Erneuerbare Energien: Längere AKW-Laufzeiten bremsen Ökostrom aus

KommentarErneuerbare Energien: Längere AKW-Laufzeiten bremsen Ökostrom aus

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Akw Biblis in Südhessen. Foto: dpa

Bis 2050 kann Deutschland seinen Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien decken – zu diesem Schluss kommen die Umweltberater der Bundesregierung. Was jetzt fehlt, ist eine konsequente Strategie, die auf Strom aus Sonne und Wind setzt. Und eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke passt nicht dazu. Ein Kommentar von Katharina Sekareva.

Jetzt braucht es noch den politischen Willen. Wenn die Bundesregierung in den nächsten Monaten ein Energiekonzept entwirft, kann sie die Rahmenbedingungen für 100 Prozent erneuerbaren Strom bis zum Jahr 2050 setzen. Dieses Ziel ist realistisch, das hat der Sachverständigenrat für Umweltfragen berechnet. Heute ist dieses Gutachten vorgestellt worden.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um eine Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke ist diese Analyse äußerst brisant. Vor allem weil der Sachverständigenrat betont, dass eine Laufzeitenverlängerung den Ausbau der Erneuerbaren bremsen würde. Kurzum, dann wären 100 Prozent Ökostrom bis 2050 nicht erreichbar.

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Das ist logisch: die großen Energiekonzerne sind es, die mit ihrer Finanzkraft den regenerativen Energien den entscheidenden Impuls geben können. Sie haben viel eher als kleine Versorger oder gar Privatleute die Möglichkeit, Geld in die Hand zu nehmen und große Windparks, Solaranlagen oder Biogasfermenter zu bauen. Doch wenn sie mit ihren Atommeilern noch länger Geld verdienen können, entfällt für sie die wirtschaftliche Notwendigkeit, nach Alternativen zu suchen.

Stromriesen verzögern

Zwar sind die Energieriesen wie RWE oder E.On auch an Ökostromprojekten beteiligt, wie zum Beispiel am ersten deutschen Offshore-Windpark Alpha Ventus oder am Wüstenstromprojekt Desertec. Doch diese Projekte eignen sich auch wunderbar als eine Art grünes Alibi. Die Konzerne können so nach außen signalisieren, dass sie sich am Ausbau der Erneuerbaren beteiligen. Im Stillen können sie aber dafür sorgen, dass dieser Ausbau – dank ihrer Beteiligung – so langsam vor sich geht wie möglich. Im Fall Desertec soll erst in zwei Jahren feststehen, ob sich das Projekt überhaupt realisieren lässt. Und 70 Prozent der geplanten Offshore-Windparks sind in der Hand der großen Versorger. Die können sich mit dem Einholen der unzähligen Genehmigungen für diese aufwändigen Vorhaben richtig Zeit lassen. Vielleicht dürfen die Kernkraftwerke ja doch länger laufen – und dann kann man die Offshore-Pläne erstmal wieder auf Eis legen.

warum sollten die großen Energiekonzerne auch in die regenerativen Energien investieren, wenn sie mit dem heutigen Kraftwerkspark weiterhin Geld verdienen können. Dann können Und ein neues Kohlekraftwerk zu bauen ist für RWE oder E.On mit ihrem Erfahrungsschatz auch risikoärmer, als mit Windparks oder Solaranlagen auf eine weitaus weniger erprobte Technik zu setzen.

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