Fischereipolitik: EU will Kabeljau retten

Fischereipolitik: EU will Kabeljau retten

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auf der Insel Sylt zieht der Fischer ein mit Miesmuscheln prall gefuelltes Netz aus der Nordsee

Die europäischen Meere sind überfischt, viele Arten sind vom Aussterben bedroht. Jetzt will die EU handeln, um die Bestände zu verbessern. Welche Fische Verbraucher ohne Bedenken essen können und welche sie meiden sollten.

16 Kilogramm Fisch verspeist jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr, insgesamt vertilgen die Bundesbürger mehr als 128 000 Tonnen -  gegrillt, frittiert, gebraten oder gedünstet. Der Portugiese bringt es sogar auf durchschnittlich 55 Kilo. Bei den Deutschen steht am häufigsten Alaska-Seelachs auf der Speisekarte, gefolgt von Hering und Lachs. In den anderen EU-Staaten stehen Scholle, Thunfisch, Seehecht, Sardinen und Kabeljau vorn.

Doch der gewaltige Fischhunger der Europäer macht den europäischen Meeren zu schaffen. 75 Prozent gelten nach EU-Angaben bereits als überfischt, 82 Prozent der Fischbestände im Mittelmeer sind vom Aussterben bedroht. Das Problem: Die Flotten werden immer größer und effizienter, zudem fischen sie zu viel Beifang:  kleine Fische, die mit den großen zusammen ins Netz geraten, aber unverkäuflich sind.

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EU will Reformpaket auf den Weg bringen

Jetzt will die EU handeln und stellt am Mittwoch ein umfassendes Reformpaket vor. Bisher setzte sie für die einzelnen Fischarten Fangquoten fest, die jährlich dem Bestand angepasst wurden. Politiker, Forscher und Fischer feilschten dabei um die angemessene Menge. Die Forscher wollten eine möglichst niedrige Quote, die Fischer meist eine höhere, um Einkommenseinbußen zu vermeiden.

Nun will die EU-Kommission die Fangmengen durch langfristige Managementpläne ersetzen. Darin will sie sich streng an wissenschaftlichen Vorgaben orientieren. Gibt es keine verlässlichen Daten, sollen die Fischer künftig ein Viertel weniger Fische aus dem Meer ziehen.

Die Fischer sollen zusätzlich die Möglichkeit erhalten, Fanglizenzen innerhalb eines Landes untereinander zu handeln. Hat ein Fischer beispielsweise einen größeren Fang Kabeljau, als seine Quote zulässt, kann er von anderen Fischern einen Teil der Quote kaufen und so seinen ganzen Fang an Land bringen.

Subventionen, die die Überfischung beschleunigen, sollen abgeschafft werden. Außerdem möchte EU-Fischerei-Kommissarin Maria Damanaki den Beifang verbieten. Fischer sollen in Zukunft den Fang mit an Land nehmen, anstatt ihn tot ins Meer zurückzuwerfen.

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