Displays: Brillenlos 3-D-Fernsehen gucken?

Displays: Brillenlos 3-D-Fernsehen gucken?

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Nimm zwei. Stereo-Displays zeigen Fahrer und Beifahrer unterschiedliche Bilder

von Thomas Kuhn

Auf Handys, Laptops und Spielekonsolen sind 3-D-Bilder ohne Brille zu erkennen. Warum nicht auf dem Fernseher?

Vor wenigen Tagen drängten sich auf der Computerspielemesse Gamescom in Köln die Massen vor den Ständen von Herstellern wie Asus und LG. Denn auf den Spezialmonitoren und Highend-Notebooks entstehen vor den Augen der Spielefans 3-D-Bilder – ganz ohne Spezialbrillen.

Auch der Smartphone-Hersteller HTC und der Spieleproduzent Nintendo haben in diesem Jahr Geräte mit sogenannten autostereoskopischen Displays vorgestellt, die ohne Spezialbrille räumliche Bilder anzeigen können. Das müsste, denkt sich der 3-D-Fan, doch auch am Fernseher funktionieren.

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Tut es aber nicht. Obwohl Fachleute von Forschungseinrichtungen wie dem Berliner Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut oder Elektronikkonzernen wie Toshiba oder Philips teils über Jahrzehnte an Autostereo-Displays arbeiten, sind die noch immer nicht massenmarktreif.

Unterschiedliche Szenarien bieten verschiedene Möglichkeiten

Grund sind vor allem die unterschiedlichen Nutzungsszenarien. Während Handynutzer und Computerspieler meist allein auf den Schirm blicken, sitzen vor dem Fernseher oft mehrere Zuschauer.

Dafür aber eignet sich das bei Handys und Monitoren genutzte 3-D-Verfahren nur eingeschränkt. Dort sorgt ein vorgeschaltetes Raster dafür, dass beide Augen immer nur die für sie bestimmten Bildspalten sehen. Sobald Nutzer den Kopf bewegen, geht die 3-D-Wirkung verloren, und das Bild springt.

Um den Effekt bei TV-Bildschirmen zu minimieren, braucht es hoch kompliziere, teils dynamisch angepasste Display-Filter. Damit wird nicht nur das Bild dunkler. Zudem sinkt die sichtbare Auflösung.

Das Manko machen sich Unternehmen an anderer Stelle zunutze: Denn die Rastertechnik ermöglicht es, zwei Betrachtern unterschiedliche Bilder zu zeigen. Im Auto etwa könnte der Fahrer so auf einem Autostereo-Display im Armaturenbrett die Routenhinweise des Navigationssystems erblicken, während der Beifahrer auf dem gleichen Schirm einen Film ansieht.

Auch auf Werbedisplays, für die Anbieter wie Natural View Systems oder die Philips-Ausgründung Dimenco Autostereo-Monitore liefern, mag die niedrigere Auflösung reichen. Im Wohnzimmer aber nicht. Ändern wird sich das erst mit künftigen Displaygenerationen, die eine drastisch höhere Auflösung besitzen. Hersteller wie Panasonic haben bereits Prototypen sogenannter 4K-Monitore präsentiert, die viermal so viel Bildpunkte besitzen, wie aktuelle FullHD-Fernseher. Trotzdem brauchen Fans brillenloser 3-D-TV-Erlebnisse daheim weiter einen langen Atem. Denn auf absehbare Zeit bleiben 4K-Displays mit fünfstelligen Euro-Preisen für den Massenmarkt unbezahlbar.

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