Von Nullen und Einsen: Wie Yahoo noch zu retten wäre

kolumneVon Nullen und Einsen: Wie Yahoo noch zu retten wäre

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ARCHIV - Schilder mit den Aufschriften Microsoft und Yahoo! am Times Square in New York (Archivfoto vom 02.05.2008). Microsoft wird Yahoo! doch nicht übernehmen. Nach einem drei Monate langen Tauziehen hat der Softwareriese sein milliardenschweres Übernahmeangebot für den Internetkonzern zurückgezogen. Beide Seiten konnten sich nicht auf einen Kaufpreis einigen. Mit dem Kauf für ursprünglich angebotene 45 Milliarden Dollar wollte Microsoft die Dominanz des Rivalen Google bei Onlinesuche und Internetwerbung brechen. Yahoo! verlangte aber weit mehr als 50 Milliarden Dollar. Foto: Justin Lane (c) dpa - Bildfunk

Kolumne von Ben Schwan

Eines der Dickschiffe im Internet treibt ein weiteres Mal strategielos in einem Meer kompetenter Wettbewerber. Wer Yahoo seit längerem nutzt oder auch nur den ein oder anderen Dienst des traditionsreichen Netzriesen schätzt, kann da nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan mit einigen Vorschlägen, wie ein neues Management, ein Aufkäufer oder ein IT-Firmen-Filetierer das Beste aus dem pinken Portal holen könnte.

Eigentlich müsste niemand mit Yahoo Mitleid haben. Die traditionsreiche Internet-Firma aus dem kalifornischen Sunnyvale teilt sich mit Google, Microsoft, AOL und Facebook noch immer die Top 5 der wichtigsten Websites der Welt, Millionen Nutzer weltweit schauen täglich vorbei.

Doch seit mehr als drei Jahren ist der Wurm drin bei dem pinken Portal. Im Februar 2008 wagte Microsoft im Rahmen seiner letzten großen Anstrengung, Google noch irgendwie einzuholen, einen Übernahmeversuch. Knapp 45 Milliarden Dollar bot Redmond für Sunnyvale. Der Deal platzte - auch, weil der Verwaltungsrat des Unternehmens meinte, eine solche Bewertung sei "viel zu gering". Mittlerweile dürften sich die Damen und Herren zurücksehnen nach solchen Beträgen: Yahoo war vor wenigen Tagen an der NASDAQ mal eben noch knappe 20 Milliarden wert.

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Yahoo versucht es auf eigene Faust

Nach der abgeschmetterten Microsoft-Offerte versuchte es Yahoo zunächst auf eigene Faust. Carol Bartz, die wortgewaltige ehemalige Chefin des Softwareherstellers Autodesk, der Designprogramme entwickelt, sollte es richten. Man hatte sich wieder für eine IT-Fachfrau entschieden, nachdem Yahoo bis 2007 mit dem Medienmenschen Terry Semel zuletzt nicht ganz so gut gefahren war.

Zwar räumte Bartz gewaltig auf in dem Produktechaos, dass die über 13.000 Mitarbeiter starke Firma (Stand: 2010) sich in 13 Jahren Online-Existenz zusammenbastelt hatte. Doch eine übergeordnete Strategie, wie man sich a) dem Marktführer Google wieder annähern und b) auf die neue Herausforderung erstarkender Social Networks reagieren sollte, ließ Bartz kaum erkennen. Resultat, vermischt mit geschäftlichen Misserfolgen: Die Frau musste vor etwas mehr als einem Monat gehen.

Seither geht das Gewurschtel weiter. Der Finanzchef Tim Morse, auf den ersten Blick nicht unbedingt geeignet als Boss eines globalen Internet-Medienkonzerns, wurde zum Übergangs-CEO berufen. Seither fragt sich die Online-Szene, wie es weiter geht mit Yahoo, ob vielleicht Microsoft nochmals zuschlägt, AOL Interesse zeigt, die Chinesen kommen, Mitbegründer Jerry Yang sich die Firma mit Hilfe von Private Equity zurückholt oder Yahoo schließt filetiert wird.

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