Drahtlose Energie: Warum Handys bald keine Steckdose mehr brauchen

Drahtlose Energie: Warum Handys bald keine Steckdose mehr brauchen

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Garantiert ohne Kabelsalat. Die Laserschwerter aus Star Wars

Netzkabel verschwinden aus unserem Alltag. Schon bald funktionieren Handy, Kaffeemaschine und Laptop ohne Strippen-Stress: Die Elektronikindustrie läutet das Zeitalter der drahtlosen Stromversorgung ein.

Es dürfte kein Zufall sein, dass die Helden in Science-Fiction-Filmen nie auf allen vieren nach einer Steckdose suchen, über Stromkabel stolpern oder den Keller nach einer Verlängerungsschnur durchwühlen. Will Smiths Neutralisator in "Men in Black" etwa lädt sich offenbar ebenso magisch von selbst wieder auf wie die Laserschwerter in Star Wars. In der Zukunft, das lehren uns Steven Spielberg, George Lucas & Co., spielt es keine Rolle mehr, wo der Strom herkommt.

Genau diese Welt wollen weltweit führende Technologiekonzerne nun Realität werden lassen. Notorisch leere Akkus, lästige Ladeschnüre und das Kabelgewirr unter dem Schreibtisch sollen verschwinden. Schon ab diesem Jahr. Das Wireless Power Consortium (WPC) will der drahtlosen Stromübertragung mit einem einheitlichen Standard zum Durchbruch verhelfen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Die Liste der knapp 50 WPC-Partner liest sich wie ein Who’s who, der Elektronikbranche – darunter Schwergewichte wie Nokia, Samsung und Philips.

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Bisher nur Insellösung

Im Grundsatz ist die Technik, mit der sich Energie ohne Kabel übertragen lässt, lange erprobt: Bei elektrischen Zahnbürsten etwa wird sie seit Anfang der Neunzigerjahre eingesetzt. Dabei erzeugt in der Ladestation eine Spule, durch die Strom fließt, ein Magnetfeld. Dieses Feld regt den Stromfluss in einer zweiten Spule an, die sich in der Zahnbürste befindet. Dieser Strom schließlich lädt den Akku. Fachleute nennen das Induktionsladung.

Bisher aber sind solche Anwendungen stets Insellösungen. Panasonic hat für seine Elektrorasierer eine eigene induktive Ladestation entwickelt. Dells Laptop Latitude Z600 zieht seinen Strom ebenfalls induktiv aus einer Spezialablage. Und der US-Handyhersteller Palm liefert sein Mobiltelefon Palm Pre mit dem hauseigenen Induktionsladesystem Touchstone. Gravierender Nachteil aller bisherigen Produkte: Sie passen nicht zusammen.

Das wollen die WPC-Partner nun ändern und die Nischenanwendungen durch einheitliche, drahtlose Stromanschlüsse für große Teile der Unterhaltungs- und Haushaltselektronik ersetzen. "Wir erwarten, dass die meisten batteriebetriebenen Produkte wie Kameras, Telefone oder Fernbedienungen in Zukunft kabellos geladen werden", sagt der WPC-Vorsitzende Menno Treffers. "Und wir wollen dazu eine komplett neue Lade-infrastruktur schaffen."

Die WPC-Mitglieder diskutieren lediglich noch letzte Details. Voraussichtlich in den nächsten Wochen werde das Ergebnis auf dem Tisch liegen, sagt Bret Lewis, Chef des US-Elektronikunternehmens Fulton Innovation. Im Leistungsbereich bis fünf Watt sollen dann die Rahmenbedingungen einer einheitlichen Ladetechnologie für alle erdenklichen elektronischen Geräte vereinbart sein.

Qi soll der neue Standard heißen. Das Wort, gesprochen „tschi“, stammt laut WPC aus der asiatischen Philosophie und beschreibt einen nicht greifbaren, immateriellen Energiestrom. In den Ohren der Elektronikmanager klingt der Laut wie ein Zauberwort, das eine technologische Revolution in der Elektronikindustrie auslösen kann: "Kontaktlose Energieübertragung ist brandaktuell", sagt auch Peter Wambsganß, Geschäftsführer des deutschen Stromversorgungsspezialisten RRC aus dem saarländischen Homburg.

Bei dem Anbieter von Induktionslösungen stehen derzeit die Interessenten Schlange. Ihre Ideen reichen von tragbaren Medizingeräten, die, per Induktion geladen, ohne lästige Kabel stets griffbereit sind, bis zu elektronischen Labor-Pipetten. Die tanken drahtlos ihre Akkus auf und sind ohne Steckverbindungen einfach zu desinfizieren. "Wir könnten jede Woche zwei Projekte starten, ohne Akquise zu betreiben", sagt Wambsganß.

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