Energie und Umwelt: Licht und Lampen der Zukunft

Energie und Umwelt: Licht und Lampen der Zukunft

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Die Lampen der Zukunft snd papierdünne Folien

Europa hat das Ende der Glühbirne beschlossen. Die Lampen der Zukunft sind papierdünne Folien. Sie verbrauchen weniger Strom, halten Jahrzehnte und bieten Designern vollkommen neue Möglichkeiten.

Mächtige Kessel, aus denen Hunderte Kabel und Rohre quellen, beherrschen den Reinraum des Fraunhofer-Instituts Photonische Mikrosysteme (IPMS) in Dresden. Der staubfreie und sterile Raum ist die Herzkammer einer weltweit einmaligen Produktionsanlage. In wenigen Wochen werden hier erstmals leuchtende Scheiben vom Band laufen, von Experten Oleds genannt (Organic Light Emitting Diode).

Die hauchdünnen Strahler sind nichts weniger als eine Revolution unserer Lichtquellen – und ein Nachfolger für die Glühbirne, deren Aus die Europäische Union gerade beschlossen hat: Ab September werden Birnen mit mehr als 100 Watt Leistung europaweit aus dem Handel genommen. Anfang 2010 folgen Leuchten mit mehr als 40 Watt, zwei Jahre später auch schwächere Lampen.

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Die neuen Leuchtfolien, die in Dresden entstehen, sind nicht nur um ein Vielfaches haltbarer und sparsamer als die alten Glühbirnen, sie strahlen auch ein sanfteres, flächigeres Licht ab als Leuchtstoffröhren und Halogenstrahler. Zugleich ermöglichen Oleds völlig neuartige Beleuchtungskonzepte. Sie lassen sich wie Bilder aufhängen oder gleich als Tapetenersatz an die Zimmerwand kleben. Sie sind ein neues und hoch interessantes Spielzeug für Designer.

Die erste Oled-Lampe ist gerade auf den Markt gekommen

Und sie werden in einigen Jahren nicht nur Glühbirnen, Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren ersetzen, sondern selbst einen Teil der auf Leuchtdioden basierenden Lampen, die gerade erst in größeren Stückzahlen für den Privatgebrauch angeboten werden. Die erste Oled-Lampe ist gerade auf den Markt gekommen. Die Early Future, wie der Designer Ingo Maurer das limitierte Stück nennt, kostet allerdings beachtliche 12.000 Euro. Sie ähnelt einem Miniatur-Flutlichtmast mit zehn leuchtenden Segeln.

Mit dem Einsatz zur Beleuchtung ganzer Räume betreten Entwickler und Designer Neuland. Bisher kamen Oleds ausschließlich als Mini-Bildschirme in Handys oder MP3-Spielern sowie in Autos zum Einsatz. So strahlen beispielsweise viele Panasonic-Autoradios schon in Oled-Farben.

Den Größenweltrekord hält derzeit Sonys Oled-Fernseher Xel-1, der in Deutschland ab Januar für rund 3000 Euro in den Handel kommen soll. Nicht einmal 30 Zentimeter misst das Display in der Diagonale. Dafür aber ist der Bildschirm nur wenige Millimeter dick – und damit noch um ein Vielfaches dünner als die Monitore von LCD-Fernsehern.

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Möglich macht das die spezielle Bauform der Oleds. Monitore und Leuchten bestehen weitgehend aus Kunststoff-Schichten. Während die Bildschirme allerdings – ähnlich herkömmlichen Flachdisplays – Abertausende Bildpunkte besitzen, wird das Licht der Oled-Lampen auf der ganzen Fläche erzeugt.

Derart flächiges, blendfreies Licht war bisher nur mit Reflektoren und sogenannten Diffusoren zu erreichen, die das Licht von Glühbirnen oder Leuchtstoffröhren verteilen. Dabei gehen allerdings bis zu 60 Prozent des Lichts verloren – eine gigantische Energieverschwendung. Oleds dagegen sind vollständige Lampen. „Sie spenden Licht, das es bisher nicht gab“, sagt Dietrich Bertram, Leiter der Oled-Aktivitäten bei Philips Licht in Aachen.

Oled-Lampen auf dem Vormarsch

Schon im nächsten Jahr sollen die ersten Oled-Lampen in kleinen Stückzahlen auf den Markt kommen. Experten gehen davon aus, dass sie anfangs für spezielle Leuchteffekte eingesetzt werden, auf Kreuzfahrtschiffen beispielsweise. Transparente Scheiben könnten als Raumteiler in den Restaurants genutzt werden, die bei beginnender Dunkelheit leuchten – auf Wunsch in wechselnden Farben.

Ab dem Jahr 2014 werden zunehmend auch private Wohnzimmer und Büros mit Oled-Lampen eingerichtet, schätzen Experten. Sie kleben an Wänden oder schweben wie Segel unter der Decke. Und sie lassen den Rand des Badezimmer-Spiegels leuchten, sobald man ihn antippt.

Selbst Fensterscheiben lassen sich mit Oleds multifunktional aufrüsten: Tagsüber sind sie transparent, abends beginnen sie zu leuchten. „Bald gibt es bei uns eine Oled-Lampe, die sich selbstständig an die Beleuchtungsverhältnisse anpasst“, sagt Oled-Experte Bertram. Wenn genügend Tageslicht einfällt, bleibt sie dunkel, beim Einsetzen der Dämmerung wird sie kontinuierlich heller. Das reduziert den Stromverbrauch.

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