Wearables, vernetzte Autos und Internet der Dinge: Chiphersteller träumen vom großen Geschäft

Wearables, vernetzte Autos und Internet der Dinge: Chiphersteller träumen vom großen Geschäft

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Schon längst sind nicht mehr nur Computer mit dem Internet verbunden. So genannte Wearables nutzen die Funktionen des Netzes ebenfalls. Nun sollen sie auch für den kleinen Geldbeutel produziert werden.

von Tiernan Ray

Chipbauer und Softwareentwickler wollen tragbare Computertechnik endlich massenmarktfähig machen. Konzerne wie Intel, Texas Instruments oder Qualcomm könnten profitieren. Eine Chance für Anleger?

In San Francisco arbeitet ein junges Unternehmen namens Switch Embassy an dem, was man in Technologiekreisen das Internet der Dinge (Internet of Things) nennt. Der enge Raum quillt über vor Stoffstücken mit eingewirkten Drähten – gewebte Schaltkreise, die in Hemden, und Handschuhe eingearbeitet werden und Signale von einem Smartphone oder einem Server übertragen können. An den Wänden hängen Prototypen: eine schicke Handtasche aus Leder mit sanft pulsierenden Leuchtdioden, die den Eingang einer SMS signalisieren, ein mit Sensoren ausgestattetes schwarzes Cocktailkleid, das im Gleichtakt mit dem Herzschlag der Trägerin immer wieder grün aufleuchtet.

Tech-Aktien Wie das Tablet-Geschäft verpufft

Der Umsatz mit PCs stabilisiert sich, die hochgejubelten Tablets büßen dagegen schon wieder ein und werden von überdimensionalen Smartphones verdrängt. Noch zeigen sich Apple-Aktionäre davon unbeeindruckt.

Der Umsatz mit Tablets geht zurück, die Aktionäre stört das bisher nicht. Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Diese Erfindungen sind eine Offenbarung: Eines Tages wird die Technologie unser ganzes Leben durchdringen, selbst unsere Kleidung. Derzeit ist das Internet der Dinge aber noch eine sehr profane Sache. Bisher hat es Legionen von angeblich intelligenten Uhren und Fitnessarmbändern von Firmen wie Samsung, Jawbone, Qualcomm und Pebble hervorgebracht. Die Ergebnisse sind aber nicht überwältigend. Dennoch sind die Einsätze, um die es hier geht, hoch. Für Apple und Google markieren intelligent vernetzte Geräte die nächste Front im Kampf ihrer „Ökosysteme“ – ihrer Universen aus Hardware und Software – um die globale Vorherrschaft. Etablierten Anbietern von Computerchips wie Intel und Qualcomm bietet das Internet der Dinge einerseits neu zu erobernde Felder. Andererseits stellt es die geltenden Grundlagen ihres Geschäfts infrage.

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Für andere, etwa den Sensorhersteller InvenSense, schafft das Internet der Dinge eine Million neuer Einsatzmöglichkeiten für die von ihnen entwickelte moderne Technologie. Herstellern sehr einfacher Computerchips schließlich, dazu zählen zum Beispiel Texas Instruments und ATML, ermöglicht das Netz der Dinge nach der verlorenen Schlacht um Smartphones vielleicht ein Comeback.

Chip-Technologie IBM investiert drei Milliarden Dollar in Chips

Der Computerriese IBM will mit Milliardeninvestitionen den nächsten Durchbruch in der Chip-Technologie erzwingen. Drei Milliarden Dollar will der US-Konzern in den kommenden fünf Jahren in die Chipforschung stecken.

Der Computerriese IBM will mit Milliardeninvestitionen den nächsten Durchbruch in der Chip-Technologie erzwingen. Drei Milliarden Dollar will der US-Konzern in den kommenden fünf Jahren in die Chipforschung stecken. Quelle: AP

Um erfolgreich zu sein, müssen die vernetzten Objekte noch intelligenter und billiger werden. Richard Doherty vom Technologieberater Envisioneering vergleicht den Markt mit jenem in der Frühzeit des PCs, als noch niemand dessen Erfolg prognostizieren konnte. „Wenn wir Konsumenten fragen, ob sie ein Wearable kaufen würden, stoßen wir auf Begeisterung“, so Doherty, „sieht man aber genauer hin – wie viel es kostet, was es kann –, schwindet das Interesse rasch.“ Die Wearables von heute – meist Geräte, die man am Handgelenk trägt – verfügen nur über wenige Funktionen. Manche lassen sich nicht nahtlos mit dem Smartphone verbinden; mit anderen kann man zwar den Eingang einer SMS erkennen, diese aber nicht beantworten. Diverse tragbare Fitnessgeräte von Jawbone, Fitbit, Nike, die Schritte zählen, den Puls messen oder den Schlaf überwachen, liefern Ergebnisse, die vielleicht etwas aussagen, aber nicht unbedingt genug, um für ein Gesundheitsprogramm wirklich sinnvoll zu sein.

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