Energieeffizienz: HP baut Server mit Handy-Chips

Energieeffizienz: HP baut Server mit Handy-Chips

, aktualisiert 02. November 2011, 12:46 Uhr
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HP-Vizepräsident Paul Santeler mit dem Prototypen eines "Moonshot"-Servers.

Quelle:Handelsblatt Online

Statt mit leistungsstarken Prozessoren von Intel oder AMD will HP Server künftig mit einfachen Handy-Chips bestücken. Das Projekt „Moonshoot“ soll bis zu 90 Prozent Energieeinsparung bringen.

Hewlett-Packard will mit einer ungewöhnlichen Idee eine Wende beim rasant steigenden Energieverbrauch von Rechenzentren und Unternehmens-Computern schaffen. Erstmals sollen Handy-Chips die Arbeit von leistungsfähigen Computer-Prozessoren übernehmen.

Erste Server aus dem Projekt „Moonshot“ dürften bis zu 89 Prozent weniger Energie verbrauchen und nur ein Zehntel an Platz einnehmen, berichtete HP-Manager Bob Moore in einem Unternehmensblog.

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Traditionell werden Server und große Rechenanlagen eigentlich mit immer leistungsfähigeren Prozessoren von Intel oder AMD betrieben. Dass ein großer Server seine Arbeit tatsächlich auch mit einfacheren Handy-Chips verrichten kann, ist zumindest ungewöhnlich.

„Wie bei früheren Erfindungen gibt es immer Leute, die denken, das ist unmöglich“, schrieb Moore. „Sicher, es gab auch Leute, die dachten, die Welt ist eine Scheibe, der Mensch könne niemals fliegen, und Computer würden niemals so klein sein, um in einem privaten Haushalt Platz zu finden.“ Die energiesparenden Chips wird nach Angaben der „New York Times“ der amerikanische Hersteller Calxeda (Austin, Texas) auf Basis der ARM-Architektur produzieren.

Die in Masse gefertigten Chips des britischen Designers ARM werden derzeit vor allem in Smartphones und Tablet-PCs eingesetzt. Da sie deutlich weniger Energie als leistungsfähigere Intel-Chips benötigen, eignen sie sich vor allem für den Einsatz in mobilen Geräten.


Auf Unternehmen zugeschnitten

„Jede Sekunde werden rund 200.000 Texte von mobilen Geräten gesendet, und ein riesiger Berg an Informationen wird von diesen Geräten und allen möglichen anderen Quellen abgerufen“, schrieb Moore. Diese intensive Nutzung belaste zunehmend die Datenzentren, die die Informationen an Milliarden von mobilen Nutzern weiterleiten. So manches Datenzentrum eines populären Web-Unternehmens verbrauche deshalb heute so viel Energie wie eine große Metropole - Tendenz steigend.

Die neuen Server mit den kleinen Chips sollen besonders auf Unternehmen zugeschnitten sein, die etwa Web-Services oder Soziale Plattformen anbieten. Erste Server sollen Mitte 2012 auf den Markt kommen.

Zunächst sei es ein spezieller Service für rund 50 der weltweit größten Online-Unternehmen, sagte HP-Manager Paul Santeler der „New York Times“. Derzeit kämen weltweit jeden Tag 7000 Server hinzu, die den Internet-Verkehr vor allem für Video-Nutzung und Soziale Netzwerke aufrechterhalten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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