Filigrane Hüllen: Apple: Neue Notebooks zum Weihnachtsgeschäft

Filigrane Hüllen: Apple: Neue Notebooks zum Weihnachtsgeschäft

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Journalisten begutachten Apples neues MacBook nach der Pressekonferenz gestern im kalifornischen Cupertino. WirtschaftsWoche-Korrespondent Matthias Hohensee durfte ihn schon kurz ausprobieren

Die Pressekonferenz in Apples Hauptquartier im Infinite Loop in Cupertino startete mit einer Überraschung. Schon nach 30 Sekunden übergab Apple-Chef Steve Jobs das Wort an seinen Operativ-Chef Tim Cook, der mit einer Reihe Verbalattacken gegen Konkurrent Microsoft die Marktlage von Apple schildern durfte.

„Vista ist sehr vorteilhaft für uns", spottete Cook über das umstrittene Windows-Betriebssystem und legte nach. Zwar habe Apple im US-Handel nur 17 Prozent Marktanteil, kontrolliere damit aber 31 Prozent des Gesamt-Marktumsatzes. Cook gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Jobs Nachfolge.

Überhaupt kamen – eher untypisch – eine ganze Reihe anderer Apple-Manager zu Wort. Designer Jon Ive durfte einen neuen Produktionsprozess für Apple-Notebooks schildern, bei dem das Gehäuse aus einem Stück Aluminium herausgearbeitet wird, bis von dem Zwei-Kilogramm-Block nur noch eine filigrane 200 Gramm schwere Hülle übrig ist. In einem Video wurden auch Mitarbeiter von Ive und Cook in Szene gesetzt. Sendet Jobs damit stärker das Signal aus, dass es hinter ihm noch andere Gesichter bei Apple gibt? Das weiß nur er – ebenfalls seinen genauen Gesundheitszustand. Sein Puls sei 110/70, und wer ihn nach seiner Befindlichkeit frage, riskiere, ihn empfindlich hochzutreiben, kündigte Jobs vorbeugend an. Zur Lage an den Finanzmärkten werde er sich auch nicht äußern. Der Apple-Aktienkurs hat sich in den vergangenen Wochen fast halbiert. Nur soviel: Apple hat in den ersten neun Monaten des Jahres 7,1 Millionen Macs verkauft, soviel wie im gesamten vergangenen Jahr.

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Die Präsentation der Produkte ließ sich der Apple-Gründer dann nicht nehmen: Die Notebook-Reihe wird rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft generalüberholt – es gibt ein neues MacbookPro, das superdünne Macbook Air in einer neuen Konfiguration sowie eine ganz neue Reihe von Consumer-Laptops, die den Premiumversionen für Profi-Nutzer kaum noch nachstehen. Alle neuen Modelle kommen serienmäßig mit einem vergrößerten Trackpad, das auf Fingergesten reagiert. Bei MacbookPro und dem neuen Macbook ist das gesamte Pad klickbar, was eine extra Taste erspart und das Design noch sauberer macht.

Die Überraschung dabei – das Macbook Pro – ab 1799 Euro plus Mehrwertsteuer – rund 2,5 Kilogramm schwer mit 15-Zoll-Display. Neue Modelle des Notebook-Flaggschiffs werden eigentlich traditionell im Januar auf der Macworld angekündigt. Es verfügt gleich über zwei Grafikchips von Nvidia – je nach Situation kann der Nutzer umschalten, die Turbovariante verkürzt den Stromverbrauch laut Apple von fünf auf vier Stunden. Laut Jobs sollen Grafiken im Schnitt bis zu fünfmal schneller über den Vorgängermodellen laufen, was sie nicht nur für Bildbearbeitung, sondern auch grafisch anspruchsvolle Computerspiele fitter macht.

Das Macbook Air ist nur leicht aufgefrischt – mit schnellerem Prozessor und Grafikchip sowie einer kapazitätsstärkeren 120-Gigabyte-Festplatte, wahlweise auch mit teurem 128-Solid-State-Flashspeicher.

Weiterhin wird Apple ein Consumer-Notebook unter 1000 Euro anbieten – als Plastikversion für 949 Euro. Das neue Macbook besteht wie die Premiumversionen aus Aluminium und hat einen LED-Bildschirm, der heller ist, vibrantere Farben hat und weniger Strom verbraucht. Das MacBook aus Aluminium steht der Profi-Variante bis auf schnelleren Prozessor und dem zusätzlichen Grafikchip kaum nach. Es ist etwa so groß, mit knapp 2 Kilogramm nur geringfügig schwerer als ein Macbook-Air und wirkt edel. Einsteigspreis: 1199 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

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