Windows 10: Die wichtigste Neuauflage in der Geschichte von Microsoft

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Windows 10: Die wichtigste Neuauflage in der Geschichte von Microsoft

von Michael Kroker und Stefan Hajek

Mit der Neuauflage seines Betriebssystem-Klassikers will Microsoft endlich beherzt in Richtung Cloud Computing marschieren. Ob der Wandel bei Windows gelingt, ist auch für Aktienkäufer entscheidend.

Seit heute können PC-Nutzer rund um den Globus das neue Windows 10 herunterladen – und das erst einmal sogar kostenlos: In 190 Ländern ist das Gratis-Update von Microsoft nunmehr verfügbar. Für den Endkunden erfordert der Umstieg auf die neue Benutzeroberfläche erst einmal nicht viel mehr als einen Knopfdruck.

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Nach dem Herunterladen stehen ihm auf dem Rechner dann sowohl Bewährtes wie auch Neues zur Verfügung: So kommt in Windows 10 der altbekannte Startknopf zurück. Den hatte Microsoft in der Vorgängerversion Windows 8 abgeschafft, damit aber die Empörung der Nutzer auf sich gezogen. In der Zwischenversion 8.1 war das Startmenü dann wieder enthalten.

Neben der Rückkehr des beliebten Startknopfs hat der Neuaufguss diverse Sicherheitsfeatures und neue Funktionen wie etwa den von den Windows-Smartphones bekannten Sprachassistent Cortana sowie den neu konzipierten Web-Browser Edge unter der Haube.

Windows 10 zum Start Was Windows-Nutzer jetzt wissen müssen

Millionen von Computernutzern können in den kommenden Tagen ein kostenloses Upgrade auf Windows 10 bekommen. Wie die Installation gelingt, was das neue System bringt – und warum es sinnvoll ist, damit noch zu warten.

Das Upgrade auf Windows 10 ist nicht für alle Nutzer sinnvoll. Quelle: dpa

So einfach der Umstieg für den einzelnen Nutzer, so bedeutsam ist Windows 10 für Microsoft – mehr noch: Für den Software-Giganten aus Redmond ist es die vermutlich wichtigste Betriebssystem-Version überhaupt, seit der Konzern vor knapp 30 Jahren das erste Windows im November 1985 auf den Markt gebracht hat.

Denn bei Windows 10 bricht Microsoft radikaler mit der Vergangenheit als je zuvor: Statt die neue Version für viel Geld zu verkaufen, erhalten Privatnutzer das Update kostenlos. Damit rasiert der Konzern, zumindest oberflächlich betrachtet, den wichtigsten Umsatzlieferanten neben der Bürosoftware Office – und zwar mit Kalkül: Denn mit Windows 10 will Microsoft-Boss Satya Nadella den Umbau in Richtung Cloud Computing weiter vorantreiben.

Nadellas Kalkül: Statt wie bisher mit einem monolithischen Programmpaket Geld zu verdienen, sollen die Kunden lieber kleine Extradienste hinzu mieten, etwa zusätzlichen Speicherplatz oder spezielle Software-Funktionen. Am Ende zahlt der Kunde also doch wieder und nicht zu knapp. Statt über einen einmaligen Softwareverkauf soll das Geld kontinuierlich fließen.

Obwohl die Pläne von Nadella Microsofts Umsatz und Gewinn erst einmal deutlich belasten dürften, bis die neuen Erlöse sprudeln, hat die Börse den laufenden Umbau bei Microsoft bereits positiv bewertet: Die Aktie hat sich in den vergangenen drei Jahren schon fast verdoppelt. Aber sie hat durchaus noch Potenzial, auf die lange Sicht.

Eilig sind Käufe nicht, denn: Die Umstellung vom Lizenzverkauf hin zu Mietsoftware in der Cloud ist bei Microsoft in vollem Gang und noch lange nicht so weit gediehen wie bei anderen Softwareherstellern. Sie verspricht eine Verstetigung der Gewinne, weniger Schwankung von Quartal zu Quartal und letzten Endes auch, so zumindest sehen das die Analysten, Mehrumsatz.

Das Problem: Am Anfang kostet sie etwas Wachstum und Gewinnmarge. Bei verkauften Softwarepaketen wird der ganze Umsatz sofort verbucht, bei Cloud-Diensten kommt er tröpfchenweise, über die Mietdauer verteilt.

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Vom aktuellen Aktienkurs (45 Dollar) sind allein gut 8 Dollar Netto-Cash. Zieht man die ab, schnurrt auch das mittlerweile wieder ambitionierte Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16,8 zusammen auf moderate 13,8. Hinzu kommt eine relativ ausfallsichere Dividende, die knapp drei Prozent Rendite abwerfen sollte.

Die erste Hürde dürfte das neue Windows auf Sicht von 12 Monaten nehmen: Bis dahin wird sich zeigen, ob Windows 10 den bei den Nutzern unbeliebten Vorgänger Windows 8 schlagen kann. Der kam ein Jahr nach Marktstart auf weniger als zehn Prozent Marktanteil – der erfolgreiche Vorvorgänger Windows 7 lag zu jenem Zeitpunkt bereits gut doppelt so hoch.

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