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Zynga-Börsengang: Wachwechsel in der Spielebranche

von Oliver Voß

Der größte Börsengang einer Technologiefirma seit Google ist geglückt und Zynga katapultiert sich damit endgültig in den Computerspiele-Olymp. Doch dort könnte die Firma auch schnell wieder hinabstürzen.

Mark Pincus hat viele Unternehmen gegründet, doch Zynga ist sein erfolgreichstes. Quelle: dapd
Mark Pincus hat viele Unternehmen gegründet, doch Zynga ist sein erfolgreichstes. Quelle: dapd

Mark Pincus hat schon längst ausgesorgt. Bereits seine erste, in den Anfängen der Dot-Com-Ära gegründete Firma FreeLoader Inc. wurde für 38 Millionen Dollar verkauft, mit einem geschätzten Vermögen von zwei Milliarden Dollar gehört der 45-jährige zu den 250 reichsten US-Amerikanern. Und heute wird er sein Vermögen noch einmal deutlich steigern, denn Pincus´ Spielefirma Zynga geht an die US-Technologiebörse Nasdaq. Es soll der größte Börsengang eines US-Technologieunternehmens seit Google werden und Pincus hält nach Schätzungen noch 16 Prozent der Anteile.

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Eine Zynga-Aktie kostete vor der Erstnotiz an der US-Technologiebörse Nasdaq zehn Dollar und liegt damit am oberen Ende der avisierten Preisspanne. Damit war das Unternehmen mit rund sieben Milliarden Dollar bewertet. Unmittelbar nach dem Börsendebüt konnte die Aktie weitere zehn Prozent zulegen, zum Handelsschluss in den USA notierte die Zynga-Aktie allerdings unter dem Ausgabepreis bei 9,41 Dollar. Die erst 2007 gegründete Firma ringt damit um Platz zwei unter den größten Spieleherstellern: der langjährige Marktführer Electronic Arts verzeichnet eine Marktkapitalisierung von 6,9 Milliarden Dollar, Marktführer Activision Blizzard ist 16,6 Milliarden Dollar wert.

Schatten auf Zynga

Dabei liegt die Zynga-Bewertung deutlich niedriger als ursprünglich erwartet, Mitte des Jahres standen noch 14 bis sogar 20 Milliarden Dollar im Raum. Doch das schwache wirtschaftliche Umfeld und die durchwachsenen Ergebnisse der Börsengänge von LinkedIn und Groupon, die nach anfänglichen Kurssprüngen schnell wieder deutlich unter die Ausgabepreise stürzten, werfen ihren Schatten auf Zynga.    

Auch der enttäuschende Börsenstart des japanischen Wettbewerbs Nexon trübt die Stimmung. Die Aktie des asiatischen Online-Spiele-Spezialisten schloss am ersten Tag unter ihrem Ausgabepreis. Dabei war es mit einem Volumen von umgerechnet gut 960 Millionen Euro der größte Börsengang in Japan in diesem Jahr.

Doch so oder so ist die Erfolgsgeschichte von Zynga unglaublich. Das erst vier Jahre alte wurde mit Facebook-Spielen wie „Farmville“ populär. Die Spiele sind vergleichsweise simpel und umsonst. Zynga verdient nur daran, dass ein kleiner Teil der Spieler Geld für virtuelle Güter ausgibt.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 16.12.2011, 21:54 UhrAnonymer Benutzer: motzerator

    Bevor man die Aktien dieser Firma kauft, sollte man sich unbedingt deren Produkte ansehen. Ich spiele das Spiel Cityville, in dem man eine virtuelle Stadt aufbauen kann. Leider ist das Game von einer technisch beindruckend schlechten Qualität. Es gibt eigentlich ständig irgendwelche Probleme, mal muss man die letzten Spielzüge wiederholen weil die Server aus dem Takt geraten sind, mal können Quests nicht beendet werden, ständig ist irgendwo Sand im Getriebe.

    Der Hersteller verdient sein Geld mit dem Verkauf von Spielgeld, mit dem man sich im Spiel Gegenstände kaufen oder Aufgaben schneller erledigen kann, zu extrem überteuerten Preisen. So kostet ein Brunnen, der verhindert, das die Feldfrüchte verwelken, 395 City Cash, das entspricht 39,50 Euro. Selbst wer das beste Rabattangebot nutzt, kommt immer noch auf knapp 20.- Euro. Kein vernünftiger Mensch gibt soviel Geld für virtuelen Tand aus, weshalb es auch nicht wundert, das Zynga nur von einem kleinen Prozentsatz der Spieler Geld bekommt. Der Rest spielt gratis. Selbst wenn die Preise der Items angemessen währen, wer steckt schon gutes Geld in ein Spiel, das ständig Probleme macht?

    Das einzig gute an Zynga ist der Support, hat man ein Problem mit einem Game, bekommt man immer eine Antwort, auch wenn man die Mailadresse erst mal suchen muss. Die Mails werden von Menschen beantwortet, nicht von Bots, was für den Hersteller eine teure Supportabteilung bedeutet.

    Aber auch die Wirtschaftsdaten geben keinen Anlass zum Optimismus, nur 30 Millionen Euro Gewinn sind bei der Höhe des Umsatzes wenig, vor allem da Zynga im Moment auf der Erfolgswelle der Sozialen Netzwerke surft. Das wirft die Frage auf, was mit dem Ertrag passiert, wenn der Boom abflaut, weil die Spieler genug von der miserablen Qualität des Games haben oder sich die extrem überteuerten Preise für die Gegenstände auch bei den kleinen Leuten herumsprechen. Ärger seitens des Verbraucherschutzes ist hier nämlich auch noch zu erwarten.

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