Elektronikmesse Ifa: Ein Aha-Erlebnis folgt aufs nächste

Elektronikmesse Ifa: Ein Aha-Erlebnis folgt aufs nächste

, aktualisiert 03. September 2016, 16:18 Uhr
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Mit einem Tunnel aus gewölbten Flatscreens will der TV-Hersteller LG die Messebesucher für OLED-Fernseher begeistern.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Ifa 2016 in Berlin ist für Besucher eröffnet. Neben bekannten Trends und Produkten aus der Unterhaltungselektronik haben die Hersteller auch völlig Neues parat. Ein peraönlicher Erlebnisbericht.

BerlinSegway, Virtual Reality und jede Menge neue Unterhaltungstechnik: Die Elektronikmesse Ifa in Berlin ist bei weitem keine Nischen-Veranstaltung. Auch der Durchschnitts-Besucher kommt voll auf seine Kosten – und kann so manches kleine Abenteuer erleben.

Nachdem ich mich auf dem riesigen Gelände der Messe Berlin einigermaßen zurechtgefunden habe, treffe ich auf einen Balance-Scooter der bayerischen Firma „Hama“. Den muss ich unbedingt mal ausprobieren, denke ich sofort.. Der Balance-Scooter ist eine Art Segway ohne Lenkstange. Zwei Damen am Stand können scheinbar mühelos fahren können. Vor und zurück, um Kurven herum, auf Rampen herauf. Das sollte ich auch schaffen.

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Zuvor muss ich eine Erklärung unterschreiben, dass ich mich auf eigene Gefahr auf den kleinen Scooter stelle. Ohne Helm geht schon mal gar nichts. Das dürfte nicht so einfach werden, merke ich schon zu diesem Zeitpunkt.

Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ich steige vorsichtig, – und mit kleiner Unterstützung – auf das Zweirad und bekomme die einfache Anweisung, lediglich das Gleichgewicht zu halten. Leichter gesagt als getan – prompt liege ich auf dem Hosenboden. Nach mehreren Anläufen ist meine Mühe von Erfolg gekrönt. Ich lehne mich leicht nach vorne und bewege mich vorwärts.

Ich fahre die abgesperrte Strecke auf und ab, kriege sogar eine Kurve ist drin. Nach einigem Hin und Her steige ich vorsichtig ab und bin froh, dass es wenigstens einigermaßen funktioniert hat. Thomas Bobinger, Senior Product Manager bei Hama, erklärt mir, dass die Balance-Scooter nicht auf öffentlichen Straßen zugelassen seien. Sollte sich das in Zukunft ändern, könne er sich gut vorstellen, Hupen, Bremslichter oder Blinker anzubauen. Für mich ein interessanter Praxistest.

Nach meinem kleinen Scooter-Abenteuer mache ich mich wieder auf den Weg. Anhand der anderen Stände wird mir klar, dass Virtual Reality Brillen bei der diesjährigen Ifa eine zentrale Rolle spielen – das gleicht sich mit der Einschätzung vieler Experten im Vorfeld. Eine europaweite Marktstudie des Ifa-Veranstalters, der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (GfU), stellt fest: Jeder fünfte Befragte kann sich vorstellen, in Zukunft eine VR-Brille zu kaufen.

Da ich persönlich noch ein ziemlicher Neuling in der virtuellen Realität bin, probiere ich natürlich direkt eine der Brillen aus. Der koreanische Hersteller Samsung bietet mehrere Möglichkeiten: Einen virtuellen Bungeesprung in einen Vulkan, eine Achterbahnfahrt oder ein Mountainbike-Rennen.


Wer alles sehen will, sollte zwei Tage einplanen

Ich entscheide mich dabei für das Mountainbike. Das ist aber einzig der Länge der Schlange geschuldet. Ich hocke mich auf etwas, das einem Fahrrad ähneln soll, schnalle mich an, setze die VR-Brille auf – und „fahre“ los. Wichtige Einschränkung: Ich kann selbst nichts kontrollieren, die Brille spielt mir ein Video ab.

Beim Start stehen mehrere Gegner gleich neben mir. Ich trample kräftig in die Pedale. Das aber auch nur virtuell, denn in der Realität kann man seine Füße nur neben sich auf dem Gerät platzieren. Ich fahre bergauf und bergab, werde dabei heftig durchgeschüttelt und – das war so zu erwarten – fahre als Erster ins Ziel. Wenn man nach rechts oder links, oben oder unten schaut, ändert sich der abgebildete Bildausschnitt. Eine schöne spielerische Erfahrung. In Zukunft werde ich zum Radfahren aber doch lieber vor die Tür gehen.

Auch Sony verspricht sich viel von dieser Technik. Der Konzern stellt den Besuchern dafür extra eine Wohnzimmergarnitur zur Verfügung. Hier ist es möglich, die Playstation-Version der Brille zu testen. Das Gadget soll im Oktober 2016 auf den Markt kommen und Konsolenspielern das Virtual-Reality-Erlebnis ins heimische Wohnzimmer bringen.

Damit versucht Sony, die Playstation 4 attraktiver zu machen. Das scheint auch bitter nötig: Laut dem Consumer Electronics Marktindex Deutschland (Cemix) ist der Gesamtumsatz der Spielekonsolen in Deutschland im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 27 Prozent auf 180 Millionen Euro eingebrochen.

Natürlich geht es bei einer Messe für Unterhaltungselektronik auch um die neuesten TV-Geräte. Allen voran die neuen OLED-Fernseher fallen dabei sofort ins Auge. Die Geräte sind extrem flach, sollen aber trotzdem ein realistischeres TV-Bild produzieren als herkömmliche Modelle. Der deutsche Herstellern LG hat zur Veranschaulichung einen beeindruckenden Tunnel gebaut, der komplett aus OLED-Fernsehgeräten besteht.

Wer nichts für Virtual Reality, Spielekonsolen oder Fernsehgeräten übrig hat, dürfte sich auf der Ifa dennoch wohlfühlen. Verschiedene Veranstaltungen, etwa Kochshows oder Konzerte, ergänzen das Programm. Wer allerdings darauf besteht, alles zu sehen, der wird enttäuscht. Wer sich nicht auskennt, verläuft sich schnell. Um alles anzuschauen, müssen mindestens zwei Tage drin sein..

Quelle:  Handelsblatt Online
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