exklusivWhatsApp, Facebook, Skype: Sicherheitsexperten raten von Schnüffel-Apps ab

11. Januar 2013

Viele Apps sollten auf privat angeschafften, aber auch geschäftlich genutzten Smartphones nicht eingesetzt werden. Die WirtschaftsWoche hat eine Analyse der meistverwendeten Apps im Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Die beliebtesten Apps in Deutschland gehören auch zu den gefährlichsten.

29 der 88 beliebtesten Applikationen in Deutschland greifen nach einer Analyse des Sicherheitsunternehmens Trend Micro im Auftrag der WirtschaftsWoche so viele Daten ab, dass sie auf privat angeschafften, aber auch geschäftlich genutzten Smartphones nicht eingesetzt werden sollten. Dabei sind die Apps unter Googles Betriebssystem Android noch anfälliger, weil Google weniger rigide Sicherheitsvorgaben durchsetzt als Konkurrent Apple.

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Zu den 16 von insgesamt 88 geprüften Smartphone-Apps, die Trend Micro als „sehr kritisch“ einstuft, zählen ausgesprochen beliebte Apps. So etwa die sozialen Netzwerke Facebook und LinkedIn, der Kurznachrichtendienst WhatsApp, die Internet-Telefoniesoftware Skype, die ÖPNV-Auskunft und die Navigations-App von Navigon. „Ein Einsatz im Unternehmen ist nicht zu empfehlen“, warnt Raimund Genes, Technik-Chef bei Trend Micro, in der kommenden Ausgabe der WirtschaftsWoche.

Problematisch ist, dass die Apps teils umfassend auf Kontaktdaten, Kalendereinträge, E-Mails, Browserdaten, genaue Standortdaten und Nutzerkonten in den Telefonen zugreifen und diese Daten zum Teil sogar an den Software-Anbieter übermitteln, ohne dass die App vorher um Erlaubnis fragt. Da viele dieser Server zudem in den USA stehen, bleiben auch strenge deutsche und europäische Datenschutzregeln wirkungslos.

13 weitere Apps stuft die Trend Micro als immerhin noch „kritisch“ ein. Sie greifen genauso viele Daten ab, fragen aber zuvor um Erlaubnis. Dabei profitieren die App-Entwickler aber von der Nachlässigkeit der Nutzer, die die Nutzungsbedingungen beim Download meist ungelesen akzeptieren. Welche Daten dann unbemerkt mitgelesen und teils kopiert werden, bleibt den meisten Nutzern damit verborgen.

Zu diesen kritischen Programmen zählen die Apps des Online-Auktionshaus Ebay, der Kurzmeldungs-Dienst Twitter und die Nachrichten-App von Bloomberg, der DB-Navigator der Deutschen Bahn, der Einkaufshelfer Barcoo, der beim Shoppen Strichcodes entschlüsselt, und das bei Jugendlichen sehr beliebte Spiel Mega Jump.

Als unbedenklich stuften die Experten lediglich 30 der beliebtesten 88 Android-Apps in Deutschland ein.

radio.de
Richtigstellung

Bei der Analyse der App radio.de im Rahmen des Artikels „Sicherheitsexperten raten von Schnüffel-Apps ab“, veröffentlicht bei „wiwo.de“ am 11. Januar 2013, ist dem Sicherheitsunternehmen ein Fehler unterlaufen. Die Einstufung als „sehr kritisch“, „Schnüffel-App“ und/oder „böse“ oder „gefährlich“ ist falsch. Die App kann auf geschäftlich genutzten Smartphones heruntergeladen werden. Kontaktdaten, Kalendereinträge, E-Mail, Browserdaten, Konten und/oder genaue Standortdaten werden nicht ausgelesen und/oder übermittelt.

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Kommentare | 6Alle Kommentare
  • 15.01.2013, 10:26 Uhrduell

    Problematische, oft schwer oder gar nicht zukontrollierende Apps sind ein großes Problem. Noch schlimmer aber sind die großen Hersteller, allen voran Nokia und Samsung, die sich mit einer kaum noch zu überbietenden Hybris über in Deutschland und Europa geltende Datenschutzgesetze hinwegsetzen und nicht davor zurückschrecken die Daten Ihrer Anwender rechtswidrig zu verarbeiten.

    Artikel von mir zum Thema Samsung:
    http://pretioso-blog.com/datenschutzskandal-samsung-galaxy-s3-uebertraegt-daten-heimlich-zu-amerikanischen-geheimdiensten/
    http://www.mobile-zeitgeist.com/2012/12/20/aktuelle-samsung-android-gerate-unsicher-lehrstuck-fur-schlechtes-krisenmanagement/

    Artikel von mir zum Thema Nokia:
    http://pretioso-blog.com/nokia-entschluesselt-https-verkehr-beim-nokia-xpress-browser-fuer-s40-und-nokia-lumia/
    http://www.mobile-zeitgeist.com/2013/01/11/nokia-xpress-browser-routet-ssl-traffic-zu-nokia-und-entschlusselt-ihn/

    Der Widerstand sollte analog zu Streetview seinerzeit allmählich auf die Mobility übergreifen.

  • 14.01.2013, 18:40 Uhrfeedooweb

    Selber schuld, man kann statt Barcoo auch Apps nutzen, die keine Daten sammeln wie http://www.preisente.de und wer die 6 Cent für eine SMS sparen will, muss damit rechnen, dass es irgendwie dann doch bezahlt!

  • 14.01.2013, 10:32 Uhrcashca

    Es ist doch langsam verrückt.
    Egal was wo auf den Markt kommt, der Spion ist immer dabei.
    Wie soll sich denn da ein normaler Nutzer noch zurechtfinden?
    Nicht alle sind Spezialisten, die alle Tricks und Lücken kennen.
    Da gibts nur eines, Hände weg von allen möglichen Schnick Schnack,
    simpel einfacher PC mit den Funktionen, die man kennt und beherrscht.
    Eine wahrhaft verrückte Welt......wir werden überall ausspioniert bis auf die Haut.
    Wohl dem. der in der Familie wenigstens eine Fachmann hat .....!!!!!!
    Ich möchte nicht wissen, was da noch so abläuft, wo wir nie was erfahren
    , wer alles auf unsere priv. mails zugreifen kann, ohne das wir es merken.

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