Disput: Wissenschaftssprache: "Genial nur auf Deutsch"? - Seite 3

Disput: Wissenschaftssprache: "Genial nur auf Deutsch"?

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Noch können sich Wissenschaftler ja sehr geschliffen auf Deutsch unterhalten. Aber hören Sie doch einmal genau hin, was sich da an englischen Begriffen eingeschlichen hat. Die meisten Kollegen machen sich einfach nicht mehr die Mühe, sie ins Deutsche zu übersetzen. Ein Beispiel aus meinem Fach: Bei Hochrechnungen sprechen Statistiker vom „Bias“, statt einfach zu sagen, das Ergebnis ist verzerrt. Oder sie sprechen von Performance, wenn sie Leistung und Genauigkeit meinen, zwei sehr klare deutsche Begriffe. So kann man vieles auf Deutsch viel Treffender sagen. Wir dürfen die deutsche Fachsprache nicht sterben lassen. Die hat viele Fachbegriffe aus dem Lateinischen entlehnt. Warum nicht heute aus dem Englischen? Ich meine mit deutsch ja nicht rein germanisch urdeutsch. Tatsächlich stammen zwei Drittel unserer deutschen Begriffe aus anderen Sprachen. Aber sie wurden eingemeindet, sie werden deutsch geschrieben und nach deutschen Regeln gebeugt. Aus dem lateinischen Wort fenestra wurde das Fenster, aus dem englischen Begriff cake der Keks. Heute schreibt aber niemand Pauer statt Power. Wir dürfen nicht aufhören, deutsche Äquivalente zu suchen. Sonst können wir der eigenen Bevölkerung immer seltener verständlich vermitteln, worum es geht. Deutschland: Wie gut kennen Sie Land und Leute? Wäre es für deutsche Forscher nicht ein heilsamer Zwang, sich klar auf Englisch auszudrücken, statt sich in deutschen Satzpirouetten zu verlieren? Englisch hat den Vorteil, dass das Verb im Satz vorne steht. Bei einem deutschen Vortrag muss ich mich dagegen bei jedem Satz bis zum Ende konzentrieren, weil ich nie wissen kann, wie er ausgeht. Das hat aber auch Vorteile: Der Grips muss immer angeschaltet bleiben, zwischendrin wegdösen geht nicht. Altersvorsorge-Quiz

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