt besser, sagte Steve Jobs, man habe gelernt. Und als vertrauensbildende Maßnahme zeigte er das Innere und Äußere eines neuen, gigantischen Rechenzentrums in der US-Provinz, auf dessen Dach Menschen wie Dartpfeile aussehen.

Dropbox verliert an Ansehen

Selbst wenn die Sache technisch funktioniert, ergibt sich noch ein weiteres Problem: Warum um Gottesnamen sollten Nutzer all ihre wichtigen Dokumente, E-Mails und Unterhaltungsprodukte einem einzelnen Unternehmen aushändigen, dass die Infos auch noch im Ausland vorhält? Doch wahrscheinlich kommt es zu dieser höchst vernünftigen Fragestellung erst gar nicht, schließlich nutzen die User ja auch Google und Co. seit vielen, vielen Jahren, ohne großartige nachzudenken. (Facebook ist in diesem Zusammenhang oft noch schlimmer.)

Allerdings kann man nicht unbedingt sagen, dass größere Player weniger vertrauenswürdig wären als kleine. Dropbox, ein Cloud-Dienst, der unter IT-Profis wie immer mehr Otto-Normal-Anwendern viele Freunde hat, musste kürzlich einräumen, dass die harte Verschlüsselung, die selbst eigenen Mitarbeitern keinen Zugriff auf Kundendaten erlaubte, technisch gesehen gar nicht vorhanden war. Stattdessen heißt es nun, die Mitarbeiter erhielten keinen Zugriff, weil Dropbox es ihnen verbietet. Das einst so sympathische Start-up verlor damit innerhalb kurzer Zeit einige Freunde.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%