Erkennungssoftware Voiceprint: Swisscom erkennt die Kunden bald an der Stimme

Erkennungssoftware Voiceprint: Swisscom erkennt die Kunden bald an der Stimme

, aktualisiert 28. Juli 2016, 18:54 Uhr
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Der Konzern will künftig das Stimmerkennungsprogramm Voiceprint einsetzen.

Quelle:Handelsblatt Online

Keine Pin-Nummern, keine Passwörter: Der Schweizer Telekom-Konzern Swisscom will Kunden bald an der Stimme erkennen. Möglich macht das eine Software, die erstmals im europäischen Telekom-Bereich eingesetzt wird.

FrankfurtKunden des Schweizer Telekom-Konzerns Swisscom können sich künftig mit ihrer Stimme ausweisen. Ab Anfang August werde in den Call Centern die neue Software Voiceprint eingesetzt, die Anrufer anhand ihrer Stimme eindeutig identifiziere, teilte die Swisscom am Donnerstag mit. Das Verfahren sei sicherer und schneller als die bisherigen Kontrollen über die Abfrage von Passwörtern und Sicherheitsmerkmalen.

Technisch funktioniert das Verfahren so, dass Voiceprint beim ersten Anruf binnen Sekunden im Hintergrund anhand von verschiedenen Stimmmerkmalen ein Profil erstellt, das unverwechselbar ist und auf den Rechnern des Konzerns in der Schweiz gespeichert wird. Der Inhalt der Gespräch wird nicht aufgezeichnet. Jeder Kunde kann die Stimmerkennung auch abschalten.

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Voiceprint ist im Bankensektor bereits etabliert und wird unter anderem von der britischen Barclays eingesetzt. Die Swisscom ist nach eigenen Angaben unter den Telekom-Konzernen in Europa mit der automatischen Stimmerkennung Pionier.

Aus Sicht der Swisscom hat das von dem israelischen Technologie-Unternehmen Nice stammende Programm noch einen zweiten Vorteil. Passwörter sind beliebte Beute von Hackern und Betrügern. Mit der Software werde das Risiko von Identitätsdiebstählen minimiert. „Mit Voiceprint bieten wir unseren Kunden an der Hotline den aktuell bestmöglichen Sicherheitsstandard und können so ihre sensitiven Daten noch besser schützen“, sagte Swisscom-Manager Pascal Jaggi.

Für die in Bern beheimatete Firma ist der Einsatz von Voiceprint zudem eine Möglichkeit, die Abläufe in Callcentern zu vereinfachen. Mit rund 900.000 Anrufen pro Monat seien die Center trotz der zahlreichen Service-Angebote im Internet einer der wichtigsten Kontaktpunkte für die Kunden, sagte ein Swisscom-Sprecher. Eine baldige Einführung der neuen Technik in Deutschland ist unwahrscheinlich: Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland haben keine Pläne, Voiceprint einzusetzen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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