Energie: Klimapolitik: Der neue Weg

KommentarEnergie: Klimapolitik: Der neue Weg

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Die Klima- und Energiepolitik, ein Kommentar

Strom ist viel zu teuer, sagen die Verbraucher. Strom ist viel zu billig, halten die Energieversorger dagegen. Wer hat Recht? Ein Kommentar von Wolfgang Kempkens.

Die Energieversorger  natürlich, wenn die ehrgeizigen Pläne der Bundesregierung oder die noch ehrgeizigeren der Grünen Wirklichkeit werden sollen. Die heutigen Preise reichen nicht aus, um zehntausende zusätzliche Windmühlen auf Hügeln und Feldern aufzustellen, Millionen Dächer mit Solarzellen zuzupflastern und Kohlendioxid aus den Rauchgasen von Kohlekraftwerken auszuwaschen und es in Erdlager zu drücken.

Wir können ruhig von einer Verdoppelung des Strompreises ausgehen. Und was bekommen wir dafür? Eine Senkung des Kohlendioxidausstoßes um 30, vielleicht auch 40 Prozent. Das ist weit weniger, als das, was aufstrebende Länder wie China und Indien innerhalb von vielleicht einem Monat zusätzlich emittieren. Die Belastung für den Verbraucher wird horrend hoch, der Effekt bleibt vernachlässigbar. Da läuft doch etwas falsch!

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Wer die Reduzierung von Kohlendioxid nicht aus ideologischen Gründen betreibt, kommt schnell zu dem Schluss, dass es anders gehen muss und auch besser geht. Weniger Klimagas, oder zumindest eine Stagnation der Emissionen sind für die Welt überlebenswichtig. Zu beantworten ist die Frage, wie sich mit den geringsten finanziellen Mitteln der größte Effekt erzielen lässt.

Ein internationaler Emissionsrechtehandel würde Schieflage beseitigen

Die Antwort fällt leicht: Maßnahmen zur Emissionsminderung sollten auf das konzentriert werden, was  am meisten bringt. Auf  Neubauten von Kohlekraftwerken beispielsweise. Die dann mögliche Stilllegung von Altanlagen bringt ein Minus von weltweit hunderten Millionen Tonnen. Oder auf längere Laufzeiten von Kernkraftwerken und den Bau neuer Anlagen, deren Sicherheitsniveau so hoch ist, dass schwere Störfälle kaum noch denkbar sind.

Können wir also auf Wind, Sonne und Biomasse getrost verzichten? Weit gefehlt. Sie müssen jedoch da eingesetzt werden, wo sie einen entscheidenden Beitrag zur Energieversorgung leisten können. Windgeneratoren auf hoher See sind sinnvoll, weil dort der Wind weitaus stärker und stetiger weht als an sämtlichen landgestützten Anlagen.

Solarkraftwerke in Südspanien, in Nordafrika und an anderen sonnenverwöhnten Standorten sind ebenso sinnvoll. Forschungsgelder müssten deshalb darauf konzentriert werden, Strom verlustarm über große Entfernungen zu transportieren.

Deutschland ist, abgesehen von der Nutzung von Biomasse und Windenergie auf hoher See, ungeeignet für die Ansiedlung erneuerbarer Energien. Trotzdem war es richtig, die entsprechenden Techniken zu entwickeln und sie mit gigantischem finanziellem Aufwand zu fördern. Nur so konnte sich eine kraftstrotzende Industrie mit mehr als 100 000 Arbeitsplätzen  entwickeln.

Es nähert sich jedoch der Zeitpunkt, zu dem der Anreiz, ineffektive Anlagen in Deutschland zu installieren, drastisch reduziert werden muss. Die Politiker in aller Welt müssten sich jetzt darauf konzentrieren, neue Anreize zu schaffen, die finanzielle Mittel dorthin locken, wo sie den größten Effekt haben. Ein internationaler Emissionsrechtehandel würde die Schieflage beseitigen. Wobei armen Ländern die Last erleichtert werden müsste.

Deutsche Verbraucher würden dann nicht neue Solarkraftwerke unter dem meist verhangenen Himmel Deutschlands finanzieren, sondern CO2-arme Kohlekraftwerke in Indien und Kleinkraftwerke in afrikanischen Dörfern, die ihren Strom mit Sonne und Dieselmotoren erzeugen, die mit Öl aus der heimischen Jatropha-Pflanze versorgt werden.

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