Exportschlager: U-Boote: Flüsterleise Kolosse

Exportschlager: U-Boote: Flüsterleise Kolosse

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Exportschlager 212 A - hier eine U-Boot-Taufe der Deutschen Marine

Sie sind eigentlich stählerne Dinosaurier des Kalten Krieges und dennoch ein Exportschlager: in Deutschland entwickelte U-Boote. Was kosten sie, wer braucht sie – und wofür überhaupt?

Die Jagden der „Grauen Wölfe“ auf Geleitzüge im Nordatlantik liegen über 60 Jahre zurück, die Zeit des Ost-West-Konflikts und des Wettrüstens zur See ist auch schon Geschichte. Der Begeisterung der Militärs für Unterseeboote tut dies allerdings keinen Abbruch: Ende März lief in Cherbourg das neue französische Atom-U-Boot „Le Terrible“ vom Stapel, das ab 2010 als Abschussplattform für Interkontinental-Raketen dienen soll.

Beinahe zeitgleich stellte die italienische Marine in Livorno die neue „Scire“ in Dienst – das erste U-Boot der Italiener mit einem Brennstoffzellen-Antrieb. Gebaut wurde das 400 Millionen Euro teure Unterwasserfahrzeug in einer deutsch-italienischen Rüstungskooperation. Entwickelt wurde es jedoch in Deutschland: von der Howaldtswerke-Deutsche Werft in Kiel, von ThyssenKrupp Technologies, Siemens, dem Handelshaus Ferrostaal und dem Ingenieurkontor Lübeck. In Deutschland sind vier Schwesterboote der „Scire“ bereits seit Oktober 2005 im Einsatz, ein weiteres Boot wurde im August vergangenen Jahres auf Kiel gelegt.

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Das U-Boot der Baureihe 212A ist das weltweit einzige nicht-atomare Unterwasser-Kampffahrzeug, das dank seines Außenluft-unabhängigen Brennstoffzellenantriebs über zwei Wochen lang auf Tauchstation gehen kann. Der Stolz der Bundesmarine und der beteiligten Unternehmen ist entsprechend groß. „Der Bau moderner und leistungsfähiger konventioneller U-Boote ist eines der wenigen Gebiete, wo Deutschland in der Wehrtechnik noch eine führende Rolle spielt“, sagt Raimund Wallner, Leiter des Referats für U-Boot-Rüstung im Verteidigungsministerium und selbst Kapitän zur See. Außer in Deutschland und Italien sind die Boote auch in Südkorea im Einsatz. Wie die Italiener bauen die Koreaner die Boote in Lizenz, nur die Schlüsselkomponenten wie Antrieb und Elektronik beziehen sie aus Deutschland. Auch Griechenland, Portugal und Israel wollen mit dem Boot künftig ihre Küsten sichern.

Marineoffiziere in aller Welt bekommen leuchtende Augen, wenn sie das Wort Brennstoffzelle hören. U-Boote (interaktive Grafik), die mit dieser Technik ausgestattet sind, können wochenlang getaucht fahren oder unter Wasser auf Lauer liegen – mit konventionellem Antrieb müssten sie spätestens nach zwei Tagen wieder auftauchen, um die Batterien mithilfe des Dieselmotors aufzuladen. Die deutschen Boote sind wegen des flüsterleisen Antriebs und aufgrund eines Kunststoff-Überzugs zudem nur schwer zu orten.

An Aufgaben für die stählernen Kolosse mangelt es jedenfalls nicht. Sie sollen etwa im Kampf gegen den Terror fremde Küsten mit elektronischen Systemen überwachen und aufklären. Sie können unbemerkt Kampfschwimmer aussetzen, Schiffsverbänden, aber auch Einheiten an Land als versteckte Kommunikationszentrale dienen. Und im Verteidigungsfall sollen sie – ganz klassisch – mit ferngelenkten Torpedos feindliche Schiffe versenken.

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