Energiemix: Polen setzt in großem Stil auf verflüssigtes Erdgas

Energiemix: Polen setzt in großem Stil auf verflüssigtes Erdgas

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Der Flüssiggas-Tanker "Longchamp" durchfährt den Nord-Ostsee-Kanal

Seit langem sorgen sich die Polen um ihre Energiesicherheit. Die geplante Nordstram-Pipeline führt an dem Land vorbei. In verflüssigtem Erdgas hat das Land nun eine Alternative gefunden. Polen will bei der teuren Technologie kräftig klotzen.

Die polnische Regierung versucht nicht länger, das Nordstream-Projekt zu verhindern oder wenigstens aufzuhalten. Polen, von russischen Erdgaslieferungen fast genauso abhängig wie Deutschland, fürchtete jahrelang um die eigene Energiesicherheit, wenn das Gas aus Sibirien nach Westeuropa nicht länger durch eigenes Territorium geleitet werden muss.

Doch ausgerechnet in diesen Tagen, da ganz Polen seiner Katastrophe vor genau 70 Jahren gedenkt, ist die Angst vor einem neuen deutsch-russischen Zusammenspiel auf Kosten der eigenen Nation verschwunden. Putin und sein Unterling Schröder sind eben etwas anderes als Stalin und Hitler, und das sieht man auch in Warschau so.

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Alternativen zum russischen Gas

Doch vor allem haben die Polen Alternativen zum russischen Gas erschlossen: Erdgas aus Norwegen und aus Katar. Die Norweger sind immer noch weltweiter Erdgasproduzent Nummer eins, auch wenn die Vorräte in einigen Jahrzehnten aufgebraucht sein werden. Die riesige Gasblase unter dem winzigen Territorium Katars ist dagegen noch kaum angezapft, und die Warschauer Regierung hat mit dem Emir einen langfristigen Liefervertrag zu Gunsten der polnischen Konzerne PGNiG und Gaz-System geschlossen.

Natürlich wird es nie Gaspipelines von Norwegen oder gar von Katar aus nach Polen geben. Die polnische Regierung setzt stärker als alle anderen Europäer auf verflüssigtes Erdgas (LNG): Das Erdgas wird vor der Verschiffung auf Spezialtanker verflüssigt und in der Nähe des Zielhafens wieder in den ursprünglichen Aggregatzustand verwandelt. Das ist ein technisch schon lange mögliches, aber bisher sehr kostspieliges Verfahren, weshalb LNG-Zielhäfen wie Zeebrugge in Belgien oder demnächst Wilhelmshaven an der Nordsee nur eine Nebenrolle in der westeuropäischen Energiebilanz spielen.

Die Polen aber wollen klotzen: Ab 2014 sollen fünf Milliarden Kubikmeter LNG jedes Jahr im neuen Erdgashafen in der Nähe von Danzig angelandet werden. Das wären 30 Prozent des Energiebedarfs, rechnet Mikolaj Budzanowski vor, der Staatssekretär im polnischen Energieministerium. „Mittelfristig sollen es 50 Prozent werden“, sagt der Staatssekretär - auch wenn die Energienachfrage in Polen undder Anteil des Erdgases am Energiemix weiter steigen werden.

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