EHEC: Sprossen sind Ursache der Epidemie

EHEC: Sprossen sind Ursache der Epidemie

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Eine Mitarbeiterin des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit öffnet eine Packung mit Sprossen.

Es steht offenbar fest, woher die EHEC-Erreger kommen: aus Sprossen. Die in der Kritik stehende Verbraucherministerin Ilse Aigner atmet durch: "Wir sind ein Stück weit erleichtert." Dabei ist die Krankheit längst nicht eingedämmt.

Die Quelle für die EHEC-Darminfektionen in Deutschland ist identifiziert. Bei der Überprüfung der Lieferwege seien mit dem Erreger verunreinigte Sprossen als Auslöser für die schweren Erkrankungen ausfindig gemacht worden, sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Reinhard Burger. Die Warnung vor dem Verzehr roher Tomaten, Gurken und Blattsalate wurde aufgehoben ist.

Die Eingrenzung sei anhand ausführlicher Befragungen der Patienten und der Auswertung von Lieferdokumenten möglich gewesen, sagte Burger. So gebe es Fotos vom Restaurantbesuch einer Reisegruppe, auf denen die Salatteller vor den später erkrankten Personen zu sehen sind. Trotz der Erfolgsmeldung bestehe aber noch kein Grund zur Entwarnung, sagte Burger. Es gebe weiterhin Neuerkrankungen, auch wenn deren Zahl zurückgehe. Die Zahl der Toten ist auf 30 gestiegen.

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Der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Andreas Hensel, riet den Verbrauchern, alle Sprossenvorräte aus dem Bio-Betrieb "Gärtnerhof" in Bienenbüttel zu vernichten. Generell sollten Sprossen zudem nur gekocht verzehrt werden, sagte er. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) hatte zuvor den Bio-Betrieb als "die Spinne im Netz" bezeichnet. Offenbar hätten mindestens 80 Opfer der Seuche in ganz Deutschland Sprossen zu sich genommen, die dort gezogen wurden. Eine Verunreinigung des Betriebs sei durch den Kauf verunreinigten Saatguts oder auch mangelnde Hygiene der Mitarbeiter denkbar, die den Erreger mitgebracht haben könnten.

Die Bundesregierung sieht nach der Eingrenzung des EHEC-Verdachts auf Sprossen mehr Klarheit für die Verbraucher. "Wir sind ein Stück weit erleichtert", sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) am Freitag in Berlin. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) beklagte verwirrende Informationen im Zusammenhang mit der EHEC-Epidemie in Deutschland. Gegen die vor allem von „selbst ernannten Experten“ in die Welt gesetzten Vermutungen habe er "gar nicht anarbeiten können", sagte er. Das Gesundheitsministerium habe sich dagegen immer streng an die Empfehlungen des RKI gehalten. Eine sofortige Diskussion über die auf Bund und Länder verteilten Zuständigkeiten für das Krisenmanagement lehnte Bahr erneut ab. Die Strukturen hätten sehr gut funktioniert, über eine Verbesserung werde man nach der Epidemie sprechen.

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