Wenn die Festplatte kaputtgeht: Großer Reibach mit großem Verlust

Wenn die Festplatte kaputtgeht: Großer Reibach mit großem Verlust

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Wasserschaden, hingefallen, Überspannungsschaden – die Gründe, dass eine Festplatte die wichtigen Daten nicht mehr herausrücken will, sind vielfältig.

von Thorsten Firlus

Wenn die Familienfotos auf der Festplatte sind und die kaputt geht, ist guter Rat ohnehin schon teuer. Noch teurer wird es, wenn Nutzer Datenretter beauftragen. Erfahrungen eines dummen Opfers.

Meine Faulheit siegt. Die Daten sind verloren. Statt das passende Netzteil für die externe Festplatte aus dem Zimmer nebenan zu holen, versuche ich es mit dem vom Computer, dessen Klinkenstecker doch auch in die Buchse passt. Strom hat sie, alles bingo - bis der typische Duft verbrannter Elektronik in meine Nase steigt und der hastig gezogene Stecker eben doch zu spät gezogen ist: Durchgebrannt. Ein Fall für den Computerservice. Der nur noch feststellen kann: Interner Schaden der Elektronik.

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Ein Notfall, der jedem, der seine emotional wertvollen Urlaubsfotos sicher verwahrt wissen will schlimm treffen kann.

Wasserschaden, hingefallen, Überspannungsschaden – die Gründe, dass eine Festplatte die wichtigen Daten nicht mehr herausrückt, sind mannigfach. Das ist dann so lange kein Problem, wie die Steuerunterlagen oder vor allem Familienbilder nicht nur an einem, sondern an mehreren Orten gespeichert sind. Dass das allzu oft nicht der Fall ist – davon lebt eine ganze Branche, die mit der Verzweiflung und Not von Unternehmen und Privatpersonen kalkuliert. Kräftig. Und allzu oft an die Gebaren von Schlüsseldiensten erinnert.

Wer bei Google nach Datenrettung Festplatte sucht, findet rasch ein Dutzend Dienste, die schnelle Hilfe versprechen und Hoffnung verkaufen. „In 95 Prozent aller Fälle ist eine Rettung der Daten möglich.“ In dem Moment klingt das wie ein Heilsversprechen von entnervten Benutzern, die mehr oder minder schuldlos nicht mehr an ihre Daten kommen.

Wenn es schnell gehen soll, dann liegt es nahe, dass der verzweifelte Nutzer den Verstand ein wenig außer Acht lässt und auf die ersten Stolperfallen des Gewerbes für Datenrettung reinfällt. Wer mit dem Namen einer Stadt in seiner Domain wirbt, muss noch lange nicht dort auch nur einen Briefkasten besitzen. Die Idee, die Festplatte rasch selber abzuliefern entpuppt sich als naiver Gedanke. Stattdessen: 0800-er-Nummer und Abholservice via Paketdienst, der schneller da ist als jedes Amazon-Prime-Paket. Aus guten Gründen. Ist die Platte erst einmal in den Händen des Unternehmens, steigt selbstverständlich dessen Chance, den Auftrag zu bekommen.

Wer nach Preisen sucht, muss wühlen. Und sehr genau hinschauen. Festpreise sind meist Spannen und Bauteile können noch oben drauf geschlagen werden. Das bei prominent gelisteten Dienstleistern übliche Verfahren: Das Unternehmen schraubt auf, analysiert und nennt dann den echten Preis.

Tipps zur Schadensregulierung nach dem Festplattencrash

  • Backup. Backup. Backup

    Sichern Sie wöchentlich ihre wichtigsten Daten. Entweder auf einer weiteren Festplatte oder einem Cloud-Dienst im Internet.

  • Datenwiederherstellung

    Wenn Sie die Daten gelöscht haben und dies rasch bemerken, sind die Chancen gut, sie mit einer Software wiederherzustellen.

  • Speichermedien vom Strom trennen

    Wenn der Schaden physikalisch ist, sprich Teile durchgeschmort sind, das Gehäuse wegen Hitze angeschmolzen oder die Platte Geräusche macht oder Wasser eingedrungen ist: Sofort abstöpseln und keinesfalls versuchen, sie wieder in Betrieb zu nehmen.

  • Seriöse Datenrettungsdienste

    Fragen Sie im Bekanntenkreis nach Personen, die bereits Datenrettungsdienste in Anspruch genommen haben und erkundigen sie sich nach deren Seriosität.

  • Anbieter vergleichen

    Suchen Sie – wenn möglich – einen Anbieter mit Gerichtsstand Deutschland aus, um gegebenenfalls Ihre Kundenrechte nach hiesigem Recht zu wahren. Vergleichen Sie sehr intensiv die Angebote und prüfen, ob Kosten für Rücksendung, Bereitstellung der Daten oder neue Hardware anfallen und wie hoch sie sind. Die geretteten Daten müssen schließlich wieder zu Ihnen gelangen.

  • Alles schriftlich geben lassen

    Lassen Sie sich vor Einsenden der Festplatte zur Datenrettung schriftlich die Konditionen zusenden.

  • Backup. Backup. Backup

    Sichern Sie wöchentlich ihre wichtigsten Daten. Entweder auf einer weiteren Festplatte oder einem Cloud-Dienst im Internet.

Wer seine Platte, wie ich, bei einem Dienstleister mit dem Wort „Düsseldorf“ in der Domain abgibt, erkennt mit etwas Aufmerksamkeit, dass sie dort nicht verbleibt, nicht einmal in die Nachbarstadt mit einem Servicecenter geht, sondern nach Linz in Österreich versandt wird.

Wer sich danach noch ein wenig in die Geschäftsbedingungen der Branche hineinliest, stellt schnell fest, dass das Versenden der fehlerhaften Datenträger, sei es nun Festplatte oder SD-Karte zum Repertoire einer Branche gehört, die auf ihren Webseiten gern mit den Konterfeis junger Frauen mit Headset wirbt und nicht müde wird zu betonen, wie aufwändig und problematisch die Datenrettung ist.

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