Energie sparen: Gutes tun und dabei sparen

Energie sparen: Gutes tun und dabei sparen

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg

von Matthias Hohensee

Facebook hat ein Rechenzentrum entworfen, das dank Luftkühlung massiv Strom spart. Anstatt den Wettbewerbsvorteil für sich zu behalten, legt Gründer Zuckerberg die Blaupause für alle offen.

Die Geschichte, die Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und sein Datenzentren-Chef Jonathan Heiliger am Donnerstagvormittag im Hauptquartier des sozialen Netzwerks in Palo Alto der Presse präsentierten, mutete abenteuerlich an. Drei drei Facebook-Ingenieure haben ein energiesparendes Rechenzentrum entworfen, das die Computerindustrie nicht liefern konnte. Zumindest nicht von der Stange. Und statt diesen Wettbewerbsvorteil für sich zu behalten, legt Facebook ihn im Rahmen seines open compute project offen, damit ihn alle lizenzfrei nutzen können – auch potentielle Konkurrenten.

Zu gut, um wahr zu sein?

Es begann vor etwa zwei Jahren, als Facebook mit seinen angemieteten Rechenzentren haderte. Laut Heiliger fühlte man sich wie ein Mieter, der seine Wände nur weiß streichen darf. Um flexibler zu sein zu sein, entschied Zuckerberg, in eigene Datenzentren zu investieren. Grundbedingung: Sie sollten energiesparend sein. Ein mittleres Datenzentrum verbraucht schon mal zehn Millionen  Dollar im Jahr an Stromkosten, das meiste davon zum Kühlen der heiß gelaufenen Server. „Doch wir fanden am Markt einfach nicht das, was wir brauchten“, sagt Zuckerberg. Statt sich mit den Angeboten von der Stange zufrieden zu geben oder eine Spezialanfertigung in Auftrag zu geben, machte sich ein Team von drei Facebook-Ingenieuren an die Arbeit.

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Herausgekommen ist ein neues Design für Rechenzentren, das laut Facebook bis zu 38 Prozent weniger Strom verbraucht als vergleichbare Anlagen. Die Facebook-Tüftler wollen das erreichen, indem sie die Server effizienter ans Stromnetz anschließen und beim Kühlen auf Mutter Natur setzen. Die Rechner werden nicht mit Klimaanlagen, sondern mit Umgebungsluft gekühlt. Diese strömt durch Filter ins Gebäude, die Wasser und Staub abweisen. Im Einsatz ist das neue Design in Facebooks Rechenzentrum in Prineville, im US-Bundesstaat Oregon. Der Standort wurde gewählt, weil er strategisch nah an einer Energieversorgungstrasse liegt und auch im Sommer relativ kühl ist.

„Größte Kostenreduktion seit einem Jahrzehnt“

Außerdem wurden die Server so designt, dass sie optimal von der Luft gekühlt werden können. Auf überflüssige Verkleidung wurde verzichtet. Facebook behauptet, dass so beim Bau und Inbetriebnahme des Datenzentrums nochmal 24 Prozent Kosten gespart werden.„Es ist die größte Kostenreduktion bei Rechenzentren seit einem Jahrzehnt“, sagt Graham Weston, Aufsichtsratschef des Internet-Hosting Anbieters Rackspace. Er schätzt, dass ein mittleres Datenzentrum mit zehn Millionen Dollar im Jahr an Stromkosten, diese auf sechs Millionen Dollar reduzieren kann.

Drei Facebook-Ingenieure sollen also das geschafft haben, was Computerhersteller mit Millionenbudget nicht liefern konnten? Beim genaueren Nachfragen stellt sich die ganze Sache differenzierter dar. Denn Facebook hat die Technologie in Kooperation mit Unternehmen wie Intel, AMD, Dell und Hewlett Packard entwickelt. „Wir haben ähnliche Technologien schon seit Jahren“, sagt Mary Camarata, Managerin bei der Serversparte von Hewlett Packard. „Wir haben auf der Arbeit von vielen anderen aufgesetzt“, gibt Facebook-Ingenieur Amir Michael zu.

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