Von Nullen und Einsen: Wie wir in die Zukunft browsen

kolumneVon Nullen und Einsen: Wie wir in die Zukunft browsen

Kolumne von Ben Schwan

Egal ob Microsoft Internet Explorer 9, Google Chrome 6, Apple Safari 5 oder Mozilla Firefox 4: Alle großen Anbieter bringen derzeit Web-Programme der nächsten Generation auf den Markt. Die könnten die Internet-Nutzung in einigen Bereichen deutlich umkrempeln. wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan hat sich die Browser angesehen und nennt Tops und Flops.

Firefox 4: Bewährtes optimiert

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Logos der wichtigsten Internetbrowser

Das Open-Source-Projekt Mozilla Firefox, an dem weltweit Hunderte freiwillige Entwickler mitarbeiten, ist eine echte Erfolgsgeschichte: Aus den Ruinen des einstigen Marktführers Netscape auferstanden, hat sich der Browser in vielen Ländern mittlerweile einen Stammplatz in den Beliebtheitscharts erobert. In Deutschland ist Firefox je nach Statistik sogar inzwischen Nummer 1 vor Microsofts Internet Explorer, der einst als unbezwingbar galt.

Mit der neuen Version 4, die aktuell in einer fortgeschrittenen Beta-Variante vorliegt, knüpft Mozilla an bisher Geleistetes an. Zu den Neuerungen gehört eine verbesserte Fenster-Steuerung. Einzelne Tabs lassen sich nun zu sogenannten App-Tabs umbauen, auf die man jederzeit Zugriff hat - beispielsweise auf das Webmail-Programm. Höchst praktisch ist auch der neue "Panorama"-Modus, bei dem man seine Tabs beliebig in Gruppen anordnen kann, was die Übersicht deutlich erhöht und an ähnliche Funktionen aus Windows und OS X erinnert.

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Firefox Sync ist wiederum eine Funktion, mit der man seine Daten über mehrere Rechner abgleichen kann: Der Browser im Büro hat dann alle Eigenschaften wie der zuhause - von den geöffneten Fenstern bis zu den Bookmarks. Überarbeitet wurde außerdem die Erweiterungs-Funktion ("Add-ons"), mit der man Firefox um Zusatzfunktionen ergänzen kann. Die ist nun deutlich übersichtlicher, wurde intern allerdings so umgestaltet, dass viele alte Erweiterungen zunächst nicht mehr funktionieren, also aktualisiert werden müssen. Intern hat sich bei Firefox auch einiges getan: Der Seitenaufbau ist nochmals schneller geworden, die Unterstützung für neue Standards soll zudem verbessert worden sein.

Internet Explorer 9: Microsoft ist wieder da

Was hat man dem Software-Riesen aus Redmond nicht alles vorgehalten: Er bremse das Netz mit seinem Browser Internet Explorer (IE) aus, weil dieser erst Jahre zu spät über aktuelle Web-Technik (und die damit einhergehenden Standards) verfügte. Designer und Programmierer verfluchten unterdessen ältere IE-Versionen, weil denen so viele Möglichkeiten fehlten.

Mittlerweile ist Microsoft endlich in der Gegenwart gelandet. Mit Internet Explorer 8, im vergangenen Jahr veröffentlicht, wurden viele Features nachgereicht, die die Nutzer vom Windows-Browser Nummer eins forderten. Allerdings fehlten hier und da noch wichtige Features, insbesondere in Sachen Kompatibilität zu den Vorgaben des World Wide Web Consortium (W3C), das die Netzstandards festlegt.

Mit Internet Explorer 9, der aktuell in einer bereits recht gut funktionierenden Beta zur Verfügung steht, sollen nun auch die letzten Kritiker befriedigt werden. HTML5-Funktionen, also die nächste Generation der Sprache, mit der Websites dargestellt werden, sind endlich vorhanden. So dürften Web-Entwickler deutlich aufatmen, wenn Nutzer in großer Zahl auf IE 9 umgestiegen sind. Allerdings kann noch niemand sagen, wann das der Fall sein wird - Internet Explorer-Nutzer, so zeigte es sich in der Vergangenheit, sind erstaunlich Upgrade-resistent.

Safari 5: Schneller Apfel

Als Apple sich im Jahr 2003 entschied, einen eigenen Browser zu veröffentlichen, unterstellten viele Beobachter dem Unternehmen Größenwahn: Konkurrenten wie Microsoft oder Mozilla waren bereits höchst populär, der Markt schien verteilt. Mittlerweile ist Safari bei Version 5 angekommen, ist nicht nur für Mac OS X, sondern auch für Windows zu haben und bietet durchaus moderne Technik.

Mit der im Juni fertiggestellten neuesten Variante wurden mehrere noch fehlende Funktionen nachgereicht. So besitzt Safari endlich eine Schnittstelle für Erweiterungen, sogenannte Extensions, die den Browser verbessern - das Angebot ist nach nur wenigen Monaten bereits groß. Mit dem neuen Feature Safari Reader lassen sich Web-Seiten, die aus mehreren Unterseiten bestehen, in eine Druckfassung zusammenlegen. Außerdem wurde die HTML5-Unterstützung verbessert, was die Zukunftsfähigkeit erhöht.

Safari ist nicht nur unter Mac-Nutzern beliebt, wo das im Betriebssystem integrierte Programm mittlerweile häufig die hauptsächliche Software fürs Web darstellt. Das Innenleben von Safari, Webkit genannt, ist als Open-Source-Code freigeben, was bedeutet, dass andere Firmen die Technik frei nutzen dürfen. Da ließ sich etwa Google nicht zweimal bitten: In Chrome steckt zur Darstellung von Websites nämlich ebenfalls Webkit.

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