Wintertourismus: Milliarden für den Pistentraum

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Wintertourismus: Milliarden für den Pistentraum

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Bergauf und ab: Die neusten Trends im Wintersport.

von Thomas Kuhn

Im Kampf um die Kundschaft investieren die Skigebiete in immer neue Megaprojekte. Das größte Problem der Branche aber löst auch das nicht.

Sie ist berühmt und berüchtigt – und ein absoluter Freeride-Klassiker im Alpenraum. Die bis zu 40 Grad steile Nordabfahrt von der Valluga, jenem markanten Gipfel im österreichischen Arlberg-Massiv, ist eine Sehnsuchtsroute.

Die Tiefschneepiste führt über rund 900 Höhenmeter runter nach Zürs. Zunächst geht es, genau auf der Grenze zwischen Vorarlberg und Tirol, aus gut 2800 Metern Höhe hinab durch den extremen Nordhang, später hinaus durch die Weite des Pazieltals.

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Die anspruchsvolle Nordroute war – seit Erschließung des Arlbergs als Wintersportregion Anfang vergangenen Jahrhunderts – für Skifahrer die einzige Möglichkeit, mit Skiern zwischen den Tiroler Abfahrten und dem Großteil der Vorarlberger Pisten zu wechseln. Wollten Sie nicht mit Bus oder Auto über die enge Flexenpass-Straße Richtung Zürs und Lech fahren.

Skischaukel auf 2227 Metern Höhe: Die Bergstation der neuen Flexenbahn verbindet die westlichen und östlichen Skigebiet am Arlberg. Foto: Flexenbahn

Skischaukel auf 2227 Metern Höhe: Die Bergstation der neuen Flexenbahn verbindet die westlichen und östlichen Skigebiet am Arlberg.
Foto: Flexenbahn

Obwohl seit Jahren in einem gemeinsamen Liftpass verbunden, blieben Lech, Zürs und Zug im Westen durch die steilen Felshänge oberhalb des Flexenpasses von Sankt Anton, Sankt Christoph und Stuben im Osten getrennt.

Und die Idee einer alpinen Verbindung zwischen den renommierten Skiorten blieb über Jahrzehnte nur ein unerfüllter Traum der örtlichen Sport- und Tourismusverantwortlichen.

45 Millionen Euro für den prestigeträchtigen Titel

Mit dem Start in die aktuelle Wintersaison ist er wahr geworden. Rund 45 Millionen Euro hat sich der Verbund der regionalen Seilbahnbetreiber eines der größten Seilbahnprojekte kosten lassen, das in den vergangenen Jahren überhaupt im Alpenraum realisiert wurde.

Den ganzen Sommer über haben sie nicht nur im Westen die angejahrte, rote Pendelgondel zum Zürser Trittkopf durch eine nun über zwei Etappen verlaufende Umlaufbahn ersetzt. Sie haben auch an der Ostseite die neue Flexenbahn von der Alpe Rauz über die Steilwände hinauf zur Mittelstation der neuen Trittkopfbahn gebaut.

Insgesamt addiert sich damit die Zahl der Anlagen und Pistenkilometer nun auf 87 Lifte und 305 Kilometer Abfahrten. „Der Kreis ist endlich geschlossen“, sagte Philipp Zangerl, kurz vor der Eröffnung des in der Skiregion lange erwogenen und über die Jahre doch immer wieder verworfenen Projekts. Zangerl ist Vorstandschef der Ski Zürs AG und damit einer der drei Träger des Millionenprojekts, mit dem sich die Region das prestigeträchtige Etikett „des größten Skigebiets in Österreich“ sichert.

Für den Bergbahnmanager ist das gut investiertes Geld, das den Skiverbund zukunftssicher macht. „Damit“, sagt er, „werden wir sicher neue Gäste für den Arlberg gewinnen.“

Genau darum nämlich geht es. Die Top-Destinationen rüsten auf im Kampf um die Gunst einer schrumpfenden Zahl von Skiurlaubern, die zudem heute deutlich kürzer in den Bergen Ferien macht, als etwa noch vor einem Jahrzehnt. Sie investieren Jahr für Jahr hunderte von Millionen Euro in neue Technik – von Schneemaschinen bis zu neuen Seilbahnen. Sie wollen die Kundschaft mit Superlativen locken. Und speziell in Österreichs am dichtesten besetzter Skiregion, in Tirol, treiben sich die Tourismusverantwortlichen dabei zu immer neuen Mega-Projekten.

Und die neue Flexenbahn ist nur ein Beispiel aus der laufenden Saison für diese Entwicklung.

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