Zynga-Rivale Wooga: Die Zauberstabfabrik

Zynga-Rivale Wooga: Die Zauberstabfabrik

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Herr der Knuddelmonster - Wooga-Chef Jens Begemann hat sich zu einem der größten Rivalen von Marktführer Zynga aufgeschwungen.

von Oliver Voß

Der Börsengang von Zynga elektrisiert die Branche. Die Berliner Spielefirma Wooga hat sich zu einem der größten Rivalen gemausert und lässt etablierte Riesen alt aussehen.

Die Berliner Backfabrik hat einige von Deutschlands erfolgreichsten Internet-Gründungen hervorgebracht. Hier residieren die VZ-Netzwerke oder das von Google übernommene Rabattportal Daily Deal. Vor zwei Jahren zog die Computerspielefirma Wooga in die ehemalige DDR-Großbäckerei am Südrand des Prenzlauer Bergs. In kürzester Zeit ist die 2009 gegründete Firma zu einem der wichtigsten Spieleanbieter geworden.

Dabei hat die Expansion erst begonnen. Wooga erobert gerade die oberste Etage, direkt unter dem Dach stapeln sich nagelneue Tische, eingetütete Bürostühle und Kartons. Ein junger Mann im Kapuzenpulli lässt sich von Umzugschaos und Farbgeruch nicht stören und startet mit seinem Laptop eine Videokonferenz. Platz ist knapp bei Wooga, selbst Chef Jens Begemann hält eine Besprechung auf der violetten Couch im Foyer ab. Denn in den Konferenzräumen finden wie so oft Bewerbungsgespräche statt: Zwei neue Mitarbeiter stellt das Unternehmen jede Woche ein.

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Massenmarkt Social Games

Die 120-Mann-Truppe programmiert sogenannte Social Games, kostenlose Spiele, mit denen man sich bei Facebook allein oder mit Freunden vergnügen kann. 34 Millionen Menschen vertreiben sich mit den Spielen der Berliner jeden Monat die Zeit. Damit gehört Wooga zu den drei weltweit erfolgreichsten Spieleentwicklern bei Facebook und hat sich zu einem der größten Rivalen von US-Marktführer Zynga gemausert. Durch den Siegeszug dieser Gratisspiele wandelt sich das Geschäftsmodell der gesamten Branche: Auch fast alle Anbieter klassischer Computerspiele arbeiten intensiv an solchen Modellen.

Knuddelige Monster - 70 Prozent aller Wooga-Spieler sind weiblich

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Denn es steht eine Wachablösung bevor, die vor Kurzem kaum jemand für möglich gehalten hätte. Erst vor zwei Jahren brachte Zynga seinen Klassiker Farmville heraus. Anfangs wurden die Facebook-Farmer mitleidig belächelt, doch 2011 wird Zynga erstmals mehr als eine Milliarde Dollar einnehmen. Der Pionier der Facebook-Spiele will heute an die Börse gehen und peilt eine Bewertung von bis zu zehn Milliarden Dollar an. Die lange größte Spielefirma Electronic Arts (EA) kommt auf sieben Milliarden Dollar.

Schnickschnack für Millionen

Die Spiele sind grundsätzlich kostenlos, Geld verdienen die Anbieter mit dem Verkauf von virtuellen Gegenständen und Funktionen, die Nutzer schneller voranbringen. Obwohl meist weniger als fünf Prozent der Nutzer echtes Geld ausgeben, lohnt sich das. So hat Wooga in einem Jahr allein 28 Millionen Zauberstäbe verkauft, mit denen Spieler von Monster World das Wachstum ihrer magischen Pflanzen beschleunigen. Bei einem Durchschnittspreis von 0,12 Cent ließ allein der magische Stab die Bilanz um 3,4 Millionen Euro wachsen. Dabei sind die Stäbe nicht einmal die größte Einnahmequelle: Die bildet der erst später eingeführte Regenbogenschleim mit einem Umsatzanteil von 35 Prozent. Weltweit wurden 2010 von allen Anbietern virtuelle Güter im Wert von 7,3 Milliarden Dollar verkauft, bis 2014 soll sich der Umsatz verdoppeln, erwarten die Marktforscher von In-Stat aus Scottsdale im US-Staat Arizona.

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