Von Nullen und Einsen: Welche Zukunft hat die Sprachsteuerung?

kolumneVon Nullen und Einsen: Welche Zukunft hat die Sprachsteuerung?

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Apple-Mitgründer Steve Wozniak spricht in sein iPhone 4S

Kolumne von Ben Schwan

Apples virtueller Assistent Siri zeigt, wohin die Reise geht: Künftig dürften wir vermehrt mit unseren Computern, Smartphones und Tablets per Sprachbefehl Kontakt aufnehmen. So schön es ist, Technik auch mal freihändig zu bedienen - "Star Trek"-Fantasien erfüllen sich damit noch nicht. Aber das kann ja noch kommen, meint wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan.

Dafür, dass so mancher Kollege Apples jüngstes Smartphone als vergleichsweise langweilig bezeichnete, wird mal wieder enorm viel geschrieben über das iPhone 4S. Hauptschwerpunkt dieser Beiträge ist dabei vor allem der Sprachassistent Siri als einzige von außen sichtbare größere Neuerung. Und in der Tat ist die virtuelle Dame (oder auch Herr - zumindest im britischen Englisch) eine interessante Entwicklung. Statt altbekannter Handy-Sprachkommandos wie "Wähle Oma" geht nun auch "Erinnere mich daran, meine Papiere mitzunehmen, wenn ich zuhause bin" oder "Wird es am Wochenende in Oslo sonnig?".

Apple hat es einmal mehr geschafft, vorhandene Technologien zu einem gelungenen Gesamtkunstwerk zu verknüpfen. Wobei der virtuelle Assistent auf Deutsch noch wesentlich weniger nützlich ausfällt als in seiner US-Version. Hierzulande funktioniert weder die lokale Suche nach Restaurants und Läden noch der Zugriff auf den Kartendienst. Und während man sich auf Englisch von der (übrigens auch sonst sehr empfehlenswerten) Antwortmaschine Wolfram Alpha Begriffsdefinition holen oder sogar Rechenaufgaben lösen lassen kann, ist das bei uns noch nicht möglich. Siri ist eben noch Beta.

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Immerhin kann man den Sprachassistenten auf einem iPhone 4S mit der Systemsprache Deutsch ohne Neustart auf Englisch umschalten und es dann mit US-Akzent probieren. Allerdings ist das nur Menschen anzuraten, die nicht zu sehr mit deutschem Einschlag plaudern - Siri ist bei falsch (oder anders) ausgesprochenen Worten nämlich erstaunlich gnadenlos. Das traf bereits die Australier, die in der ersten Version mit der Spracherkennung stark zu kämpfen hatten.

Gerätselt wird noch um die wirtschaftliche Bedeutung, die etwas wie Siri künftig haben könnte. Beim Suchgiganten Google scheint man derzeit zwischen mildem Lächeln und ernster Wachsamkeit zu schwanken. Während Android-Boss Andy Rubin meint, Smartphones seien doch nicht zum Kommunizieren mit virtuellen Assistenten da, bezeichnet Chairman Eric Schmidt Siri als potenzielle Bedrohung für Googles Geschäftsmodell. Tatsächlich hat der Netzriese auf dem iPhone einiges zu verlieren: Dort und nicht bei Android finden derzeit die meisten mobilen Google-Suchvorgänge statt. Siri leitet diese potenziell um: Viele Anfragen kann die Apple-Technik von sich aus beantworten oder besorgt sie sich aus eigenen Quellen, vom Restaurantdienst Yelp bis zur Wikipedia. Auch wenn man mit Siri natürlich auch googeln kann.

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