Web Summit: Lissabon soll „Welthauptstadt des Unternehmertums“ werden

Web Summit: Lissabon soll „Welthauptstadt des Unternehmertums“ werden

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Mit dem "Web Summit" will Portugals Hauptstadt Lissabon für Internet-Start-ups attraktiv werden.

Nachdem das Start-up-Zentrum London vom Brexit-Votum erschüttert wurde, bringen sich Berlin und Paris als Alternativen in Position. Auch Lissabon drängt mit dem Event „Web Summit“ auf den Radar der Internet-Firmen.

Die Position von London als Start-up-Hauptstadt Europas wackelt mit der Brexit-Entscheidung - und jetzt bringt sich nach Berlin, Stockholm und Paris ein weiterer Standort in Stellung, mit dem keiner gerechnet hat. Portugal nutzt den Umzug der Internet-Konferenz „Web Summit“ von Dublin nach Lissabon, um sich auf die Innovationskarte Europas zu bringen. Ministerpräsident António Costa kam zur Eröffnung und schwärmte, das Event solle Lissabon zur „Welthauptstadt des Unternehmertums“ machen.

Eigentlich ist der „Web Summit“ nur eine von vielen Internet-Konferenzen, bei denen Unternehmer, Politiker und Investoren sich treffen, Werbung für sich machen, und ihre Ansichten zum Besten geben. In Deutschland gibt es die - von den Veranstaltern bewusst überschaubar gehaltene - DLD in München, das Konferenz-Programm großer Tech-Messen etwa beim Mobile World Congress in Barcelona sowie Events bekannter Blogs wie „TechCrunch“ oder „Recode“. Aber der „Web Summit“ organisiert in Lissabon ein Mega-Event, dessen Dimensionen die Konkurrenz in den Schatten stellen sollen. Über 50.000 Teilnehmer aus 166 Ländern, mehr als ein Dutzend Bühnen zu verschiedenen Themen in langgezogenen Messehallen. Die bekanntesten Köpfe sprechen von der Hauptbühne in der MEO Arena, einer Konzerthalle für bis zu 20.000 Leute.

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Die Gigantomanie hat ihre Kehrseite. Zur kurzen Eröffnung am Montagabend ist selbst die Arena, in der demnächst Justin Bieber, The Cure und Ariana Grande auftreten werden, nicht groß genug. Hunderte Teilnehmer müssen das Geschehen draußen auf einer Leinwand verfolgen. Damit es am Dienstagmorgen kein Gedränge gibt, werden die Teilnehmer auf eine Rundreise um die Messehallen zum hintersten Eingang geschickt. Immerhin hält das WLAN - eine notorische Schwachstelle von Internet-Events - dem Ansturm mit Fotos und Videos stand.

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Die portugiesischen Partner setzten darauf, dass Lissabon mit seinem milden Klima (17 Grad im November), gutem Essen und entspannten Atmosphäre den zehntausenden Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben wird. „Ich hoffe, Sie werden zurückkommen und in Portugal arbeiten wollen“, sagt Ministerpräsident Costa. Denn es sind auch Leute hier, die so etwas durchaus entscheiden können: Den Veranstaltern zufolge kamen 7000 Chef großer und kleiner Unternehmen zum „Web Summit“.

Und ein Brexit könnte die Start-up-Geografie in Europa neu zuschneiden. „Wir sind besorgt“, sagt der Gründer des Start-ups Farfetch, José Neves. Der Modehändler hat Standorte in Portugal und London. Neves befürchtet, dass eine restriktive Zuwanderungspolitik der Briten den Zugang zu qualifizierte Arbeitskräften in der britischen Hauptstadt abwürgen könnte.

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Ansonsten dreht sich bei der Konferenz alles um die üblichen Themen: neue Technologien, Zugang zu Investorengeldern für Wachstum, Rivalität der Europäer mit dem Silicon Valley. Der Vergleich mit Kalifornien sei der falsche Rahmen, sagt der Chef der französischen Mitfahr-Plattform BlaBlaCar, Nicolas Brusson. Die Vielfalt der Start-up-Ökosysteme sei eine Stärke: Verschiedene Städte brächten diverse Arten von Firmen hervor.

Wie bei solchen Events gewohnt, werben auch Prominente für ihre Start-ups. So erzählt der Schauspieler Joseph Gordon-Levitt, der zuletzt den NSA-Enthüller Edward Snowden spielte, von seiner Video-Plattform HitRECord, die bisher zwei Millionen Dollar für Macher der Filme einspielte. „Es ist ein gutes Gefühl, bezahlt zu werden, aber den Leuten geht es mehr darum, Teil einer Gemeinschaft zu sein“, sagt er mit Blick auf den überschaubaren Betrag.

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