WhatsApp-Alternativen: Stiftung Warentest empfiehlt Threema

WhatsApp-Alternativen: Stiftung Warentest empfiehlt Threema

, aktualisiert 27. Februar 2014, 17:13 Uhr

Threema, Hoccer, Line und Co. erleben gerade einen Boom unter den Messengern. Mit welchen Sicherheits-Features die WhatsApp-Konkurrenten bei den Nutzern punkten.

Kaum hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg den Kurznachrichtendienst WhatsApp gekauft, schwappt eine Protestwelle durch die Sozialen Netzwerke. Nutzer werden aufgefordert schnell den Anbieter zu wechseln, damit die eigenen Kontaktdaten durch den Deal nicht auch an Facebook übergehen. Doch welche Alternativen schützen die Daten wirklich besser als WhatsApp?

Anzeige

Top-Empfehlung bei vielen ist aktuell das Schweizer Angebot Threema. Seit Donnerstag liegt die je nach Plattform 1,60 bis 1,80 Euro teure App im Apple-Store auf Platz eins, der beliebtesten Apps. Und auch die Android-User schlugen zu. Der Ansturm war so groß, dass zwischenzeitlich der Server zusammenbrach. Grundsätzlich bietet der Messenger sehr ähnliche Funktionen wie WhatsApp. Per Einzel- oder Gruppenchat können Texte, Bilder oder Videos verschickt werden. Die Benutzeroberfläche in schwarz und weiß ist sehr ansprechend und schlicht gehalten. Gleichzeitig legt das Programm großen Wert auf Sicherheit. Anders als der große Konkurrent werden die Nachrichten mit asymmetrischer Kryptografie verschlüsselt. Konkret bedeutet dass: Dritte haben keinen Zugriff auf die Inhalte der Nachrichten – auch der Threema-Anbieter Kasper Systems nicht. Damit kann nur der Empfänger einsehen, was er geschickt bekommen hat. 

Damit dieser Service auch sichergestellt werden kann, verzichten die Schweizer auf Server in den USA, die zum Beispiel von der NSA durchsucht werden dürfen. Stattdessen haben sie eine eigene Infrastruktur in dem kleinen Alpenland aufgebaut.

Threema iOS Threema Android

Facebook kauft Whatsapp Das Imperium kauft ein

Für 19 Milliarden Dollar erwirbt Facebook-Chef Zuckerberg mit Whatsapp sein eigenes Twitter – und gewinnt einen weiteren Studienabbrecher als Weggefährten für seinen Verwaltungsrat.

Facebook kauft Whatsapp Quelle: dpa

Die Stiftung Warentest hat in einem umfassenden Testbericht ebenfalls grünes Licht für Threema gegeben. Neben Threema haben sich die Verbraucherschützer die Sicherheitseinstellungen von WhatsApp, Telegram, Blackberry Messenger und Line angeschaut. Vor allem die Android- und die iOS-Versionen wurden darauf kontrolliert, ob Nutzerdaten verschlüsselt übertragen werden und welche sonstigen Informationen die Apps weiterleiten - und an wen. Allerdings spielte bei dem Test die Bedienbarkeit der Anwendungen keine Rolle.

Ansonsten hätte Threema vermutlich etwas schlechter abgeschnitten. Denn die alleine die Anmeldung ist schon deutlich komplizierter als bei WhatsApp. Wer sich erstmalig einloggt, bekommt einen Code aus Buchstaben und Zahlen zugewiesen,. der vorerst als Username gilt. Erst wenn die Handy-Nummer oder die Email-Adresse separat bestätigt wurden, ist der gewählte Nickname zu erkennen.

Ein weiterer Kritikpunkt, den auch die Stiftung Warentest anmerkte: "Threema ist keine quelloffene Software". Damit ist eine komplette Analyse des Datenflusses auch den Verbraucherschützern nicht möglich gewesen. Allerdings gilt das für alle getesteten Apps. Selbst bei Telegram, das den Quellcode immerhin in Teilen offen legt, sei vollständige Auswertung nicht möglich gewesen.

Der Blackberry Messenger und auch Line erhielten in Sachen Datenschutzbewertung ein "sehr kritisch" - wie im übrigen auch WhatsApp. Vor allem die Android-Version von Line schicke die Seriennummer des Gerätes unverschlüsselt an Dritte weiter.

Das Urteil steht in direkter Konkurrenz zu einer Analyse der Zeitschrift ComputerBild. Erst vor wenigen Wochen setzte sich die App hier in einem durch, in dem die Messenger von WhatsApp, Threema, Skype, Facebook und Line untersucht wurden. Line punktete vor allem bei den Aspekten Werbefreiheit und Schnelligkeit - aber auch Sicherheit. Denn die App speichert keine Daten der Nutzer. Das Programm wird also gar nicht mit der Mobilnummer des Nutzers verknüpft. Entsprechend lässt sich eben nicht nur mit Nutzern aus dem eigenen Adressbuch kommunizieren. Jeder der bei Line angemeldet ist, ist auch auffindbar. Inzwischen nutzen über 100 Millionen Nutzer weltweit die App. Versendet werden können neben Nachrichten auch Sprach- und Video-Anrufe, Spiele und Sticker. Spiele und Sticker müssen von den Kunden extra gekauft werden – ein wesentliches Geschäftsmodell des Unternehmens.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%