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Energiemix: Polen setzt in großem Stil auf verflüssigtes Erdgas

von Hans Jakob Ginsburg

Seit langem sorgen sich die Polen um ihre Energiesicherheit. Die geplante Nordstram-Pipeline führt an dem Land vorbei. In verflüssigtem Erdgas hat das Land nun eine Alternative gefunden. Polen will bei der teuren Technologie kräftig klotzen.

Der Flüssiggas-Tanker Quelle: dpa
Der Flüssiggas-Tanker "Longchamp" durchfährt den Nord-Ostsee-Kanal Quelle: dpa

Die polnische Regierung versucht nicht länger, das Nordstream-Projekt zu verhindern oder wenigstens aufzuhalten. Polen, von russischen Erdgaslieferungen fast genauso abhängig wie Deutschland, fürchtete jahrelang um die eigene Energiesicherheit, wenn das Gas aus Sibirien nach Westeuropa nicht länger durch eigenes Territorium geleitet werden muss.

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Doch ausgerechnet in diesen Tagen, da ganz Polen seiner Katastrophe vor genau 70 Jahren gedenkt, ist die Angst vor einem neuen deutsch-russischen Zusammenspiel auf Kosten der eigenen Nation verschwunden. Putin und sein Unterling Schröder sind eben etwas anderes als Stalin und Hitler, und das sieht man auch in Warschau so.

Alternativen zum russischen Gas

Doch vor allem haben die Polen Alternativen zum russischen Gas erschlossen: Erdgas aus Norwegen und aus Katar. Die Norweger sind immer noch weltweiter Erdgasproduzent Nummer eins, auch wenn die Vorräte in einigen Jahrzehnten aufgebraucht sein werden. Die riesige Gasblase unter dem winzigen Territorium Katars ist dagegen noch kaum angezapft, und die Warschauer Regierung hat mit dem Emir einen langfristigen Liefervertrag zu Gunsten der polnischen Konzerne PGNiG und Gaz-System geschlossen.

Natürlich wird es nie Gaspipelines von Norwegen oder gar von Katar aus nach Polen geben. Die polnische Regierung setzt stärker als alle anderen Europäer auf verflüssigtes Erdgas (LNG): Das Erdgas wird vor der Verschiffung auf Spezialtanker verflüssigt und in der Nähe des Zielhafens wieder in den ursprünglichen Aggregatzustand verwandelt. Das ist ein technisch schon lange mögliches, aber bisher sehr kostspieliges Verfahren, weshalb LNG-Zielhäfen wie Zeebrugge in Belgien oder demnächst Wilhelmshaven an der Nordsee nur eine Nebenrolle in der westeuropäischen Energiebilanz spielen.

Die Polen aber wollen klotzen: Ab 2014 sollen fünf Milliarden Kubikmeter LNG jedes Jahr im neuen Erdgashafen in der Nähe von Danzig angelandet werden. Das wären 30 Prozent des Energiebedarfs, rechnet Mikolaj Budzanowski vor, der Staatssekretär im polnischen Energieministerium. „Mittelfristig sollen es 50 Prozent werden“, sagt der Staatssekretär - auch wenn die Energienachfrage in Polen undder Anteil des Erdgases am Energiemix weiter steigen werden.

Zu diesem Artikel
7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 04.12.2009, 00:41 UhrSteigenberger

    Flüssiggas (preiswert?) ist dezentrales Gas u. könnte auch in deutsche Netze eingespeist werden; damit könnte die unsinnige Ölpreisbindung beim Gas in Deutschland kippen u. der sehr niedrige Weltmarktpreis für Gas den Verbrauchern beim Geldsparen helfen u. vor allem den grossen energiekonzernen mit ihren monopolüberpreisen eine Nase drehen.
    Polen vor, noch ein Tor, jetzt wird der Gaspreis geknackt !

  • 28.11.2009, 22:28 UhrThe Visitor

    Hägar - das grösste Senf labernde Trottel im WiWo chat room. Peinlic, dümmer gehts nimmer - halt endlich dein M...

  • 11.09.2009, 11:39 UhrReiner

    Ja, die sind unberechenbar!!!!!!! Wir glauben denen zu sehr!

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