Drei Räder, 2,4 Liter Verbrauch, Platz für zwei Personen – und das alles auf der halben Grundfläche eines normalen Kleinwagens. Das sind die Eckdaten des Fahrzeugs Clever, das BMW mit der Technischen Universität Berlin und weiteren Entwicklungspartnern auf die Räder gestellt hat. Der Name geht auf die Anfangsbuchstaben von „Compact Low Emission Vehicle for urban transport“ zurück und steht für ein abgasarmes Gefährt halb Auto, halb Motorrad. Der Flitzer, der mit Erdgas betrieben wird und sich wie ein Motorrad in die Kurve legt, ist eine Antwort auf die verstopften Innenstädte. Wo sich ein Auto vorwärts quält, könnten zwei Clever fahren. Offiziell nennt BMW das skurrile Fahrzeug ein „singuläres Projekt“ und ein „Beispiel, wo es hingehen kann“. Die Idee hat die Münchner jedoch nicht mehr losgelassen. „Wir haben sehr viel vom Clever gelernt“, heißt es in der Konzernzentrale. So wissen die BMW-Ingenieure jetzt, dass ein solch kleines Fahrzeug auch hohen Sicherheitsansprüchen genügen kann. Fünf Prototypen wurden gebaut, drei mussten einen Zusammenprall von vorne und von der Seite aushalten. Das Ergebnis: Obwohl der Clever kaum breiter als ein Motorrad und nur wenig länger als ein Smart ist, würde der moderne Kabinenroller im wichtigen so genannten US-NCAP-Crashtest drei bis vier von fünf Sternen erreichen. Das entspricht dem Sicherheitsniveau von Kleinwagen und überträfe manches chinesische Billigauto. BMW-Ingenieure wollen nicht ausschließen, irgendwann ein Fahrzeug ähnlich dem Clever auf den Markt zu bringen. Denn anders als die Konkurrenten Daimler und Audi kann BMW beides, Autos und Motorräder bauen. In zwei bis drei Jahren jedenfalls wollen die Bayern ein Kleinstfahrzeug für den innerstädtischen Verkehr vorstellen. Vermutlich wird es – wie der Smart von Daimler – nicht dem Namen BMW tragen. Und auch, ob es drei oder doch vier Räder haben wird, will in München noch niemand sagen. Zurzeit seien noch zu viele Fragen offen: etwa ob die Insassen eines solchen Fahrzeugs sich an die ungewohnte Neigetechnik gewöhnen können. Vielleicht werde es auch beides geben, ein Fahrzeug mit drei und eines mit vier Rädern. An eine Serienfertigung denkt BMW nicht vor 2012. Den möglichen Preis schätzen Experten auf um die 10.000 Euro.
Forschung: BMW denkt bei neuen Stadtfahrzeugen um die Kurve
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