Energie: Wie Solaranlagen kosteneffizient arbeiten können

Energie: Wie Solaranlagen kosteneffizient arbeiten können

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Matthias Hohensee: Wird das Geld für neue Ideen und Produkte knapp?

Ein neues Startup aus dem kalifornischen Los Gatos verspricht effizientere Solaranlagen. Für seine Idee konnte das junge Unternehmen Geldgeber interessieren: Zehn Millionen Dollar neues Kapital sind jüngst in die Kasse geflossen.

Solaranlagenhersteller haben es schwer: Die Nachfrage nach ihren Anlagen bricht ein, Hersteller aus Fernost zetteln immer neue Preiskämpfe an, und zugleich warnen Experten vor Überkapazitäten. Eine schlechte Zeit, um Investoren zu gewinnen. Sam Arditi hatte damit keine Probleme. Der Chef des Solar-Startups Tigo Energy aus dem kalifornischen Los Gatos hat jüngst zehn Millionen Dollar frisches Kapital eingesammelt. Sein Startup versucht sich an der alles entscheidenden Frage: Wie werden Solaranlagen ohne große zusätzliche Kosten so effizient, dass Sonnenstrom mit traditionellen Energieträgern mithalten kann?

Vor drei Jahren noch leitete Arditi die Handyprozessorsparte von Intel mit 3000 Mitarbeitern. Jetzt will er mit seinem 35 Mann starken Startup die Sonnenenergiebranche aufmischen. Dafür hat sein Unternehmen ein System entwickelt, das Fotovoltaikanlagen zwischen sechs und 20 Prozent effizienter machen soll. Bei Solaranlagen sind oft Dutzende Zellen zusammengeschaltet, die gemeinsam Sonnenlicht absorbieren und in Strom umwandeln. Doch die Anlagen sind nur so stark wie ihr schwächstes Glied in der Kette: Sobald Module leistungsmäßig nachlassen, weil sie verschmutzt sind, ausfallen oder im Schatten liegen, sinkt ihre Energieausbeute im zweistelligen Prozentbereich. In der Praxis wird der Verlust durch Wandler ausgeglichen, die die Spannung der Anlage konstant halten.

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Tigo Energy setzt auf intelligente Steuerung der Solaranlagen

Tigo stattet jedes Solarpanel nun mit Schaltkreisen aus, mit denen sie direkt angesteuert und überwacht werden können. Die Idee ist, die schwachen Module mit der höheren Leistung der stärkeren auszugleichen. Per Internet können Betreiber von Solarparks sehen, welche Module nicht mehr richtig funktionieren. Sie können schnell nachvollziehen, welche Teile der Anlage ersetzt und welche lediglich gereinigt werden müssen. Eine Software ermittelt zudem, ab wann es wirtschaftlich sinnvoll ist, ein Team dafür loszuschicken.

Und Tigo löst noch ein weiteres Problem: Bei den Bränden Südkalifornien erwiesen sich Solaranlagen auf Hausdächern als besonders gefährlich für Feuerwehrleute. Die Anlagen waren zwar vom Netz genommen. Doch das Licht traf weiter auf die Solarmodule und erzeugte damit Spannung. Mit der Tigo-Software ist die Gefahr gebannt: Per Fernsteuerung lassen sich nicht nur einzelne Module steuern, sondern auch die gesamte Anlage abschalten.

Wie interessant die Nische der steuerbaren Solarmodule ist, zeigt das Engagement des Silicon-Valley-Chipherstellers National Semiconductor. Der kündigte gerade mit Solar-Magic ein ganz ähnliches Produkt an. Und das, sagen Experten, sei erst der Anfang.

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